Joshua Kimmich hatte gegen Frankreich nicht so viel Einfluss auf das Spiel. - Bildquelle: gettyJoshua Kimmich hatte gegen Frankreich nicht so viel Einfluss auf das Spiel. © getty

München - Es war eine bezeichnende Szene an diesem warmen Sommerabend in der Münchner Allianz Arena.

Die deutsche Mannschaft erkämpft sich etwa Mitte der ersten Halbzeit in der eigenen Hälfte den Ball, könnte Frankreich in diesem EM-Spiel der Gruppe F auskontern, doch was passiert - Ilkay Gündogan nimmt den Ball an und anstatt jetzt mit Vollgas auf die gegnerische Defensive zuzulaufen, dreht der Mann von Manchester City ab und verschleppt somit das Tempo.

Die gute Konter-Situation ist dahin.

Die bereits durchgestarteten Robin Gosens und Thomas Müller gestikulierten daraufhin wild mit ihren Armen und machten ihrem Unverständnis und Ärger mächtig somit Luft.

Nicht die einzige Situation, in der die zentralen Mittelfeldspieler Gündogan und Toni Kroos im deutschen Spiel die vermeintlich falschen Entscheidungen treffen.

Zu harmlos - keine echten Chancen

Auch wenn Kroos nach der 0:1-Pleite gegen die Franzosen am "ZDF"-Mikrofon sagt, die deutsche Mannschaft habe ein gutes Spiel gemacht und ordentliche Torchancen gehabt. Ganz so war das aber nicht. Und das lag vor allem am fehlenden Tempo, den Ideen und womöglich auch an den nicht vorhandenen Impulsen von Joshua Kimmich.

Der Bayern-Star durfte nämlich wie bereits erwartet nicht auf seiner Lieblingsposition im zentralen Mittelfeld ran, sondern musste gezwungenermaßen die ungeliebte rechte Abwehrseite unterstützen.

Eine Position, auf der Kimmich wahrlich verschenkt wird. Denn mit seinem Ehrgeiz, seiner Gier und vor allem seiner Spielintelligenz hätte er dem deutschen Spiel gegen Frankreich vor allem in der Offensive sicherlich ein bisschen mehr Verve verleihen können.

Das hat er beim FC Bayern schon oft genug bewiesen. Hinzu kommt, dass er auch noch ein durchaus torgefährlicher Spieler ist - wenn er aus der Zentrale kommt.

"Wir waren vorne zu harmlos und haben es nicht geschafft, klare Chancen herauszuspielen", sagte Kimmich dann auch konträr zu Kroos bei "Magenta TV" zur Frankreich-Pleite.

Kimmich auf rechts verschenkt

Gegen die Franzosen wirkte er auf seiner rechten Seite häufig wie ein Fremdkörper, wurde von seinen Mitspielern kaum gesucht und konnte sich somit auch nicht so in die Partie einbringen, wie er es vielleicht gerne getan hätte.

Das dürfe auch Löw nicht entgangen sein.

"Joshua hat bei uns schon so viele Positionen gespielt. Egal ob im zentralen Mittelfeld, als Rechts- oder Innenverteidiger. Das kann er alles problemlos spielen und dabei liefert er immer die gleiche Qualität ab. So ein bisschen wie Philipp Lahm früher", meinte der deutsche Bundestrainer noch vor dem Frankreich-Spiel.

Ein Trugschluss. Jedenfalls, wenn man sich das Spiel gegen den amtierenden Weltmeister anschaut.

Wird Löw umdenken?

Löw wollte mit aller Gewalt auf das Spiel der starken Franzosen reagieren und "opferte" dafür ein Stück weit seine eigene, vielleicht erfolgreichere Taktik.

Ohne Tempo, ohne Ideen und ohne Impulse aus dem Mittelfeld wird es auch gegen Portugal und Ungarn schwer.

Ob Löw umdenken wird? Kimmich würde es sicherlich begrüßen - und die deutsche Offensive auch.

Aus der Allianz Arena berichtet: Dominik Hechler

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