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München/Kaiserslautern - Die Vorbereitungen des 1. FC Kaiserslautern auf das Relegationshinspiel gegen Dynamo Dresden (am 20. Mai ab 19:30 Uhr in SAT.1 und im Stream auf ran.de) läuft alles andere als rund.

Nicht nur hat der FCK nach dem beeindruckenden wie wichtigen Sieg im Derby gegen den 1. FC Saarbrücken jedes der drei Spiele verloren, in Folge dessen musste auch noch Trainer Marco Antwerpen gehen.

Brehme: Geht um "Verein und Region"

"Es geht nicht um Personen und Einzelschicksale, es geht um den Erfolg des Vereins", sagte Sportdirektor Thomas Hengen zur Entlassung von Antwerpen.

Jenes Mantra müssen auch die Spieler der Lauterer verinnerlichen, meint zumindest FCK-Legende Andreas Brehme im Gespräch mit ran: "Jetzt sind die Spieler gefordert. Es gibt keine Ausreden mehr, sie müssen für den Verein und die gesamte Region Gas geben und den FCK in die Zweite Liga bringen", fordert der Siegtorschütze des WM-Finals 1990 und nimmt damit die Mannschaft in die Pflicht.

Die letzten Auftritte, die der deutsche Meister von 1998 selbst beobachtete, gefielen ihm gar nicht, gipfelnd im 0:2 in Köln. "Das letzte Spiel bei Viktoria Köln war der absolute Höhepunkt. Ich war selbst im Stadion und wie der FCK dort aufgetreten ist, geht wirklich gar nicht. Köln hat das Spiel hochverdient gewonnen", monierte Brehme.

"Ich bin wirklich sehr enttäuscht. Ich habe vor ein paar Wochen gemeinsam mit Hans-Peter Briegel den Auftritt der Mannschaft beim SV Wehen Wiesbaden am Fernseher verfolgt und schon dieser Auftritt war extrem ernüchternd", sah der ehemalige Weltklasse-Außenverteidiger das Unheil wohl kommen.

Verständnis für Trainerwechsel - Traum von Miro Klose

Für den Trainerwechsel zeigt der Weltmeister von 1990 Verständnis, betonte aber auch die kritische Frage, "ob das zu diesem Zeitpunkt das Richtige ist." Anstelle von Dirk Schuster, der die Nachfolge von Antwerpen antritt, hätte sich Brehme jedoch eine andere Personalie gewünscht: Miroslav Klose.

"Miro ist in Kaiserslautern immer noch eine Ikone, mit dieser Verpflichtung hätte man auch die Fans nochmal richtig hinter sich gebracht", so Brehme. Der 43-Jährige war zuletzt Co-Trainer von Hansi Flick beim FC Bayern, betonte jedoch, dass sein nächster Schritt ein Cheftrainerposten sein wird.

Dabei will der 63-Jährige den neuen Trainer keinesfalls schlecht reden. "Ich schätze auch Dirk Schuster sehr und wünsche ihm von Herzen, dass er den FCK in die Zweite Liga führt", so Brehme.

Wie FCK-Beirat Rainer Keßler jedoch im Fan-Portal "Der Betze brennt" betonte, war Miroslav Klose intern nie ein Thema: "Dieser Name stand nie zur Disposition", stellte er klar, genau so wie er den Zeitungsbericht des "Express", der den Stein ins Rollen brachte, als Ente abtat.

1. FC Kaiserslautern: Frisches Blut für das Relegationsduell

Dass die Lauterer es eigentlich deutlich besser können, zeigten sie fast eine ganze Saison lang. Nach dem 3:1 Derbysieg gegen Saarbrücken lobte FCS-Coach Uwe Koschinat den Gegner in den höchsten Tönen: "Die machen jeden Zweikampf zu ihrem Zweikampf", so Koschinat. In den Spielen seit dieser Aussage ist davon jedoch nicht viel zu sehen.

Im Gegensatz zu Klose ist Neu-Trainer Schuster unbefangen nach Kaiserslautern gekommen. Abgesehen von den 13 Spielen, die er als Spieler und Trainer gegen die Lauterer machte, hat der 54-Jährige Chemnitzer keine Vergangenheit auf dem Betzenberg. Das ist vermutlich auch das derzeit Beste für den Verein. "Ich bin als Spieler sehr ungerne hergefahren, weil ich wusste, dass es hier fast nie etwas zu holen gab", sagte Schuster auf seiner Antrittspressekonferenz.

Es wird der Geist von Fritz Walter sein, an den Schuster nun wieder appelliert. Und auch an die Fans, zumindest wenn es nach Andreas Brehme geht: "Das ist komplett irre, diese Fans sind wirklich erstligareif. Was die in Köln für eine Stimmung gemacht haben, verdient den aller größten Respekt. Das muss man definitiv so sagen", schwärmt er vom Betze-Anhang.

In einer schwierigen Phase sind die Fans des FCK das größte Faustpfand. Anstatt nach der enttäuschenden Niederlage in Köln zu pfeifen, taten die Fans alles um ihre Mannschaft noch einmal einzuschwören. Die positiv emotionale Schiene wird auch Schuster probieren. Eine eigene Spielidee wird er in etwas mehr als einer Woche kaum implementieren können.

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