Beim Spiel zwischen dem BVB und Ingolstadt herrschte auf den Rängen gähnende... - Bildquelle: imago images/RHR-FotoBeim Spiel zwischen dem BVB und Ingolstadt herrschte auf den Rängen gähnende Leere © imago images/RHR-Foto

München - Die Gelbe Wand ist nicht mehr einzigartig. Denn der legendären Dortmunder Südtribüne stand im Pokalspiel gegen Ingolstadt ein ähnlich markantes Phänomen gegenüber: die "graue Wand" der Nordtribüne.

Gerade einmal rund 25.000 Zuschauer verirrten sich an diesem Fußballdienstag in den Signal-Iduna-Park. Gegner FC Ingolstadt, siegloser Tabellenletzter der 2. Bundesliga, lockte selbst den treuen Anhang aus dem Pott nicht hinter dem Ofen vor.

Auch in Sinsheim herrschte beim Duell des Bundesligisten Hoffenheim gegen den Zweitligisten Holstein Kiel gähnende Leere. In der PreZero Arena näherte sich die Zuschauerzahl der Null tatsächlich beängstigend an: 5.033 Fans sorgten dort für Testspielatmosphäre. Der Pokaldienstag zeigte so einmal mehr eindrücklich: Das Heimrecht der Bundesligisten gegen Zweitligisten erstickt Pokalatmosphäre im Keim. Abhilfe würde ein automatisches Heimrecht für Zweitliga-Teams gegen Erstligisten verschaffen, so wie es schon für Teams aus der 3. Liga und Amateure gilt.

Hexenkessel in München, Münster und Potsdam

Denn bei den unterklassigen Teams, die an diesem Dienstagabend Heimrecht hatten, bot sich genau das, was den Fußball groß gemacht hat: Emotionen. Die Fans des Drittligisten 1860 München sowie der Regionalligisten SV Babelsberg und Preußen Münster verwandelten ihre ebenso alten wie traditionsreichen Fußballstadien in Hexenkessel.

Als der 36-jähriger Sascha Mölders gegen Schalke seine vollgepackte Giesinger Westkurve mit vollem Körpereinsatz anheizte oder nach einem Platzverweis zehn Münsteraner gegen Hertha BSC in ihren Fans lange den elften Mann fanden, flammte der alte Zauber des DFB-Pokals auf.

Anreize gegen den Zuschauerschwund setzen

Sicher, der Zuschauerschwund ist nicht nur unterklassigen Gegnern geschuldet. In der Bundesliga hatten zuletzt viele Teams Probleme, ihre Stadien voll zu bekommen. Teile der Fanszene boykottieren die 2G- oder 3G-Regelungen beim Einlass. Andere können oder wollen angesichts der Corona-Pandemie die teuren Ticketpreise nicht zahlen.

Umso dringlicher wäre es, diesem Trend entgegenzusteuern und Anreize zu bieten. Etwa durch eine Anpassung der Pokalauslosung mit automatischem Heimrecht für unterklassige Teams – auch für Zweitligisten. Damit im Pokal endlich wieder Pokalstimmung herrscht.

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