Roman Motzkus und Carsten Spengemann analysieren mit Icke Dommisch das erste... - Bildquelle: Getty Images / ran.deRoman Motzkus und Carsten Spengemann analysieren mit Icke Dommisch das erste XFL-Wochenende. © Getty Images / ran.de

München - Der erste Touchdown-Pass ist geworfen, die erste Interception gefangen, der erste Sack eingetütet. Der Auftakt der XFL ist Geschichte.

Dies bot auch unseren #ranNFL-Experten die Möglichkeit, die neue Football-Liga unter die Lupe zu nehmen.

Und Netman Christoph "Icke" Dommisch, Moderator und Kommentator Carsten Spengemann sowie Experte Roman Motzkus sind begeistert von der XFL (Der 2. Spieltag Samstag, ab 20:00 Uhr und Sonntag, ab 21:00 Uhr im Livestream auf ran.de).

So sehen die drei unisono die Regelabweichungen von der NFL als "sinnvoll, innovativ und kreativ".

"Die Extrapunkte-Regel macht einfach Spaß beim Zusehen", sagt Spengemann. Statt eines Extrapunkts durch einen Kick oder eine Two-Point-Conversion haben die Teams mit Conversions aus unterschiedlicher Entfernung die Möglichkeit, nach einem Touchdown zusätzlich zu den sechs erzielten auf einen, zwei oder drei weitere Punkte zu gehen.

"Ein zusätzlicher Snap statt eines Kicks ist immer geil", meint auch Icke, "leider sind die Teams nicht so häufig für zwei gegangen. Für drei Punkte hat es leider noch keines versucht."

Kickoff-Regel kommt gut an

Auch die Änderungen beim Kickoff kommen gut an. "Die Regel ist ganz cool", sagt Icke. "Verletzungen sollen minimiert werden durch die Variante und es sieht auch so aus, als würden die Spieler nicht so krass aufeinanderprallen. Das könnte die NFL durchaus übernehmen."

Gerade dies sehen auch Motzkus und Spengemann so - Adaption der "getesteten" Regeln.

"Die NFL sollte sich die eine oder andere Regelinterpretation mal genau anschauen und in ihr Regelwerk implementieren", sagt Spengemann. "So könnte man nicht nur das Tempo erhöhen, sondern auch neue Reize setzen." Und Motzkus stellt klar: "Sie machen das Spiel in vielen Situationen leichter verständlich."

Die weiteren Gedanken der drei über ...

... das Niveau der Liga:

Carsten Spengemann: Der Football-Fan bekommt jetzt in der Wartezeit bis zum Start der NFL eine Alternative geboten, die sportlich zwar nicht auf dem Niveau unserer Lieblingsliga ist, aber trotzdem spannenden und guten Sport zeigt.

Roman Motzkus: Die Qualität der Spiele liegt zwischen Preseason und Regular Season der NFL. Es sind noch einige leichte Fehler zu sehen und der Speed bzw. die Ballsicherheit sind eher unteres NFL-Niveau.

Icke Dommisch: Es sieht auf jeden Fall nach Football aus. Die O-Liner können blocken und deshalb haben die QBs Zeit für "normales" Passing Game. Das ist auf jeden Fall schon mal ein gutes Zeichen. Insgesamt finde ich das Niveau durchwachsen. Aber nur drei Teams sind über 20 Punkte gekommen. Das ist zu wenig und das hatte ich auch anders erwartet.

... die Übertragung im TV

Icke: Die Kommunikation zwischen Coach und Team ist offen für den Broadcast. Du hörst also, welchen offensiven Spielzug Coach A ansagt und mit welchem Coach B verteidigt. Das ist ein sau cooles Feature.

Dazu die Möglichkeit alle Spieler direkt ingame interviewen zu können, ist stark. Der ehemalige Colts Punter Pat McAfee als Sideline-Reporter ist in der Rolle perfekt. "Verkackt" der Kicker das Field Goal oder ein Spieler macht einen dummen Fehler, kann man ihn danach sofort hören.

Spengemann: Ich finde den "ran an die Spieler und Coaches"-Gedanken der TV-Teams sehr genial. Der Zuschauer sitzt so nicht nur in der ersten Reihe, sondern ist mittendrin statt nur dabei.

... die Wahrnehmung der XFL bei den Fans

Icke: Auffällig war, dass es im Schnitt 17.000 Zuschauer pro Spiel waren. Das sah in den Soccer-Stadien ganz gut aus - beispielsweise in Washington. Ich hoffe, dass man in New York auch in ein kleines Stadion umzieht. 17.000 Zuschauer im Schnitt sind echt gut, aber im Metlife Stadion sehen 17.000 halt aus wie ein zu drei Vierteln leeres Stadium.

Der Zuschauerzuspruch war aber schon am ersten Wochenende enorm. Die XFL hatte mehr Ticket-Umsätze am ersten Wochenende als die AFL in zehn Wochen Ligabetrieb.

Anmerkung der Redaktion: Auch die Übertragungen im Livestream auf ran.de wurden am ersten Wochenende sehr gut angenommen. Vielen Dank dafür!

... die Aussichten für die Spieler

Spengemann: Für Spieler, die nach dem College den Sprung nie über das Practice Squad eines NFL Teams hinausgeschafft haben, bietet die Liga eine gute Möglichkeit, sich zu entwickeln und ab Spätsommer wieder anzugreifen. Das garantiert, dass diese Jungs jedes XFL-Spiel mit 101 Prozent Motivation spielen werden. Ähnlich wie damals bei der World League werden wir garantiert 20 Prozent der XFL-Leistungsträger ab Herbst in diversen NFL-Teams wiedersehen.

Motzkus: Die XFL kann eine gute Ausbildungsmöglichkeit für Spieler und Coaches werden. Einige talentierte Spieler, die bisher weniger Spielzeit im College und/oder der NFL bekommen haben, können “on tape“ kommen und dadurch auf das Radar der NFL-Scouts gelangen. Ähnlich wie früher bei der NFL Europe könnten so ca. 20 bis 30 Prozent der Spieler Einladungen in NFL-Camps erhalten.

Icke: Die Spieler haben eine Chance, damit zumindest bei Scouts präsent zu sein. Es waren ja bereits am ersten Wochenende Scouts von NFL Teams in den Stadien. Und: Die XFL-Saison endet am 26. April, also dem Sonntag nach dem NFL-Draft (23. bis 25. April).

Teams, die nicht alle Positionen beim Draft abdecken können, finden vielleicht ein bis zwei Spieler bei XFL-Teams - sei es nur für die OTAs oder in der Preseason. Wir sollten aber nicht vergessen das auch ohne XFL reihenweise Spieler schon ohne XFL keine Verträge mehr bekommen haben - zum Beispiel Kasim Edebali oder Dez Bryant. Und dass am Ende viele der Spieler in einen 53-Mann-NFL-Kader rutschen, wird nicht passieren.

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