Am Dienstag trifft die Deutsche U21-Nationalmannschaft auf Belgien. - Bildquelle: imago images/Beautiful SportsAm Dienstag trifft die Deutsche U21-Nationalmannschaft auf Belgien. © imago images/Beautiful Sports

München/Wiesbaden - Die deutsche U21-Nationalmannschaft hat nach zehnmonatiger Pause die EM-Qualifikation erfolgreich fortgesetzt. Das Team von U21-Bundestrainer Stefan Kuntz besiegte Moldau in Wiesbaden mit 4:1 und fährt nun zum Top-Spiel der U21-EM-Quali-Gruppe in Belgien (Dienstag, ab 15:30 Uhr live auf ProSieben MAXX und ran.de).

Doch was ist von dem insgesamt glanzlosen Erfolg gegen Moldau hängen geblieben? Wer konnte überzeugen und wo gibt es vielleicht doch noch Verbesserungsbedarf? ran.de wirft einen Blick auf die fünf Lehren aus dem ersten EM-Qualifikationsspiel des Jahres.

Lehre 1: Die Neulinge zeigen sich und machen Druck 

U21-Bundestrainer Stefan Kuntz nominierte gegen Moldau insgesamt sechs Neulinge – mit Top-Talent Florian Wirtz wären es sogar sieben gewesen, doch die DFB-Junioren verzichteten dann doch kurzfristig nach Rücksprache mit dessen Klub Bayer Leverkusen auf den 17-Jährigen, der mit der Werkself erst in die Vorbereitung gestartet ist.

Aber man kann sicher sein, dass Wirtz bei der nächsten Länderspielpause wieder von Kuntz nominiert und dann wohl auch sein Debüt in der deutschen U21 feiern wird. All das zeigt: Selbst erfahrene Spieler wie Johannes Eggestein – gegen Belgien vor der Corona-Pause noch Kapitän – können sich ihrer Sache nicht sicher sein.

Bei Kuntz gilt das Leistungsprinzip – ergo musste Eggestein dieses Mal zu Hause bleiben und Spieler wie Florian Krüger von Erzgebirge Aue oder Jonathan Burkardt vom 1. FSV Mainz 05 wurden mit der Nominierung für ihre Leistungen in den vergangenen Monaten belohnt. Die „zweite Reihe“ macht also Druck – das ist leistungsfördernd. Kuntz gefällt das.

Lehre 2: Mannschaft profitiert von Bundesliga-Erfahrung

Mit Lennart Grill (Bayer Leverkusen), Ridle Baku (Mainz 05), Amos Pieper (Arminia Bielefeld), Nico Schlotterback (Union Berlin), Ismail Jakobs (1. FC Köln), Arne Maier (Hertha BSC), Dennis Geiger (1899 Hoffenheim) und Salih Özcan (1. FC Köln) standen gegen Moldau gleich acht Spieler in der Startelf, die allesamt im Kader eines Bundesligisten für die Saison 2020/2021 stehen – und zum Teil in der vergangenen Saison schon regelmäßig Einsatzzeiten bekommen haben.

Hinzu kommt Lukas Nmecha, der ab sofort für den belgischen Erstligisten RSC Anderlecht auf Torejagd geht und Robin Hack, der angeblich vor einem Wechsel zum 1. FC Köln stehen soll. Nicht zu vergessen Mergim Berisha, der bei RB Salzburg unter Vertrag steht.

Zum Vergleich: Beim letzten U21-Länderspiel, dem EM-Quali-Spiel gegen Belgien im November 2019 in Freiburg, bestand die Startformation von Kuntz noch aus vier Zweitliga-Profis und diversen Ergänzungsspielern von Bundesligisten.

Eine tolle Entwicklung, die in die richtige Richtung geht. Gegen Moldau war davon nur leider noch zu wenig zu sehen – hier ist die Kuntz-Elf gegen Belgien gefordert.

Lehre 3: Der Abwehrverbund steht

Die Viererkette Ridle Baku, Amos Pieper, Nico Schlotterback und Ismail Jakobs machte gegen Moldau – wenn auch kaum wirklich geprüft – einen durchaus überzeugenden Job und dürfte in dieser Zusammensetzung bei Kuntz auch in Zukunft eine Rolle spielen. Vor allem Pieper und Baku machten ein gutes, engagiertes Spiel.

Schlotterbeck agierte ebenfalls fehlerfrei und Jakobs fing sich nach anfänglichen Schwierigkeiten mit zunehmender Spieldauer immer mehr. Die "fantastischen Vier" für die deutsche U21-Defensive scheinen gefunden.

Lehre 4: Auch auf die Joker ist Verlass

Josha Vagnoman und Florian Krüger stehen nach ihrer Einwechselung gegen Moldau noch keine Minute gemeinsam auf dem Platz, sorgen aber gemeinsam mit ihrer jeweils ersten Ballberührung für das zwischenzeitliche 4:0. Vagnoman passt in die Strafraum-Mitte von Moldau und Krüger vollendet eiskalt.

Gut zu wissen für U21-Bundestrainer Kuntz, dass er sich auf seine Bank-Spieler verlassen kann.

Lehre 5: Gegen Moldau fehlen oftmals Tempo, Genauigkeit und Torgefahr

Die deutsche U21 ist gegen Moldau die klar bessere und in allen Belangen überlegene Mannschaft, gewinnt die Partie am Ende – wenn auch glanzlos – auch deutlich mit 4:1. Aber: Nachdem die Kuntz-Elf extrem agil und temporeich beginnt, lässt sie mehr und mehr nach, spielt auf einmal unsauber, ohne Tempo und erspielt sich so auch lange Zeit kaum noch wirklich gute Tormöglichkeiten.

Das ist – bei allem Respekt vor tapfer kämpfenden Moldauern – kein gutes Zeichen und muss vor allem im Hinblick auf das Belgien-Spiel dringend besser werden.

Dominik Hechler

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