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NFL

Bobby Wagner: Rückkehr zu den Seattle Seahawks ist eine Win-Win-Situation

  • Aktualisiert: 26.03.2023
  • 14:58 Uhr
  • ran.de
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© Getty
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Die Seattle Seahawks haben für einen Coup gesorgt und Franchise-Legende Bobby Wagner nach einem Jahr bei den Los Angeles Rams zurückgeholt. In jeglicher Sicht ist der Deal sowohl für die Franchise als auch für den Linebacker eine Win-Win-Situation.

von Daniel Kugler

Die Seattle Seahawks haben für einen Coup gesorgt und Linebacker Bobby Wagner nach einem Jahr Trennung zurückgeholt.

Der langjährige Defense-Star erhält laut NFL-Insider Ian Rapoport einen Einjahresvertrag über sieben Millionen Dollar. "Ich bin glücklich, zurück zu sein", schrieb Wagner demnach an Rapoport, nachdem die Meldung bekannt wurde.

Der 32-Jährige spielte zuletzt bei den Los Angeles Rams. Vor einem Jahr unterschrieb Wagner beim damaligen Super-Bowl-Titelverteidiger noch einen Fünfjahresvertrag über 50 Millionen US-Dollar, der nach einer enttäuschenden Saison für die Franchise und aufgrund massiver Probleme mit dem Cap Space aber kürzlich wieder aufgelöst wurde.

Die Seahawks reagierten auf Twitter ebenfalls vielsagend: "Zurück, wo er hingehört."

Für beide Seiten ist der Deal in vielerlei Hinsicht absolut naheliegend und sinnvoll.

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Bobby Wagner: Schlüsselspieler kehrt zu Seattle Seahawks zurück

Wagner und Seattle, das passt einfach.

Kein aktiver Spieler kennt die Defense und die Gemengelage rund um den Locker Room der Seahawks so gut wie der achtmalige Pro Bowler.

Mehrere ehemalige Teamkollegen von Wagner machten sich zudem im Vorfeld für seine Rückkehr stark. Vor allem K.J. Wright und Quandre Diggs haben laut "Seattle Times" mehrfach lautstark darauf hingewiesen, dass ein zweiter Auftritt bei den Seahawks nicht nur aus emotionaler Sicht wünschenswert wäre.

Wright, der als einer der engsten Freunde Wagners gilt, erklärte "Sports Illustrated" kürzlich noch: "Wenn man ein Jahrzehnt lang für eine Organisation gespielt hat, ist es die zweite Heimat. Dein Zuhause ist dort. Du weißt, wie dein Tagesablauf aussehen wird, du kennst jeden im Gebäude. Alles läuft gut, wenn man 'zu Hause' ist."

Wagner verbrachte seine ersten zehn Spielzeiten in der NFL bei den Seahawks, die ihn 2012 in der zweiten Runde gedraftet hatten. Als Teil der berühmten "Legion of Boom" steuerte Wagner insgesamt 1.383 Tackles, 78 Quarterback Hits, 68 Tackles for Loss und elf Interceptions bei und gewann mit der Franchise Super Bowl XLVIII.

Dennoch war die Art und Weise des zwischenzeitlichen Abgangs nach all den Jahren der Erfolge alles andere als angemessen.

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Seattle Seahawks: Bobby Wagner beweist Größe und untermauert Vorbildfunktion

Wie die Seahawks ihren Star wortwörtlich einfach unrühmlich abschrieben, war gelinde gesagt eine Frechheit und der Qualitäten des Linebackers nicht würdig.

"Das Verrückte an der ganzen Sache: Ich habe dort zehn Jahre lang gespielt und habe nicht einmal von ihnen erfahren, dass ich nicht mehr zurückkehren würde", polterte Wagner damals auf Twitter.

Nachträgliche Spannungen oder verletzter Stolz, nachdem Wagner damals nicht wie erhofft den dicken Rentenvertrag bei seiner alten Liebe bekommen hat? Fehlanzeige.

