Gehen künftig getrennte Wege: Großbritannien kehrt der EU den Rücken - Bildquelle: Getty ImagesGehen künftig getrennte Wege: Großbritannien kehrt der EU den Rücken © Getty Images

München - Bei der EM 2016 kämpfen in den kommenden Tagen mit England, Wales und Nordirland drei britische Nationen um den Einzug ins Viertelfinale. Aus der EU hat sich Großbritannien dagegen freiwillig verabschiedet.

Beim Referendum über den Austritt aus der Europäischen Union stimmten 51,9 Prozent für den Austritt. Das hat nicht nur politische und wirtschaftliche Folgen für den Kontinent. ran.de erklärt, was der Brexit für den Profifußball bedeutet:

Welche Folgen hat der Brexit für die Premier League?

Profis mit einem Pass eines EU-Landes müssen um ihre Arbeitserlaubnis bangen – das betrifft also auch deutsche Spieler. Diese werden künftig wie Nicht-EU-Ausländer behandelt. Für diese gilt seit 2015: Nur wer in den vergangenen zwei Jahren einen bestimmten Prozentsatz an Länderspielen bestritten hat, darf auf der Insel spielen. Der geforderte Anteil an Einsätzen im Nationaldress wird anhand der FIFA-Weltrangliste bemessen - je besser die Auswahl dasteht, desto weniger Einsätze sind nötig. Betroffen wären auch Stars wie Frankreichs Dimitri Payet von West Ham United, sein Landsmann N'Golo Kante von Leicester City oder auch dessen Teamkollege Robert Huth. Jürgen Klopp müsste beim FC Liverpool beispielsweise ohne Emtre Can und den Kroaten Dejan Lovren auskommen.

Wie viele Spieler aus der Premier League müssten um die Arbeitserlaubnis bangen?

Etwa 100 ausländische Profis aus Englands Eliteliga wären von dieser Regelung betroffen - dies haben der "Telegraph" und die "BBC" unabhängig voneinander errechnet. Ihre Angaben unterscheiden sich nur minimal. Rechnet man die zweitklassige Championship sowie die Scottish Premier League hinzu, müssten sogar weit mehr als 300 Spieler um ihre Zukunft in Großbritannien bangen.

Ab wann würde diese Regelung für bisherige EU-Ausländer greifen?

Das ist noch völlig offen. Bis Großbritannien die EU wirklich verlassen wird, gehen laut Experten noch zwei bis vier Jahre ins Land. Aktuellen Transfers der britischen Klubs dürfte damit nichts im Weg stehen. Das gilt auch für den Wechsel von Ilkay Gündogan zu Manchester City - der aktuell verletzte Nationalspieler hat seit Sommer 2014 ohnehin fünf von zwölf DFB-Länderspielen bestritten und damit die erforderliche Quote von 30 Prozent überschritten bzw. erfüllt.

Ändert die Premier League die Ausländer-Regelung, um die Stars auch langfristig zu halten?

Davon ist auszugehen. Wahrscheinlich wird das Innenministerium die Hürden zur Erteilung der Arbeitserlaubnis wieder herabsenken. Dies würde dann aber allen ausländischen Arbeitnehmern in Großbritannien zu Gute kommen. Eine "Extra-Wurst" für Fußballer kann es Juristen zufolge nicht geben.

Wie sieht die Situation für britische Fußballer in der Bundesliga aus?

Seit der Saison 2006/2007 dürfen deutsche Klubs in der ersten und zweiten Liga unbegrenzt auf ausländische Spieler zurückgreifen. Damals fiel die Limitierung der Nicht-UEFA-Ausländer. In der vergangenen Spielzeit wurde in den beiden höchsten deutschen Spielklassen aber ohnehin kein britischer Spieler eingesetzt.

Könnten europäische Top-Klubs ein Problem bekommen?

Ja, denn etwa in Spanien sind die Vereine einer strikten Ausländer-Regel unterworfen. In der Primera Division dürfen nur drei Spieler aus Nicht-EU-Staaten unter Vertrag stehen. Das könnte Real Madrid zum Verhängnis werden. Der Kader des Champions-League-Sieger würde dem Waliser Gareth Bale, James Rodriguez aus Kolumbien sowie den Brasilianern Danilo und Casemiro künftig über ein Quartett verfügen, dass außerhalb des Staatenbundes beheimatet ist.

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