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American Football

ELF: CEO Zeljko Karajica nach turbulenten Wochen im Interview: "Die Saison 2026 wird wie geplant stattfinden"

  • Veröffentlicht: 11.02.2026
  • 14:45 Uhr
  • Christian Koch

Nach dem Abschied diverser Teams steht die ELF vor einer ungewissen Zukunft. CEO Zeljko Karajica ist davon überzeugt, dass der Spielbetrieb wie geplant aufrecht erhalten werden kann. Im Interview mit ran gibt er einen Überblick über den aktuellen Stand.

Das Interview führte Christian Koch

Fünf Spielzeiten hat die European League of Football (ELF) absolviert und sich als kontinentale Liga für American Football etabliert. Zuletzt schrieb sie jedoch viele Schlagzeilen abseits des Rasens.

Mehrere Teams schlossen sich der European Football Association (EFA) an, die nach einer zwischenzeitlich geplanten Kooperation nun mit einer eigenen Liga an den Start gehen will. Dazu bildete sich die American Football Liga Europe (AFLE) ebenfalls mit einstigen ELF-Franchises oder -Standorten.

Zuletzt sagten die Helvetic Mercenaries ihre Teilnahme an der ELF-Saison ab, die EFA bestätigte die Munich Ravens als Zugang. Die ELF wandte sich ihrerseits an das Amtsgericht Hamburg, um einen Antrag auf Durchführung eines vorläufigen Eigenverwaltungsverfahrens zu stellen.

Der Spielbetrieb soll auch in diesem Jahr aufrechterhalten werden. Das betont ELF-CEO Zeljko Karajica im ran-Interview noch einmal. Darin spricht er über die weiteren Pläne, die Situation mit den Konkurrenzligen und den Grund, warum er entgegen voriger Planungen nach wie vor an der Spitze steht.

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ELF-Boss Karajica: "Spielplan wird bis Ende Februar veröffentlicht"

ran: Wie ist der aktuelle Stand bei der ELF? Was sind die Ziele und Möglichkeiten mit der Insolvenz in Eigenverwaltung?

Zeljko Karajica: "Wir nutzen das vorläufige Eigenverwaltungsverfahren bewusst als strategisches Instrument. Es ermöglicht uns, notwendige Veränderungen in einem rechtlich geschützten Rahmen selbstbestimmt umzusetzen, während der Geschäfts- und Spielbetrieb vollständig weiterläuft. Auch die Löhne und Gehälter unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind durch das Insolvenzgeld abgesichert. Unser Ziel ist es, die Liga wirtschaftlich zu stärken, Investoren einzubinden und den europäischen Football nachhaltig weiterzuentwickeln."

ran: Warum konnte vor Weihnachten mit Ingo Schiller das Ruder nicht wie erhofft rumgerissen werden?

Karajica: "Ausschlaggebender Punkt war, dass geplante Kapitalmaßnahmen nicht wie vorgesehen umgesetzt werden konnten. Dadurch fehlte uns die finanzielle Grundlage für einige der vorgesehenen Schritte. Die Herausforderungen lagen somit nicht in der operativen Führung, sondern in der Finanzierung. Genau dafür bietet uns das Eigenverwaltungsverfahren nun den notwendigen strukturellen Rahmen."

ran: Angesichts der aktuellen Lage, wie wahrscheinlich ist eine ELF-Saison 2026? Welche Möglichkeiten gibt es?

Karajica: "Die Saison 2026 wird wie geplant stattfinden. Unser Spielbetrieb läuft weiter, die sportliche Planung ist in vollem Gange und wir veröffentlichen den Spielplan wie angekündigt bis Ende Februar. Das Verfahren dient gerade dazu, diese Kontinuität zu sichern und die Liga für die kommenden Jahre wirtschaftlich stabil aufzustellen."

ran: Mit den Vienna Vikings und Rhein Fire sind zwei sportliche Schwergewichte definitiv nicht mehr dabei. Der amtierende Champion Stuttgart ist insolvent. Das Team mit dem aktuell stärksten Kader, die Munich Ravens, will ebenfalls nicht in der ELF spielen. Was ist die ELF 2026 sportlich wert?