Das kommunikative Versäumnis im Umgang mit einem mehr als verdienten Spieler der Franchise von Head Coach Pete Carroll and General Manager John Schneider scheint vollends verziehen zu sein.

Man weiß einfach, was man aneinander hat und schaut nicht mit unterschwelligem Groll zurück - zugegebenermaßen eine Seltenheit in der heutigen NFL.

Zu erfolgreich war die gemeinsame Zeit von Wagner und seinen "Hawks" bisher einfach und ist auch weiterhin das Potenzial vor der erneuten Zusammenarbeit.

Bobby Wagner soll Seahawks-Defense auf neues Niveau heben

Der Routinier ist ideal dafür geeignet, die ohnehin in der vergangenen Saison stark verbesserte Defense erneut anzuführen und die jüngeren Spieler im Team bei ihrer Entwicklung tatkräftig zu unterstützen. Wagners Qualitäten und Leader-Fähigkeiten sind weiterhin unbestritten.

Denn auch im hohen Footballeralter hatte er 2022 für die strauchelnden Los Angeles Rams eine in fast jeglicher Hinsicht herausragende Saison hingelegt. Wagner absolvierte alle 17 Spiele als Starter und erzielte dabei insgesamt 140 Tackles, zehn Tackles for Loss, zehn Quarterback Hits und zwei Interceptions.

Es ist schwer vorstellbar, dass Wagner, selbst wenn man den unvermeidlichen Einfluss des zunehmenden Alters in Betracht zieht, keine wertvolle Rolle für ein Team spielen wird, das einen eklatanten Bedarf an Linebackern hat.

Denn mit Wagner erhalten die Seahawks Routine und Planungssicherheit, an der es auf seiner Position aktuell hapert. Aber auch wackelnde oder angeschlagene Spieler im Roster sollen von seinem Comeback profitieren.

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Seattle Seahawks reagieren auf zahlreiche Fragezeichen auf Linebacker-Position

Die Seahawks haben mit Devin Bush zwar bereits einen Free Agent verpflichtet, der auf beiden Linebacker-Positionen spielen kann, sowohl auf der Middle als auch auf der Weakside. Der ehemalige Erstrundenpick der Pittsburgh Steelers bringt jedoch ein großes Fragezeichen mit sich und hat sich nach fulminantem Start in der NFL nach einer schweren Kreuzbandverletzung im Jahr 2020 nur mühsam zurückmelden können.

Jordyn Brooks, den die Seahawks eigentlich als Nachfolger von Wagner im Draft 2020 in der ersten Runde verpflichteten und als Anführer ihres Linebacker-Corps der Zukunft vorgesehen hatten, erlitt in Woche 17 gegen die New York Jets ebenfalls eine schwere Kreuzbandverletzung.

Wenn man eine neunmonatige Genesungszeit einkalkuliert, wird Brooks wohl erst nach dem Saisonstart im September zurückkehren. Berechtigte Fragezeichen hinter seiner Schnelligkeit als Auswirkung der Verletzung unterstreichen die Notwendigkeit hinter der Wagner-Verpflichtung nochmals.

Und auch Jamal Adams soll 2023 wohl viel mehr als Weakside Linebacker spielen, um seine Fähigkeiten besser zur Geltung zu bringen. Aber auch Adams' Genesung von einem Quadrizepsriss, der ihn fast die gesamte Saison außer Gefecht gesetzt hatte, ist ein unbekannter Faktor für die Planung in der Defense.

Neben dem sportlichen Argument ist der Wagner-Deal eigentlich auch rein finanziell ein No Brainer, auch wenn die Franchise in Sachen Cap Space am Limit operieren soll. Der Einjahresvertrag stellt für Seattle kein wirkliches Risiko dar. Sollte der siebenmalige Pro Bowler überzeugen, winkt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit 2024 direkt der nächste Vertrag.

Eine Win-Win-Situation also für beide Seiten.


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