München - Seit diesem Sommer ist Nico Sturm Spieler bei den San Jose Sharks. Nach dem Stanley-Cup-Sieg mit den Colorado Avalanche unterschrieb er für drei Jahre bis 2025 bei den Sharks. Mit NHL.com/de sprach der 27-jährige Augsburger über seinen Start in San Jose, seine neuen Teamkollegen und seine Verbindung zum Schweizer Timo Meier.

Ankunft und Eingewöhnung in San Jose

Sturm ist neu in der Bay Area im Süden von San Francisco. "Es ist sehr gut hier, sehr angenehm", schildert der deutsche Mittelstürmer seine ersten Eindrücke und muss grinsen: "Ich freue mich einfach mal, dass ich im Dezember und Januar an einem freien Tag mal im Pulli und in der Jogginghose rausgehen und spazieren kann und nicht mit drei Winterjacken wie in Minnesota in den letzten Jahren."

Um sich zu akklimatisieren, setzte Sturm bereits Anfang Juli nach Nord-Kalifornien über. "Ich wollte mich einleben, meine Wohnung einrichten und diese ganzen privaten Dinge erledigen. Das wollte ich nicht während der Vorbereitung machen. Auch die Mannschaft ist super, mit super Typen", so Sturm, der dadurch einen kurzen Sommer hatte: "Natürlich war wenig Zeit da, um sich zurückzulehnen. Ich hatte ja bis Ende Juni Eishockey gespielt, danach gab es die Feiern mit dem Stanley Cup, dann musste ich operiert werden (Leisten-OP, d. Red.) und es ging gleich in die Reha. Ich hatte also nur sechs Tage in Griechenland, dann fing schon wieder die Vorbereitung auf die neue Saison an."

Wiedersehen mit Kahkonen, Kennenlernen mit Meier

In San Jose angekommen, lernte Sturm dann viele neue Gesichter kennen. Allerdings auch ein bekanntes: Mit Torwart Kaapo Kahkonen spielte der Center bereits bei den Minnesota Wild zusammen und pflegt eine Freundschaft mit dem Finnen.

"Mit Kaapo habe ich schon eine längere Verbindung, wir haben auch schon in den Minors zusammengespielt", erklärt Sturm. "Er war auch der Erste, der mir geschrieben hat, als ich hier unterschrieben habe. Er hat sich sehr gefreut, meine Freundin übrigens auch, weil sie sich auch schon gut kennen."

Gleich auf Deutsch konnte er sich mit seinem Schweizer Teamkollegen Meier unterhalten. "Timo habe ich standesgemäß mit einem 'Servus' begrüßt", lacht der gebürtige Augsburger. "Wir versuchen auch auf dem Eis und bei den Übungen miteinander Deutsch zu reden."

Das kann auch Meier bestätigen: "Natürlich haben wir uns schon auf Deutsch unterhalten. Es ist immer schön, die Muttersprache zu sprechen. Eine Rivalität haben wir nur in der Nationalmannschaft. Wenn wir hier sind, dann kämpfen wir zusammen und haben die gleichen Ziele. Nico ist ein cooler Typ. Wir versuchen uns gegenseitig zu helfen. Es ist immer schön, wenn man jemanden hat, mit dem man Deutsch sprechen kann. Auch deshalb freuen wir uns schon auf Berlin, wo wir uns sicher sehr wohl fühlen werden."

Sturm als Gesicht der Global Series

Die Sharks reisen zur Global Series Challenge in die deutsche Hauptstadt und spielen am Dienstag (19:20 Uhr, live auf ProSieben MAXX und ran.de) gegen die Eisbären Berlin. Für San Jose ist es die Generalprobe für den NHL-Start am 7. Und 8. Oktober im Rahmen der Global Series in der tschechischen Hauptstadt Prag, wenn es zweimal gegen die Nashville Predators geht.

"In allererster Linie fliegen wir nach Europa, um unsere ersten zwei Saisonspiele zu gewinnen und nicht wegen Touristen-Aktivitäten", betont Sturm insbesondere die sportliche Herausforderung. "Die Berliner Jungs kenne ich nicht so gut. Ich verfolge die DEL schon, aber vor allem Augsburg, weil ich die Jungs sehr gut kenne. Von daher ist mir der Eisbären-Kader nicht so vertraut. Wir werden ohnehin den Fokus eher auf uns legen."

Die deutschsprachigen Sharks-Spieler Sturm und Meier, aber auch ihr tschechischer Kollege Tomas Hertl sind die Gesichter der Global Series. Auch in der Kabine wird dieses Trio mit einem Führungsauftrag vorangehen müssen. "Ich gehe jetzt in mein viertes Jahr als Profi, da will ich schon den nächsten Schritt machen in Richtung einer Führungsrolle", weiß Sturm. "Mit 27 ist man keiner der Jüngeren mehr. Ich muss ein Vorbild sein und zeigen, wie es als Eishockey-Profi ist, mit vielen Terminen und einem harten Programm."

Eine neue Einstellung

Sturm selbst geht mit einer ganz anderen Einstellung in das erste von drei Vertragsjahren. "Ich will versuchen, den Kopf abzuschalten und einfach nur das Eishockeyspielen genießen", sagt der 1,91 Meter große und 95 Kilogramm schwere Linksschütze. "In den letzten Jahren hatte ich immer kurze Vertragslaufzeiten und musste deshalb immer auf die Zukunft schauen. Jetzt bin ich im Hier und Jetzt und es kommt, wie es kommt. Ich möchte diese Saison genießen und mit harter Arbeit vorangehen."

Genau diese harte Arbeit ist es, die Sturm in der Vorsaison überhaupt erst zu den Colorado Avalanche gebracht hatte. Das Ende dieses Eishockey-Märchens ist bekommt: Sturm gewann den Stanley Cup und ist der fünfte Deutsche Stanley Cup Champion in der NHL-Geschichte.

Quelle: NHL.com/de

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