Karajica: "Der Markt ist in Bewegung, was zeigt, wie stark sich Football in Europa entwickelt. Gleichzeitig nehmen wir unsere vertraglichen Verantwortungen und Pflichten sehr ernst und messen unsere Partner an den gleichen Maßstäben. Mannschaften, zu denen vertragliche Beziehungen bestehen, werden auch im kommenden Spielplan eingeplant. Das schafft Stabilität für Fans, Sponsoren und Medien. Wir stehen für Professionalität, Verlässlichkeit und ein nachhaltiges Ligasystem, das sportlich weiterhin attraktiv bleibt."

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Karajica: "Einige EFA-Teams haben gültige Verträge mit der ELF"

ran: Wie sehen Sie die AFLE oder die EFA-Liga - gibt es überhaupt Platz für zwei europäische Ligen?

Karajica: "Grundsätzlich zeigt jede neue Entwicklung, dass der Sport wächst. Gleichzeitig gilt: Fragmentierung schwächt am Ende alle Beteiligten. Die ELF setzt auf klare Regeln, Verbindlichkeit und ein professionelles Ligasystem. Einige Teams der EFA haben gültige Verträge mit der ELF und wir legen großen Wert darauf, Verpflichtungen aus diesen Strukturen zu erfüllen und Differenzen konstruktiv zu lösen. Wir messen alle Partner an ihrer Verantwortung innerhalb dieser gemeinsamen Strukturen, und die vertraglichen Bindungen gelten selbstverständlich weiter."

ran: Die ELF hatte fünf Jahre, in denen einiges aufgebaut wurde. Warum hat es am Ende nicht gepasst? Wie lange braucht die Liga wieder, um auf das 2025er-Niveau zu kommen?

Karajica: "Wir haben in den vergangenen fünf Jahren enorme Reichweite, Strukturen und Markenbekanntheit aufgebaut. Das Verfahren ist ein konsequenter Schritt auf diesem Weg und hilft uns dabei, uns weiter zu professionalisieren: Es gibt uns die rechtlichen Werkzeuge an die Hand, die eine schnelle und durchsetzungsstarke Neuaufstellung der vorhandenen Strukturen ermöglichen."

ran: Geht es ohne Unterstützung der NFL überhaupt, eine semiprofessionelle Liga in Europa zu betreiben und wachsen zu lassen?

Karajica: "Eine stabile europäische Liga braucht vor allem ein tragfähiges Geschäftsmodell, verlässliche Partner und klare Strukturen. Kooperationen mit der NFL können Impulse geben, sind aber keine Voraussetzung. Wir setzen auf unser Franchise-System, unsere Reichweite und Investoren, die an das Wachstumspotenzial des europäischen Footballs glauben."

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Karajica über ELF: "Haben Dialog mit Teams intensiviert"

ran: Viele Investoren forderten Ihren Rückzug. Diesen haben Sie auch in Aussicht gestellt. Mit Ingo Schiller stand ein neuer CEO bereit. Warum kam es nie zum Wechsel an der Spitze?

Karajica: "Dieser Schritt stand in unmittelbarer Verbindung mit der für den 18. Dezember 2025 geplanten Kapitalerhöhung. Diese Finanzierungsmaßnahme kam allerdings nicht zustande – und damit auch alle anderen Bestandteile der Vereinbarung nicht."

ran: Welche Lehren sind aus den vergangenen Monaten zu ziehen? Was würden Sie im Nachgang anders machen?

Karajica: "Es ist deutlich geworden, dass Transparenz, frühzeitige Kommunikation und klare Strukturen elementar wichtig sind. Wir haben bereits mehr Austauschformate geschaffen, mehr Einblick in Zahlen gegeben und den Dialog mit Teams intensiviert. Die Eigenverwaltung ist jetzt die konsequente Fortsetzung: Wir schaffen rechtliche Klarheit und stärken Strukturen."

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