Berlin - Es war wohl die spektakulärste Szene beim 3:1-Sieg der San Jose Sharks gegen die Eisbären Berlin: Timo Meier zauberte von der blauen Linie einen No-Look-Pass aus der Rückhand. Teamkollege Tomas Hertl vollendete mit einem trockenen Schlenzer in die linke untere Ecke.

Passend, dass bei der NHL Global Series in Berlin mit dem Schweizer Meier und dem Tschechen Hertl zwei Europäer zum First bzw. Second Star of the Match gekürt wurden. Für die Sharks war es immerhin die Generalprobe für den Regular-Season-Auftakt gegen die Nashville Predators am 7. Oktober. Die Europa-Connection stimmt.

San Jose Sharks: Hertl und Meier sind die Topscorer

"Ja, Timo ist mein Mann", sagte Hertl im Gespräch mit ran. "Wir haben schon viele Spiele miteinander bestritten und verstehen uns auf dem Eis. Ich habe ihn angespielt und er hat mir den Puck zurückgegeben, als ich gerade an meinem Verteidiger vorbei war. Es gibt mir immer ein gutes Gefühl, wenn ich im letzten Spiel vor dem Saisonstart ein Tor schieße." Meier sprach im Interview mit ran von einer Mischung aus "Glück und Instinkt".

Meier und Hertl, die in der vergangenen Saison mit 76 bzw. 64 Scorerpunkten teamintern die gefährlichsten Angreifer waren, sind für die Sharks unverzichtbar und daher auch starke Werbeträger für diese Europa-Tour. Nico Sturm fiel für das Spiel in Berlin leider verletzt aus.

Bereits am Tag zuvor hatte Roman Josi beim 4:3-Sieg seiner Nashville Predators gegen seinen Heimatklub SC Bern zwei Treffer erzielt und für Begeisterung bei den Schweizer Fans gesorgt. Viel besser hätte die NHL ein Drehbuch nicht schreiben können.

NHL in Deutschland: Draisaitl-Trikot extrem beliebt

Denn die NHL will nicht nur ihren Fans in Europa ein tolles Erlebnis bieten und neue Märkte erschließen, sondern eben auch mehr Kinder in Ländern, in denen Eishockey noch keine Hauptrolle spielt, für den Sport begeistern. Das Interesse an der Liga in Europa wird weiter wachsen, wenn die Liga mehr europäische Stars bekommt.

Dieser Effekt lässt sich auch an Leon Draisaitl erkennen. In der Fanmenge in Berlin mischten sich unter die blauen und türkisen Trikots der Eisbären und Sharks auch zahlreiche orange Trikots der Edmonton Oilers. Viele dieser Fans verfolgen die NHL vermutlich wegen Draisaitls Erfolg. Das Phänomen gibt es sportartenübergreifend. Nie war die NBA hierzulande beliebter, als zu Dirk Nowitzkis Glanzzeiten im Trikot der Dallas Mavericks. 

Hertl glaubt, dass die internationalen Spiele der NHL ein probates Mittel sind, um noch mehr Kinder für seinen Sport zu begeistern.

Tomas Hertl: Was die amerikanischen Fans noch von den deutschen lernen können

"Ich finde die internationalen Spiele sind super, sogar für uns in Tschechien. Wir wollen, dass die Kinder zu den Spielen kommen und die NHL-Profis sehen. Dann gehen sie vielleicht nach Hause und sagen, 'Ich möchte sein wie sie'. Viele Kinder wissen nicht so viel über Eishockey, aber wenn sie in die Arena kommen und Spaß haben, dann motiviert sie das und sie träumen vielleicht auch davon, eines Tages in der NHL zu spielen. Wir müssen den Sport weiter voran bringen.", sagte Hertl.

Die ersten Fortschritte sieht der 28-Jährige bereits - auch im Land der Gastgeber: "Die Schweiz ist nochmal viel besser geworden. Aber auch Deutschland hat einen großen Schritt nach vorne gemacht, weil ihr inzwischen Draisaitl und viele andere wirklich gute Spieler in der NHL habt."

   

Möglicherweise haben die Sharks und Eisbären ja tatsächlich das ein oder andere Kind in der Arena oder vor dem Fernseher inspiriert, dem Eishockey eine Chance zu geben.

Vielleicht können sogar die amerikanischen Fans noch von den europäischen lernen. "Ich weiß, wie die Fans hier in Europa drauf sind. Das sind Vollblut-Fans, die uns das ganze Spiel anfeuern und ihre Lieder singen. Das vermisse ich etwas in den USA", meinte Hertl. Auch das wäre ein positiver Effekt dieser Global Series für die NHL.

Aus Berlin berichtet: Julian Huter

Auch in der Saison 2022/23 übertragen wir wieder wöchentlich ein NHL-Spiel live auf ProSieben MAXX, ran.de und Joyn!

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