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NFL: Mike Macdonalds "Special Sauce" bringt Seattle Seahawks in den Super Bowl
- Veröffentlicht: 28.01.2026
- 11:53 Uhr
- Mike Stiefelhagen
Die Seattle Seahawks stehen im Super Bowl. Einen großen Anteil trägt der Head Coach. Mike Macdonald ist genau das, was die Franchise braucht.
Durch den Sieg über die Los Angeles Rams im NFC Championship Game (31:27) stehen die Seattle Seahawks zum vierten Mal in ihrer Geschichte im Super Bowl. Das erste Mal seit 2015.
Auch damals waren die New England Patriots der Gegner. Es ist Zeit für Rache. Die Franchise wird angeführt von ihrem jungen Head Coach: Mike Macdonald.
Der 38-Jährige wurde 2024 von General Manager John Schneider von den Baltimore Ravens abgeworben und musste das schwere Erbe von Pete Carroll antreten. Es ist seine erste Station als Head Coach. Bis auf zwei Jahre als Defensive Coordinator bei den Raben hatte er keine größeren Erfahrungswerte in der NFL.
Er meistert die Herausforderung mit Bravour. Er steht wie sein Gegenüber Mike Vrabel zur Wahl zum Coach des Jahres. Zurecht, wenn man betrachtet, was er alles leistete.
Seattle Seahawks bekommen Macdonalds "Special Sauce"
Natürlich ist er ein brutaler Defensiv-Stratege. Aber auch offensiv kann sich das Team sehen lassen. Der Staff ist hervorragend vom GM eingestellt. Aber Macdonalds größte Stärke ist sein Führungsstil. Seine Mentalität. Sein Denken.
Auf die Frage, wie es sich anfühlt, Kyle Shanahan (San Francisco 49ers) und Sean McVay (Los Angeles Rams) mehrfach auf dem Weg zum SB-Einzug zu schlagen, sagte er nur trocken: "We did not care". Es ist ihnen egal.
Und das lebt er seit Tag eins in Seattle vor. Die anderen sind zweitrangig. Wir schauen auf uns. Wir schauen auf das, was wir beeinflussen können. D.K. Metcalf, Tyler Lockett, Geno Smith - alle weg? Na gut. Dann konzentrieren wir uns darauf, was wir haben. Und bauen neu auf. Die Denke eines Champions.
Wide Receiver Jake Bobo oder Safety Coby Bryant bestätigen: "Er hat von Tag eins den Ton angegeben. (...) Er führt uns. Er prägt unsere Kultur. Er gibt uns die 'Special Sauce'."
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Seahawks: Macdonald-Defense steht für Qualität
Die Seahawks waren schon in seiner Debüt-Saison stark. 10-7 war eine Steigerung zu Carroll. Aufgrund des Tie Breakers wurden die Playoffs denkbar knapp verpasst. Es wurde umgebaut und weiter aufgebaut. Leonard Williams, DeMarcus Lawrence, Ernest Jones IV, Devon Witherspoon, Nick Emmanwori - sie sind die Top-Scoring-Defense der Liga und haben nur 17,2 Punkte pro Spiel zugelassen.
Der Coach lässt gerne eine Nickel-Defense spiele. Also teils mit fünf Defensive Backs. Sie verraten dem Gegner fast nie, was sie vorhaben. Auch etwas, was TV-Experte und GOAT Tom Brady bestätigte: "Sie haben eine 'Swarming Defense'. Sobald der Ball irgendwo landet, haut dich eine Rakete um. Sie machen damit das Spielfeld kleiner".
Denn die vielen DBs sind so getrimmt, dass sie den Pass, aber auch den Lauf verteidigen können. Sie blitzen sogar gerne. Das in Kombination mit der robusten D-Line und den athletischen Linebackern - brutal.
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Macdonalds "Special Sauce" ist endlich ein würdiger Nachfolger für die "Legion of Boom". Die Verteidigung ist auf Elite-Niveau. Macdonald kennt seine Stärken und besinnt sich und sein Team darauf. Das bedeutet auch, er braucht einen guten Staff hinter sich. Vor allem für die Offense.
Hier kommt Klint Kubiak ins Spiel. Der 38-Jährige ist der Sohn von Gary Kubiak, der mit den Denver Broncos den Super Bowl 50 gewann. Kubiak Junior ist einer der besten Koordinatoren der NFL-Saison. Er kam vor der Spielzeit von den New Orleans Saints und hob das Niveau deutlich an.
Jaxon Smith-Njigba war vorher schon gut, jetzt ist er der vielleicht beste Receiver der Liga. 1.793 Receiving Yards. Allein im letzten Spiel gegen die Rams kam er auf 153 Yards und einen Touchdown.
Ghostbuster Kubiak: Darnold sieht keine Geister mehr
Die Verbindung zu Quarterback Sam Darnold ist herausragend. Auch ihn verbesserte er nochmals. Die Minnesota Vikings ließen von Darnold ab, die Seahawks waren skeptisch. Macdonald musste in der Offseason mehrfach erklären, dass Darnold wirklich Starter sein wird.
Kubiak holt das Maximum aus Darnold heraus. Die Completion Rate von 67,7 Prozent ist sein Karrierebestwert. Play-Action-Pässe werden aus dem Ärmel geschüttelt. 28,4 Punkte pro Spiel bringt die Offense zustande. Darnold sieht keine Geister mehr, wie einst gegen die Patriots als QB der New York Jets. Er sieht die Möglichkeit auf einen Ring.
Er ist der erste QB aus der 2018er Klasse im Super Bowl. Nicht Josh Allen. Nicht Lamar Jackson. Sam Darnold. Kubiak integrierte Neuzugang Rashid Shaheed immer mehr, den er aus New Orleans kennt. Cooper Kupp, der schon von vielen abgeschrieben wurde, ist eine Geheimwaffe. Niemand vermisst Metcalf. Das Laufspiel kommt auch immer mehr zur Geltung. Auch wenn Zach Charbonnet im Tandem mit Kenneth Walker plötzlich ausfällt.
Kubiak hat für jedes Problem eine Lösung. Die Symbiose mit Macdonald macht aus den Seahawks das perfekte ausbalancierte Team. Sie haben auf dem Papier keine Schwächen. Es liegt an der Tagesform.
Seahawks: John Schneider lässt Kritiker verstummen
Bei allem Lob für Macdonald und seinen Staff, ist GM Schneider der Urvater des Erfolgs. Er hat mehrere kleine Umbrüche vollendet, um aus einem guten Team ein SB-Team zu formen.
Er wurde kritisiert. Sein Rauswurf wurde gefordert. Wie konnte er nur Russell Wilson abgeben? Wie konnte er nur Pete Carroll gehen lassen? Wieso holt er einen unerfahrenen Coordinator? Wieso holt er Geno Smith und tauscht ihn dann quasi gegen Darnold ein? Wie kann er nur Metcalf gehen lassen? Cooper Kupp ist zu alt. Die O-Line sei zu schwach.
Schneider hat sich nicht beirren lassen. Ging seinen Weg. Und baute das Team mit der besten Balance. Macdonald ist sein letztes Puzzlestück, das die Zahnräder laufen lässt.
Aber der steinige Weg dorthin. Die schwierigen Entscheidungen. Der Unmut der Fans. Der Hate. Das alles kassierte er. Jetzt wurde er zum ersten Mal in seiner 16-jährigen Karriere der "Executive" des Jahres in der NFL.