Zwischen Rangnick und Ronaldo soll der Haussegen schief hängen - Bildquelle: 2022 imagoZwischen Rangnick und Ronaldo soll der Haussegen schief hängen © 2022 imago

München - Die Rückkehr von Cristiano Ronaldo zu seiner alten Liebe Manchester United sollte zum Triumphzug werden. Zwölf Jahre nach seinem Abschied wollte der 36-Jährige seiner einzigartigen Karriere die Kirsche an dem Ort aufsetzen, wo er einst zum Weltklassespieler aufgestiegen war.

Durch die anhaltende sportliche Talfahrt der "Red Devils" droht das Comeback-Projekt jedoch schon nach einem halben Jahr zum Missverständnis zu werden. Mit Platz sieben in der Premier League und vier Zählern Rückstand auf einen Champions-League-Platz liegt United weit hinter den eigenen Erwartungen zurück.

Der Trainerwechsel von Ole Gunnar Solskjaer zu Ralf Rangnick im Dezember brachte nicht den erwünschten Effekt. Ganz im Gegenteil.

Zwar war das 0:1 gegen die Wolverhampton Wanderers vergangene Woche die erste Niederlage unter Rangnick. Die Leistungen entsprachen aber schon bei den knappen Siegen gegen Norwich City und Newcastle United sicher nicht annähernd Ronaldos Vorstellungen.

Ronaldo "desillusioniert" und "besorgt"

Das größte Ärgernis für CR7 soll Interimscoach Rangnick sein. Wie ein namentlich nicht genannter Insider gegenüber der "Sun" verriet, sei der Superstar "desillusioniert" von der Taktik und Spielidee des Deutschen und sehr besorgt darüber, was bei United aktuell passiere.

Dabei läuft es für ihn selbst eigentlich rund. Mit 14 Treffern in 22 Pflichtspielen war Ronaldo für die Hälfte aller United-Tore verantwortlich.

"Er will unbedingt, dass sein Wechsel zu United ein Erfolg wird, aber er erkennt langsam, dass es mit der derzeitigen Aufstellung schwierig sein könnte, Trophäen zu gewinnen", wird der Insider zitiert.

Rangnick soll schon zu einer ähnlichen Erkenntnis gekommen sein. Aus dem Umfeld des 63-Jährigen ist zu hören, dass ihn vor allem die katastrophale Verfassung der Mannschaft schockiert habe. Seine als "Rock'n'Roll-Fußball" bekannt gewordene Spielphilosophie sei so überhaupt nicht umsetzbar.

Ronaldo lässt Berater zum Krisengespräch einfliegen

Ronaldo machte bereits in den vergangenen Wochen kein Geheimnis aus seiner Unzufriedenheit. So verschwand er mehrfach nach Abpfiff direkt in den Katakomben, ohne sich bei den Fans zu verabschieden, wie es eigentlich üblich ist. Sein Frustfoul im Ligaspiel gegen Newcastle, als er mit Gelb noch gut bedient war, spiegelte ebenfalls die aktuelle Laune des Portugiesen wider.

Längst scheint ein Abschied aus Old Trafford zum Saisonende trotz Vertrags bis 2023 kein Tabu mehr zu sein. "Nichts ist ausgeschlossen", bestätigte der Insider, weshalb Berater Jorge Mendes am Wochenende nach Manchester flog, um alle Möglichkeiten auszuloten.

Weiter wird die Quelle so zitiert: "Jorge hat ihn besucht, und sie haben sich darüber unterhalten, wie die Dinge laufen, welche Probleme sie sehen und welche Lösungen ist gibt."

Ronaldo stellt Bedingung für Verbleib

Wie der "Daily Star" berichtet, steht und fällt Ronaldos Verbleib mit dem nächsten Trainer, der Superstar soll ein Mitspracherecht fordern. Gegen eine Dauerlösung Rangnick habe sich der fünfmalige Champions-League-Sieger bereits deutlich positioniert.

Zwar war von Beginn an angedacht, dass Rangnick die "Red Devils" nur interimsmäßig bis zum Sommer betreut, ehe er dann einen zweijährigen Beraterjob antritt. Hätte seine Verpflichtung zu einer Leistungsexplosion der Mannschaft geführt, wäre ein Umdenken bei den ManUnited-Bossen aber durchaus denkbar gewesen.

Weil mit Anthony Martial, Jesse Lingard, Donny van de Beek, Dean Henderson, Eric Bailly und Juan Mata weitere Spieler Rangnick ablehnen sollen, hat sich diese Option vermutlich längst erledigt.

Pochettino, ten Hag und Rodgers mögliche Kandidaten

Doch wer kann United in der nächsten Saison befrieden? Aktuell sind PSG-Trainer Mauricio Pochettino, Ajax-Coach Erik ten Hag und Leicester-Trainer Brendan Rodgers als potenzielle Rangnick-Nachfolger im Gespräch.

Eine Entscheidung wird der neue Geschäftsführer Richard Arnold fällen, wenn er im Februar Ed Woodward ablöst. Klar ist aber auch: Will Manchester Ronaldo auch in der kommenden Saison halten, muss dieser bei der Trainerwahl ein gewichtiges Wörtchen mitreden.

Carolin Blüchel

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