Der entscheidende Mann für Deutschland? Kai Havertz - Bildquelle: ImagoDer entscheidende Mann für Deutschland? Kai Havertz © Imago

München/Herzogenaurach - Das Auftaktspiel der deutschen Mannschaft gegen Frankreich (Dienstag ab 21 Uhr LIVE im Ticker) rückt immer näher, momentan bereitet sich das DFB-Team noch im EM-Quartier im fränkischen Herzogenaurach auf die Partie vor.

Auch wenn die Stimmung im Vergleich zu früheren Turnieren nicht die beste ist, das überzeugende 7:1 der Mannschaft im letzten Test gegen Lettland sorgte etwas für Aufbruchstimmung, auch intern. Einer der großen Profiteure dieser Partie war Chelsea-Akteur Kai Havertz.

Und das, obwohl sich die Saison des ehemaligen Leverkuseners anbahnte, zu einer persönlichen Enttäuschung zu werden. In den vergangenen Wochen und Monaten blühte Havertz jedoch auf, im Halbfinale der Champions League gegen Real Madrid (3:1 nach Hin- und Rückspiel) war er bereits einer der Besten bei den Blues, getoppt wurde diese Leistung nur vom Finale.

Auf einmal unverzichtbar?

Rückblick auf den 29. Mai, 20:41 Uhr Ortszeit in Porto. Mason Mount schickt Havertz im Champions-League-Finale gegen Manchester City auf die Reise, dieser legt den Ball vorbei an Torwart Ederson und der schiebt zum 1:0 ein. Der goldene Treffer an diesem Abend.

"Das ist der Traum eines jeden Fußballers", sagte Oliver Bierhoff im Nachgang auf "dfb.de" über den gebürtigen Aachener. Joachim Löw sprach sogar von "einer märchenhaften Geschichte". Der Bundestrainer fügte an: "Dieser großartige Erfolg wird unsere Nationalspieler noch einmal stärken auf unserem gemeinsamen Weg durch die unmittelbar bevorstehende Europameisterschaft."

Dass Havertz in der Tat gestärkt und voller Selbstbewusstsein zum Team stieß, bewies er im letzten Vorbereitungsspiel gegen Lettland. Der gerade erst 22 Jahre alt gewordene Offensivmann wirbelte ein ums andere Mal durch und über die lettische Abwehr, an jedem der ersten vier Tore war Havertz mehr oder weniger beteiligt. Er fehlte seinem Team beim eher müden 1:1 gegen Dänemark merklich.

Der X-Faktor gegen Frankreich

Natürlich war das lediglich Lettland und nicht Frankreich. Dennoch hat jenes Lettland seit beinahe 100 Jahren keine höhere Niederlage mehr kassiert, das gehört auch zur Wahrheit. Gegen jenes Frankreich könnte Havertz trotzdem die Trumpfkarte des DFB-Teams werden.

Nicht nur kennt der ehemalige Leverkusener das System der Dreierkette, mit welchem Joachim Löw plant, dank Thomas Tuchel aus dem Effeff, Gleiches gilt für einen der besten Franzosen: N'Golo Kante.

Ohne Zweifel und völlig zurecht genießt Kante einen großartigen Ruf im Weltfußball, er kann nahezu jeden Raum im Mittelfeld zu schließen. Doch wem könnte es besser gelingen, die vorhandenen Räume zu finden, als einem Vereinskameraden, der jeden Tag im Training mit oder gegen ihn spielt?

Zudem ist Havertz für die gegnerische Defensive ohnehin schwer zu greifen. Beim 1:0 gegen Lettland bereitete er den Debüttreffer von Robin Gosens von links vor, das Eigentor zum 4:0 erzwang er über rechts. Der Mann von Chelsea kriegt von Joachim Löw die gleichen Freiheiten, die ihm Thomas Tuchel in London gewährt. Auch deshalb ist er so bestechend in Form und auch deshalb war er beim angesprochenen Siegtor im Champions-League-Finale so frei.

Müller oder Havertz? Beide!

Oft wurde in den vergangenen Tagen und Wochen gemutmaßt, ob Havertz nach der Rückkehr von Thomas Müller in die Nationalelf aus der Startelf weichen müsste. Gegen Lettland zeigten die Beiden, dass sie auch zusammen prima harmonieren.

Müller, oder auch "der Raumdeuter", spielt ähnlich wie Havertz - wenn auch etwas unkonventioneller was Ballführung und Technik angeht. Zudem sind sich beide nicht zu Schade, nach hinten zu arbeiten, was gerade gegen Frankreich wichtig sein wird. Je mehr unbekannte Variablen man einer extrem starken französischen Elf gibt, desto schwieriger wird es, die zu verteidigen.

Gerade Havertz hat in den vergangenen Wochen gezeigt, dass er viel besser in der Ballbehauptung geworden ist. Zusammen mit dem nominellen rechten Außenverteidiger Joshua Kimmich, den es naturgemäß immer wieder ins Zentrum ziehen wird, bietet diese Formation große taktische Variabilität für Bundestrainer Löw.

Parallelen zur Zeit bei Chelsea

In gewissem Maße hat Havertz' bisherige Laufbahn bei der deutschen Nationalmannschaft einige Parallelen zu seiner Zeit bei Chelsea.

Zu Beginn tat sich der 22-Jährige schwer, nicht nur ist die Nationalmannschaft wie Chelsea ein ganz neues und höheres Niveau, Havertz hatte auch mit vielen Verletzungen und Ausfällen zu kämpfen, darunter eine Covid-19-Infektion, die ihn zurückwarf.

Mittlerweile ist Havertz jedoch sowohl im Klub als auch für sein Land eine feste Größe, die den Unterschied machen kann. Für Chelsea hat der gebürtige Aachener bereits ein Finale entschieden, gleiches wird er sich bei der Nationalelf auch vorgenommen haben. Vielleicht ja schon bei dieser EURO...

Kai Esser

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