Christian Danner sieht die Schuld bei Max Verstappen. - Bildquelle: Imago ImagesChristian Danner sieht die Schuld bei Max Verstappen. © Imago Images

Monza/München - Es war wieder einmal eines dieser spektakulären Rennen. Der Grand Prix in Monza hatte alles, was das Formel-1-Herz begehrt. Nach einem sensationellen Doppelsieg durfte am Ende vor allem das McLaren-Team jubeln. 

Doch im Zentrum stand einmal mehr das Duell zwischen den Meisterschaftskandidaten Max Verstappen (Red Bull) und Lewis Hamilton (Mercedes). Nach einem Crash in der Variante del Rettifilo war das Rennen für beide in der 26. Runde beendet. Der Niederländer kassierte nachträglich eine Strafe und wird in Russland um drei Startplätze nach hinten versetzt. 

Wer trägt die Schuld? Wie geht es weiter? Im exklusiven Interview vertritt ran racing-Experte Christian Danner eine klare Meinung und erklärt, warum die Strafe gegen Verstappen gerechtfertigt ist. 

ran: Herr Danner, Sie haben das gesamte Rennwochenende in Monza detailliert begleitet. Wie haben Sie dieses spezielle Rennen erlebt? 

Christian Danner: Es war unter dem Strich einfach ein tolles Rennen mit einem tollen Ausgang. Alleine die Tatsache, dass sich Daniel Ricciardo überhaupt nicht von der ganzen Dramatik hinter ihm hat beeinflussen lassen, war bemerkenswert. Er ist einfach vorne geblieben und hat sein Rennen gefahren. Das hat mich sehr begeistert.

ran: Dennoch spricht die Motorsport-Welt vor allem über den Crash zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton. Wer trägt Ihrer Meinung nach die Schuld? 

Danner: Für mich ganz klar Verstappen. Hamilton hatte die Nase eindeutig vorn und Verstappen hat irgendwie probiert dagegenzuhalten. Das ist schief gegangen und damit ist der Fall für mich relativ klar.

ran: Also kein Rennunfall?

Danner: Nein, ein Rennunfall ist für mich etwas anderes. Man muss sich auch nur mal das Urteil der Stewards genau durchlesen. Da ist es nämlich logisch und detailliert erklärt. Da sitzen Leute mit sehr viel Sachverstand, die jeden noch so kleinen Lenkwinkel einsehen können. Und deshalb wurde zu Recht so entschieden. 

ran: Mercedes-Sportchef Toto Wolff sprach im Nachhinein von "taktischen Fouls". War bei Verstappen vielleicht auch etwas Absicht dabei? 

Danner: Das finde ich dann doch etwas weit hergeholt. Jeder interpretiert natürlich gerne etwas hinein. Dass sich nach dem Rennen Mercedes und Red Bull hinstellen und dem jeweils anderen die Schuld geben, ist normal und gehört auch irgendwo zur psychologischen Kriegsführung dazu. 

ran: Es ist nach Silverstone schon der zweite Crash der beiden Titelanwärter. Müssen beide mehr aufpassen?

Danner: Das ist natürlich leichter gesagt als getan. Nach Silverstone hatte man die Hoffnung, dass es nicht wieder passiert. Diese Hoffnung wurde in Monza nun zunichtegemacht. Es war aber wichtig, dass nun ein Schuldiger definiert wurde. 

ran: Quasi um ein Zeichen zu setzen? 

Danner: Na ja, die Strafe ist und bleibt gerechtfertigt. Das ist eine Standard-Strafe, die bei solch einem Vergehen dann angewandt wird. Aber klar, die Sportbehörde entscheidet, wie gefahren wird, und daran müssen sich die Fahrer orientieren. Es ist wie im Fußball: Wenn du drei Fouls hintereinander machst, kommt auch irgendwann der Schiedsrichter und gibt dir eine Karte. 

Das Interview führte Timo Nicklaus 

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