Der Abwehrchef und der Trainer: Leonardo Bonucci (l.) und Roberto Mancini. - Bildquelle: imago images/Gribaudi/ImagePhotoDer Abwehrchef und der Trainer: Leonardo Bonucci (l.) und Roberto Mancini. © imago images/Gribaudi/ImagePhoto

München - Die Bilder vom 9. Juli 2006 sind unvergessen. Italien hatte soeben die Weltmeisterschaft in Deutschland gewonnen. Fabio Cannavaro, Marco Materazzi, Gianluigi Buffon, Luca Toni, Francesco Totti und die anderen Helden der "Squadra Azzurra" tanzten ausgelassen mit dem goldenen Pokal im Konfettiregen des Berliner Olympiastadions.

Doch wie es oft nach großen Erfolgen ist, setzte nach dem Höhepunkt ein Abschwung im italienischen Fußball ein. Italien konnte bei den folgenden Turnieren den großen Erwartungen nicht mehr entsprechen. Als die Qualifikation zur Weltmeisterschaft in Russland 2018 verpasst wurde, war die stolze Fußballnation am Tiefpunkt angelangt.

Auch deshalb wurde Robert Mancini im Frühjahr 2018 ein erfahrener Trainer verpflichtet, der den vierfachen Weltmeister wieder in glanzvollere Zeiten führen sollte. Und die Aussichten sind nicht schlecht. Die Italiener, die am Freitag gegen die Türkei (21 Uhr im Liveticker auf ran.de) die EM eröffnen, gelten beim ersten Turnier Mancinis als Geheimfavorit.

Im ran-EM-Check haben wir Italien unter die Lupe genommen.

So lief die EM-Qualifikation:

Absolut perfekt. Zehn Siege in zehn Spielen, so lautete die Bilanz. Seit insgesamt 27 Spielen sind die Italiener nun unbesiegt, der letzte Test gegen EM-Teilnehmer Tschechien wurde glatt mit 4:0 gewonnen. Die letzte Niederlage datiert aus dem September 2018. Die große Frage ist, ob die Bezeichnung Geheimfavorit Mancinis Elf gerecht wird, oder ob man sie einfach nur als Favoriten bezeichnen sollte?

Das ist neu:

Catenaccio oder die Kunst, zu Null zu spielen - dafür ist Italien berühmt, defensiv steht das Team traditionell gut. Unter Mancini hat man aber auch die Lust an der Offensive entdeckt, wie nicht nur das bereits erwähnte 4:0 gegen Tschechien beweist. 37:4 Tore erzielte die Mannschaft in den zehn Spielen der Qualifikationsgruppe J, allerdings auch gegen nicht allzu starke Gegner wie Finnland, Griechenland, Bosnien und Herzegowina, Armenien und Liechtenstein. Mit Ciro Immobile und Lorenzo Insigne verfügen die Italiener über zwei Stürmer, die jederzeit für ein Tor gut sind und den Unterschied machen können.

EM 2021: Auf diese Spieler kommt es an:

Bei der WM endet eine Ära. Erstmals seit der WM 1998 wird Gianluigi Buffon nicht zum Kader der "Squadra Azzurra" gehören. In die Fußstapfen der Torwart-Legende tritt Gianluigi Donnarumma, der zwar erst 22 Jahre alt ist, aber im bereits im Alter von 16 Jahren im Kasten des AC Mailands stand. Donnarumma hat also nicht nur den gleichen Namen wie sein Vorbild, er hat auch die Klasse, um das Erbe Buffons anzutreten.

Neben den bereits erwähnten Immobile und Insigne ist natürlich auch Abwehrchef Leonardo Bonucci ein wichtiger Faktor.

Das macht Mut:

Fast schon traditionell trat Italien in den letzten Jahren und Jahrzehnten mit einem recht hohen Altersdurchschnitt an. Unter Mancini steht nun ein guter Mix aus erfahrenen und jungen Spielern auf dem Platz. Alessandro Bastoni ist erst 22 Jahre alt und verteidigt neben Bonucci, der 23-jährige Federico Chiesa macht Dampf auf den Flügeln. Der gleichaltrige Manuel Locatelli von US Sassuolo könnte eine der Entdeckungen der EM im defensiven Mittelfeld werden. Nicolo Barella ist mit 24 Jahren ebenfalls ein wichtiger Spieler im zentralen Mittelfeld.

Das bereitet Sorgen:

Italien verfügt über eine ausgeglichene Mannschaft, in der eigentlich jeder ersetzbar ist. Dass aber ausgerechnet Marco Veratti von Paris St. Germain mit einer Knieverletzung die ersten Spiele verpassen könnte, tut der "Squadra Azzurra" richtig weh.

Das sagt der Experte:

"Italien hat talentierte Spieler und sie haben sehr gute taktische Möglichkeiten. Sie sind in der Lage, auf verschiedene Arten zu spielen", erklärte Jose Mourinho in der "Sun": "Unter Robert haben sie etwas mehr Qualität im Angriff, aber sie haben ihren natürlich Spielstil nicht verloren und sie wissen, wie man Spiele gewinnt. Es ist schwer, einen Schwachpunkt zu finden. Ich sehe sie im Halbfinale."

EM 2021: So stehen Italiens Chancen auf den Titel:

Topfavorit sind die Italiener nicht. Aber Italien gehört zu einer Gruppe von Mannschaften, die gute Titelchancen haben, sollten Frankreich, Belgien oder England den Erwartungen nicht gerecht werden.

Christian Stüwe

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