Ferrari im Fadenkreuz der Formel 1 - im ran-Interview äußert sich Timo Glock... - Bildquelle: Getty / ImagoFerrari im Fadenkreuz der Formel 1 - im ran-Interview äußert sich Timo Glock deutlich zu den Betrugsvorwürfen. © Getty / Imago

München - Der Formel 1 blüht ein waschechter Skandal. Ferrari wird vorgeworfen, in der abgelaufenen Saison betrogen zu haben. Aber auch die FIA steht in keinem guten Licht, da der Eindruck entsteht, der Verband würde versuchen, die Geschichte unter den Teppich zu kehren.

Der aktuelle DTM-Fahrer und ehemalige Formel 1-Pilot Timo Glock äußert sich hier im ersten von drei Teilen des Interviews mit ran.de zu der Thematik.

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Teil 1/3 des Glock-Interviews mit ran.de: "Ferrarigate" und mögliche Konsequenzen

ran.de: Die Formel 1 steht kurz vor der neuen Saison und es gibt bereits einen sich anbahnenden Skandal. Sieben von zehn Formel 1-Teams haben ein von Mercedes formuliertes Statement unterschrieben, in dem die Offenlegung der FIA-Untersuchungen bezüglich des angeblich illegalen Ferrari-Motors gefordert wird. Ansonsten behalten sich die Teams weitere rechtliche Schritte vor. Wie haben Sie die Thematik verfolgt, Herr Glock?

Timo Glock: Dass Ferrari womöglich schummelt, hat sich in der vergangenen Saison bereits etwas angedeutet. Da haben die anderen Teams ja Untersuchungen am Motor gefordert, Ferrari wurde plötzlich langsamer, Max Verstappen hat öffentlich den Betrug vorgeworfen und im letzten Saisonrennen in Abu Dhabi gab es Stress bezüglich des Benzins im Wagen von Charles Leclerc. Also war da wohl schon die Maschinerie im Gange. Aus FIA-Sicht ist es natürlich sehr unglücklich, dass die Untersuchungen so lange dauerten und erst kurz vor der neuen Saison auf diese Art veröffentlicht werden. Vielleicht … (überlegt) war da auch etwas Taktik bei.

ran.de: Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff nannte die Vorgehensweise eine "Riesensauerei", einerseits von Ferrari, anderseits aber auch von der FIA. Nehmen wir an, Ferrari hat wirklich die Saison über mit einem illegalen Auto betrogen. Wie müsste in dem Fall die Strafe aussehen?

Glock: Meines Erachtens reicht da keine Geldstrafe mehr. Jeder, der im Sport oder in einem Wettbewerb nicht nach den Regeln spielt und bewusst manipuliert, gehört aus dem Rennen genommen und gehört ganz klar disqualifiziert. Da gibt es für mich auch keine zwei Meinungen.

ran.de: Ferrari-Teamchef Mattia Binotto steht bei den Fans ohnehin schon in der Kritik. Jetzt noch "Ferrarigate" und Betrugsvorwürfe. Glauben Sie, er hat dieses Amt zum Ende der Saison noch inne?

Glock: Ferrari muss dann reagieren! Und so wie es in dem Geschäft läuft, muss derjenige, der die Verantwortung trägt, seinen Hut nehmen und gehen. Weil er wusste genau, was da vor sich geht und muss dann auch mit den Konsequenzen leben, wenn sowas auffliegt.

ran.de: Sebastian Vettel und Charles Leclerc werden mit den Vorwürfen medial auch konfrontiert. Wie gehen die Ferrari-Fahrer in so einer Situation mit dem Thema um?

Glock: Sie sollten sich auf das Wesentliche konzentrieren und versuchen, so schnell wie möglich Auto zu fahren. Das würde ich zumindest machen. Die Fahrer sind ja nicht diejenigen, die das Fahrzeug konstruieren. Die sind dem Thema jetzt einfach ausgeliefert.

Das Interview führte Mike Stiefelhagen

Teil II: Lesen sie hier im zweiten Teil des ran-Interviews: Die große F1-Prognose von Timo Glock - wie sieht Vettels Zukunft aus, wer wird überraschen, wer wird enttäuschen, wer ist Favorit und war das Hülkenberg-Aus berechtigt? 

Teil III: Lesen sie später hier im dritten Teil des ran-Interviews: Timo Glock vor dem DTM-Saisonstart - wie ist sein Verhältnis zu Kubica, wie sieht sein Saisonziel aus und wen wünscht er sich mal als DTM-Fahrer? 

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