Leon Draisaitl glänzt mit vier Vorlagen - Bildquelle: AFP/GETTY IMAGES NORTH AMERICA/SID/CODIE MCLACHLANLeon Draisaitl glänzt mit vier Vorlagen © AFP/GETTY IMAGES NORTH AMERICA/SID/CODIE MCLACHLAN

Edmonton - Traumhaft für die Edmonton Oilers und ein Alptraum für die Calgary Flames, so lässt sich die Top-Formation der Oilers um Connor McDavid, Evander Kane und Leon Draisaitl perfekt beschreiben. Quasi im Alleingang schlugen die drei Superstars in Spiel 3 der Zweitrundenserie der Stanley Cup Playoffs am Sonntag die Gäste aus Calgary mit 4:1 und sicherten den Oilers damit die 2:1-Serienführung.

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Die Geschichte der Partie lässt sich schnell erzählen. Nach einem torlosen ersten Abschnitt drehten Kane, Draisaitl und McDavid im Mitteldrittel auf. Zach Hyman stellte auf 1:0 und Evander Kane sorgte mit einem Bilderbuch-Hattrick in nur sechs Minuten für die 4:0-Führung (27., 28., 32.). Draisaitl war an allen vier Toren als Vorlagengeber beteiligt und McDavid konnte sich nur beim 2:0 nicht auf dem Spielbericht verewigen. Calgary erzielte im Schlussabschnitt durch Oliver Kylington zwar noch einen Treffer (56.), konnte den Sieg der Oilers aber nicht mehr gefährden. 

Bemerkenswert: Draisaitl ist der erste NHL-Spieler, dem in einem Play-off-Spiel vier Assists in einem Drittel gelangen.

Draisaitl, McDavid und Kane glänzen in einer Reihe

Jay Woodcroft entschied sich für Spiel 6 der ersten Runde seine drei besten Stürmer in einer Formation aufzubieten. Während McDavid die Umstellung sofort in Punkte umsetzte, hatten Draisaitl und Kane leichte Anlaufschwierigkeiten. Kane punktete zwar im ersten Match in der Reihe dreifach, blieb dann aber zweimal punktlos und steuerte in Spiel 2 in Calgary einen Assist bei. Draisaitl konnte nach zwei Ein-Punkt-Spielen seine Ausbeute auf zehn Zähler in den folgenden drei Spielen ausbauen.

"Ich habe die Schachfiguren etwas bewegt", beschrieb Jay Woodcroft seine Umstellungen sehr bildlich. "So können wir andere Teams aus der Balance bringen und verhindern, dass sie unseren Rhythmus verstehen. Sie haben in diesen Begegnungen gute Arbeit darin geleistet, das Spiel auf die richtige Weise anzugehen. Sie treiben uns voran." 

"Er ist etwas angeschlagen, aber das weiß mittlerweile jeder", beschrieb Mike Smith die Situation um Draisaitl, der trotzdem immer Wege findet zu punkten. „Er ist gesund und verfügbar“, kürzte Woodcroft die Diskussion um den Gesundheitszustand seines deutschen Superstars ab. Draisaitl selbst zeigte auf dem Eis, wie wenig ihn die vermeintliche Verletzung behindert. Seine vier Vorlagen in einem Dritteln stellten einen neuen NHL-Playoff-Rekord auf. Zuvor gelang es anderen Akteuren 114-Mal mit drei Vorlagen zu glänzen.

"Ich habe nichts als Respekt für das, was Leon aktuell zeigt. Es ist fantastisch. Die Zahlen sind großartig, aber für mich ist es die Entschlossenheit und der Wille, das Spiel auf der gesamten Eisfläche zu spielen, das, was seine Mitspieler ansteckt", lobte Woodcroft Draisaitl.

Auf den Spuren von Wayne Gretzky und Mark Messier 

Draisaitl, McDavid und Kane sichern sich drei der ersten vier Ränge der Top-Scorer in den laufenden Playoffs. Gemeinsam sammelten sie 55 Punkte in zehn Partien. Zuletzt gelang das dem Trio aus Wayne Gretzky, Jari Kurri und Mark Messier, die 1988, ebenfalls für die Oilers, 62 Punkte in zehn aufeinanderfolgenden Playoff-Spielen sammeln konnten.

Kane war mit einem lupenreinen Hattrick, den er innerhalb von exakt sechs Minuten erzielte, der Grund für eine Masse an fliegenden Kopfbedeckungen. Der Angreifer kam mit einem zweifelhaften Ruf nach Edmonton, als er am 28. Januar für eine Spielzeit unterschrieb. „Er ist ein Spieler mit guten Gewohnheiten, sehr guten Gewohnheiten und das ist der Grund, warum er auf dem Eis erfolgreich ist“, fokussierte Woodcroft sich auf die sportlichen Aspekte.

"Ich wusste, dass ich in die NHL zurückkommen werde", blickte Kane in auf die Zeit vor seiner Unterschrift bei den Oilers zurück. "Ich war da sehr selbstbewusst. Es war nur eine Frage der Zeit und als sich mir die Gelegenheit bot, habe ich sie genutzt."

Er selbst gab an, dass er etwas brauchen würde, um sich vollständig zu akklimatisieren. Mit den Playoffs scheint der Torjäger nun angekommen zu sein. Schon in Spiel 3 der ersten Runde konnte er einen Hattrick verbuchen.

Kane schreibt mit seinem zweiten Hattrick Geschichte 

Mit zwei Drei-Tore-Spielen in einem Playoff-Lauf wurde Kane der erst vierte Oilers-Akteur, der in einer Postseason mehrfach Hattricks feiern durfte. Die anderen drei waren Kurri, Messier und Gretzky. Über alle Teams hinweg, gelang dieses Kunststück Jaden Schwartz in den Playoffs 2019 für die St. Louis Blues. 

Während die Zahlen der Top-Formation der Oilers für sich sprechen, brach Woodcroft auch eine Lanze für das Defensivverhalten seiner besten Angreifer. "Ich will über ihre Checking-Fähigkeiten sprechen“, begann der Trainer sein Statement nach dem Match. "So wie sie verteidigt haben – Connor und Leon haben die Partie mit +4 beendet. Wenn unsere besten Spieler defensiv den Weg vorgeben und klar zeigen, was auf der gesamten Eisfläche erwartet wird, dann macht uns das zu einem besseren Team."

Woodcroft wollte trotz der Zahlen den Fokus auf der Mannschaftsleistung behalten. Alle 20 Spieler hätten ihren Beitrag geleistet, sagte der Trainer. Man glaube im Trainerstab an die Mannschaft und vertraue den Spielern und wolle sie in Positionen bringen, in denen sie erfolgreich sein können.

Nach zwei Erfolgen hintereinander geht es nun darum, die vierte Partie zu gewinnen und sich den Match-Puck für die Serie zu sichern. In der ersten Runde gelang das zu diesem Zeitpunkt mit einer Niederlage gegen die Kings und dem, schwächsten Spiel der Serie, so Kane, nicht.

Die Flames auf der anderen Seite müssen einen Weg finden, die Dominanz der Top-Formation der Oilers zu brechen, andernfalls wird der erhoffte Erfolg in der Battle-Of-Alberta-Serie ausbleiben.

Quelle: NHL.com/de

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