Mick Schumacher. - Bildquelle: imago images/Motorsport ImagesMick Schumacher. © imago images/Motorsport Images

München – Der Plan war bislang immer der gleiche. Klar abgesteckt, ausgetüftelt und stringent. Und bislang ging er auch immer auf.

Für Mick Schumacher war das erste Jahr in jeder Rennserie ein Lernjahr. Ob nun Formel 4, Formel 3 oder Formel 2 – der Sohn von Rekord-Weltmeister Michael Schumacher fasste in seiner ersten Saison in den Nachwuchsklassen Fuß, fuchste sich in die neuen Herausforderungen rein und setzte erste Duftmarken.

Ohne den ganz großen Druck. Schritt für Schritt.

Mit dem Ziel, in Saison 2 dann zu liefern. Das funktionierte nahezu perfekt. Er ließ in der Formel 4 den Vizetitel folgen, in Formel 3 und 2 sogar den Titel. Starke zweite Jahre als Türöffner also.

Das Zauberwort lautet Ferrari

Wirklich geändert hat sich das nach seinem Aufstieg in die Formel 1 nicht, auch wenn er in der Königsklasse bei seinem Haas-Team ganz kleine sportliche Brötchen backen muss. Schumacher wurde jetzt in Sotschi für eine weitere Saison bei Haas bestätigt, mit der Hoffnungen auf die nächsten Schritte.

Ferrari lautet das Zauberwort. 

Angesichts der Vergangenheit seines Vaters in Maranello hoffen nicht nur Schumacher-Fans auf eine Fortsetzung der Geschichte. "Was in der Zukunft passiert, wird sich mit der Zeit zeigen", hält Schumacher den Ball flach, auch wenn er weiterhin Mitglied der Nachwuchs-Akademie der Scuderia ist. "Die Beziehung zu Ferrari ist immer noch da und sehr stark", sagte Schumacher. 

Seit 2019 wird er von den Italienern gefördert. Nicht, weil Mick mit Nachnamen Schumacher heißt oder Ferrari einen Formel-1-Fahrer ausbilden will, sondern einen Fahrer, der mal für Ferrari fahren soll. Heißt: Der Traum lebt. Interessante Konstellation: Schumacher soll sich bis Ende 2022 an Haas gebunden haben, so lange soll auch der Vertrag von Carlos Sainz bei Ferrari laufen.

"Wir sind sehr zuversichtlich, dass er sich noch weiter verbessern wird", sagte Ferrari-Renndirektor Laurent Mekies: "In seiner ersten Saison in der Formel 1 hat Mick die Qualitäten und Eigenschaften bestätigt, die ihn schon früher in seiner Karriere ausgemacht haben."

Eine starke Arbeitseinstellung zum Beispiel, dazu auch der Wunsch, alles zu lernen und zu verstehen.

Damit konnte Schumacher tatsächlich punkten, und eine positive Entwicklung ist auch zu erkennen, bei einem unterlegenen Rennstall sind es in erster Linie andere Ebenen als ein Kampf um Podiumsplätze, also gute Ergebnisse, also nicht immer die offensichtlichen Dinge. Das Problem: Ihm fehlen die Gegner, die Duelle, um das Profil auf der Strecke weiter zu schärfen.

Duell mit Nikita Mazepin nicht genug

Das Duell mit seinem Teamkollegen Nikita Mazepin ist zwar beinhart, von der Intensität her nicht weniger brisant als der Titelkampf, auf Dauer aber nicht genug. Vor allem auch deshalb nicht, weil Schumacher den Russen zum Großteil im Griff hat und Mazepin sich oft nur mit der Brechstange oder Fouls zu wehren weiß. Das Positive: Mit schmutzigen Spielchen weiß Schumacher inzwischen umzugehen.

Die Hoffnung: Haas setzt auf das neue Reglement und das neue Auto 2022, durch das der Rennstall endlich wieder im Mittelfeld mitkämpfen will. Für Schumacher würde das bedeuten, dass er endlich mehr Gegner als nur seinen Teamkollegen bekommt.

"Ich glaube, das wird in vielerlei Hinsicht hochgekocht", sagte Schumacher zur Rivalität mit dem Russen: "Wir fahren ja Rennen. Solange wir uns verstehen und zusammen arbeiten, bringt es dem Team was - und gerade arbeiten wir zusammen. Das wird wichtig sein für das Team im nächsten Jahr, damit wir konstant im Mittelfeld fahren können."

Schumacher ist optimistisch: "Mit dem neuen Reglement, unseren Ambitionen und der Unterstützung durch Ferrari glaube ich natürlich, dass wir näher an das Feld heranrücken", sagt Schumacher. Im ersten Jahr sei ein "sehr gutes Fundament gebaut" worden, dieses gelte es nun zu nutzen. 

Die Entwicklung des aktuellen Autos wurde längst gestoppt, die Konzentration gilt dem neuen Boliden. "All das Geld, das wir in diesem Jahr gespart haben, haben wir ins kommende gesteckt", erklärt Schumacher, "ich hoffe, dass uns das gleich zu Beginn einen kleinen Vorsprung gibt vor unserer direkten Konkurrenz."

Umfeld bleibt schwierig

Trotzdem bleibt Haas ein kompliziertes Umfeld, mit einem schwierigen und unberechenbaren Teamkollegen und Teamchef Günther Steiner, der sich in Sachen Diplomatie auch nicht mit Ruhm bekleckert hat. Hinzu kommt der automatische Druck, in Saison 2 noch mehr liefern zu müssen.

Was Mut macht: Dass Schumachers Pläne bislang immer aufgegangen sind.

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