PES 2019 erscheint in Europa am 30. AugustPES 2019 erscheint in Europa am 30. August ©

München - Im ewigen Duell mit EA Sports' FIFA-Reihe schickt Konami sein Pro Evolution Soccer 2019 in diesem Jahr besonders früh ins Rennen: Schon am 30. August erscheint das Spiel in Europa für PS4, Xbox One und PC – ohne offizieller Lizenz für die Champions League und Europa League, dafür aber mit mehreren neu lizenzierten Ligen wie etwa der türkischen Süper Lig oder der russischen Premier Liga. Bereits am 8. August hat Konami eine kostenlose Demo veröffentlicht. Wir haben diese auf der PS4 offline und online auf Herz und Nieren getestet.

Was zuerst auffällt: Die aufgemotzte Grafik! Die in der Demo verfügbaren Stadien Camp Nou und die Schalker Veltins Arena sehen dank verbesserter Lichteffekte ihren realen Vorbildern zum Verwechseln ähnlich. Außerdem hat Konami endlich den zuletzt hässlichen Rasen komplett überarbeitet. Der sieht nun nicht mehr wie ein leidlich grüner Teppich aus, sondern endlich wie ein echter Fußballplatz. Dynamische Abnutzungserscheinungen wie in FIFA sucht man allerdings weiterhin vergeblich.

Gameplay macht nächsten Schritt

Der positive Ersteindruck setzt sich in den ersten Partien der Demo fort: Die Spieleranimationen sind butterweich, wirken noch realistischer als in vergangenen Versionen. Gerade bei Bewegungsabläufen der Ballannahme hat Konami für mehr Vielfalt gesorgt. Und die macht sich bemerkbar: Ein ungenauer Pass erschwert die Ballannahme, was einem Angriff schon mal jegliche Dynamik rauben kann. So wirkt der Spielverlauf im Vergleich zu PES 2017 oder 2018 generell langsamer. Das in PES 2018 so übermächtige Tiki-Taka ist in PES 2019 gerade mit schwächeren Teams bedeutend schwieriger auszuführen.

So erinnert der Spielaufbau wieder mehr an echten Fußball. Oft ist eine Spielverlagerung oder ein Querpass im Mittelfeld und Warten auf die Lücke das bessere Mittel als ein riskanter Ball in die Spitze. Zumal die Defensive in PES 2019 noch einmal gestärkt wurde. Kanten wie Schalkes Naldo oder Frankreichs Paul Pogba sind im Zweikampf noch schwerer zu überwinden, stellen immer wieder im letzten Moment ihren Körper oder ein Bein dazwischen. Zudem foult die KI wieder häufiger als in PES 2018, wo Elfmeter oder Platzverweise nur alle Jubeljahre vorkamen.

Bemerkbar macht sich endlich auch die Ermüdung von Spielern. Ist ein Kicker ausgepowert, erhöht sich sein Verletzungsrisiko. Müde Spieler gehen kürzere Wege und ziehen im Zweikampf häufiger den Kürzeren.

Das wirkt sich auch auf den Online-Modus aus: Diszipliniertes Defensivverhalten und das Zustellen von Passwegen sind oft effektiver als wildes, laufintensives Pressing. So kann man selbst mit individuell schwächer besetzten Teams wie Schalke oder Inter Mailand Offensivmonster wie Barca oder Liverpool bändigen.

Keeper kleben auf der Linie

Bei aller Weiterentwicklung im Gameplay gibt es jedoch auch Kritikpunkte: Die Torhüter machen ihren Job in der Regel zwar gut, kleben aber in Eins-gegen-eins-Situationen viel zu passiv auf der eigenen Torlinie. Zudem lässt die KI selbst auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad Zielstrebigkeit zum Tor vermissen und spielt auch in aussichtsreichster Position noch einen unnötigen Pass heraus auf den Flügel. Auch an der drögen Menüführung hat Konami nichts geändert und das Online-Matchmaking funktioniert zwar, dauert im Vergleich zum Konkurrenten von EA Sports allerdings einen Tick länger.

All das ändert nichts am insgesamt positiven Ersteindruck der Demo. Das Gameplay wirkt erwachsener und ausbalancierter als in den vergangenen Versionen und erinnert an Konamis goldene Jahre eines PES 3 bis PES 6. Auch grafisch muss sich PES 2019 vor FIFA nicht verstecken. Welcher Look letztlich besser gefällt, bleibt Geschmackssache. Auf dem Platz hat Konami seine Hausaufgaben gemacht. Erst die Vollversion wird jedoch zeigen, wo PES 2019 in Sachen Spielmodi und Präsentation wirklich steht. Denn gerade in diesen Bereichen stagnierte die Serie in den letzten Jahren bedenklich.

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