Streitfall Kapitänsbinde? Manuel Neuers neue Armverzierung könnte für den DF... - Bildquelle: Getty ImagesStreitfall Kapitänsbinde? Manuel Neuers neue Armverzierung könnte für den DFB ein Nachspiel haben © Getty Images

München - Wirbel um die Kapitänsbinde in Regenbogenfarben von Deutschlands Torhüter Manuel Neuer.  

Nachdem die UEFA am Sonntag zunächst Ermittlungen angekündigt hat, weil das Utensil eine politische Botschaft enthalten soll, wurden Ermittlungen am Abend eingestellt. Wie der DFB mitteilte wertete der europäische Verband die Binde "als Zeichen der Mannschaft für Vielfalt". Daher werde es als "good cause" bewertet. 

UEFA wird in den sozialen Medien kritisiert

Seit dem letzten Testspiel vor Turnierbeginn gegen Lettland prangt an Neuers linkem Oberarm während der Partien keine Binde mehr mit den Farben der Deutschland-Flagge, sondern eine in Regenbogen-Optik. Als Zeichen für mehr Vielfalt und Toleranz. Denn hierbei handelt es sich um ein Symbol der LBGTI-Bewegung.

Nachdem die UEFA-Ermittlungen offiziell wurden, hatte sich in den sozialen Medien Widerstand gegen eine mögliche Bestrafung von Neuer oder dem deutschen Team formiert.

Die neue Binde war bei den Partien gegen Lettland (7:1) und Frankreich (0:1) in der Öffentlichkeit kaum thematisiert worden. Nach dem 4:2 über Portugal hatte sich jedoch ein AfD-Politiker via Twitter über die Regenbogen-Farben und deren Bedeutung echauffiert.

"UEFA muss daran denken, wen sie vertritt"

Der Juni ist für die LGBTI-Community ein besonderer Monat, denn dieser gilt als "Pride Month". Auch deshalb ist das Vorgehen der UEFA in den Augen von Christian Rudolph "ein fatales Zeichen".

Der Bundesvorstand des Lesben- und Schwulenverbandes in Deutschland fordert bei "ntv.de", als die Ermittlungen des Verbandes publik wurden: "Die UEFA muss auch daran denken, wen sie vertritt. Wie sollen die Sportler nun darüber denken? Wir bemühen uns um einen offenen Fußball. Und wir wollen in diesem Monat auch ein Signal an all die Sportler aus der LGBTI-Community setzen."

Neuer würde Binde wohl bei jedem Spiel im Juni tragen

Dabei spiele das Engagement von Neuer eine wichtige Rolle. Der Schlussmann der DFB-Auswahl wolle demnach den kompletten Juni über bei jedem Spiel die Regenbogen-Binde tragen.

Daher könnte nun auch der Plan des Münchner Stadtrats, am Mittwoch zum Spiel gegen Ungarn (ab 21 Uhr im Liveticker auf ran.de) die Außenfassade der Allianz Arena in Regenbogenfarben erstrahlen zu lassen, in die Tat umgesetzt werden. Über dieses Vorhaben hatte die "SZ" berichtet. Dies wäre ein prestigeträchtiger Zeitpunkt, da das ungarische Parlament unter dem streitbaren Staatschef Viktor Orban jüngst ein homophobes Gesetz verabschiedet hat.

 

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