- Bildquelle: imago/foto2press © imago/foto2press

München - Der letzte Korb, er passte einfach in dieses dramatische Spiel. Es war ein Freiwurf von Nick Johnson zum Endstand von 72:69. "Ich wollte ihn daneben werfen, es war kaum noch Zeit auf der Uhr. Aber ich hab' es nicht geschafft", sagte Bayerns Aufbauspieler und musste dabei schmunzeln.

Nur eine Sekunde Spielzeit war noch verblieben. Der Plan: Freiwurf verwerfen, Malaga muss den Rebound holen und kann nur noch aus der eigenen Hälfte wild auf den Bayern-Korb werfen. Erfolgschance für die Spanier: gleich null. Johnson setzte den Wurf flach an, aber zu perfekt in die Mitte, so rauschte der Ball statt an den Ring durch ihn hindurch.

Ein Basketball-Krimi par excellence

 

Die Folge: Auszeit Malaga, Einwurf Seite, die Chance auf einen Dreier zur Verlängerung. Der Pass der Spanier ins Feld war aber zu unpräzise, der Ball trudelte ins Aus und die letzte Sekunde lief ohne Gefahr für Bayern aus. Es blieb beim 72:69. Das perfekte Ende für einen Basketball-Krimi par excellence.

"Das war ein hartes und enges Spiel", sagte Bayern-Trainer Sasa Djordjevic. "So ein wichtiger Sieg tut uns natürlich gut. Für die Zuschauer sind solche Partien spannend, aber als Trainer sind sie phasenweise zum Haare raufen." Das erste Viertel war komplett ausgeglichen (13:12), zwei Minuten vor der Pause zog Malaga erstmals weg (26:35), durch zwei eiskalte Dreier von Nick Johnson war Bayern aber mit dem Pausenpfiff wieder da (37:35).

Als es eng wird, ist Johnson da

Zwei Minuten vor dem letzten Viertel führten dann die Bayern sogar zweistellig (53:43), nur um in den kommenden fünf Spielminuten das Spiel wieder herzugeben (54:60). Ein irres Hin und Her, zweieinhalb Minuten vor dem Ende lag Bayern bedrohlich zurück (62:67). Dann kam die Zeit von Nick Johnson, der zuvor im letzten Viertel lange auf der Bank geschmort hatte.

"Nick Johnson war heute der Spieler, der das Team getragen hat, er hat Verantwortung übernommen und ein starkes Finish gezeigt", lobte Trainer Djordjevic. Johnson riss das Spiel an sich: Der 23-Jährige traf einen Dreier, einen Freiwurf und zog 28 Sekunden vor dem Ende unnachahmlich an allen Gegenspielern vorbei, besorgte per Korbleger die 70:69-Führung.

Platz eins oder zwei ist sicher

Im Gegenzug verteidige er Malagas Kyle Fogg, der ausrutschte und den Ball verlor. Malaga schickte Nick Johnson per Foul an die Freiwurflinie und er traf am Ende, wenn auch unplanmäßig, zum Endstand. Platz Eins oder Zwei in der Gruppe ist Bayern damit sicher.

Johnson war mit 20 Punkten Bayerns Top-Scorer und in der Crunchtime Bayerns Game-Winner. Wie schon im letzten EuroCup-Spiel gegen Murcia, als Johnson mit überragenden 16 Punkten im letzten Viertel den Sieg sicherte. Johnson trägt Bayern schon zum zweiten Mal in Folge zum Sieg. Da kann man ihm selbst so einen verwandelten Freiwurf verzeihen.

Florian Schmidt-Sommerfeld

Galerien