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Jeder Schuss ein Treffer! HSV ballert Club weg

  • Aktualisiert: 06.10.2013
  • 18:54 Uhr
  • SID
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© getty
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Der Hamburger SV feiert im zweiten Spiel unter Bert van Marwijk einen Kantersieg in Nürnberg - ein Stürmer trifft gleich dreifach. Für FCN-Trainer Michael Wiesinger wird die Luft dünner.

Nürnberg - Ein Großteil der Zuschauer hatte das Nürnberger Stadion schon lange vor dem Schlusspfiff verlassen, der Rest der FCN-Anhänger verabschiedete seine Mannschaft mit einem gellenden Pfeifkonzert.

Als sich die Spieler des 1. FC Nürnberg nach dem 0:5 (0:1)-Debakel gegen den Hamburger SC kurz in die eigene Kurve trauten, spürten sie die Wut der treuen Fans und verzogen sich schnell in die Kabine. Für Trainer Michael Wiesinger, dessen Rauswurf viele Fans lautstark forderten, wird die Luft nach dem achten Saisonspiel ohne Sieg immer dünner.

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"Wiesinger genießt unser Vertrauen"

"Natürlich habe ich die Pfiffe vernommen. Ich muss das Spiel jetzt in Ruhe analysieren und mich auch selbst hinterfragen. Wir wollten heute den Bock umstoßen und kassieren stattdessen eine brutale Niederlage. Das ist auch für mich sehr emotional", sagte Wiesinger sichtlich angeschlagen bei Sky. Der 40-Jährige, der Anfang des Jahres den Posten beim Club übernommen hatte, stellte klar: "Es geht jetzt um den 1. FC Nürnberg und nicht um meine Person."

Nach Angaben von Nürnbergs Sportdirektor Martin Bader muss sich Wiesinger aber keine Sorge um seinen Job haben. "Er hat bei uns einen Vertrag und genießt nach wie vor unser Vertrauen", sagte der starke Mann beim Club, fügte aber hinzu: "Wir müssen unsere Fehler schonungslos analysieren."

"Wahnsinn, das geht gar nicht"

"Wie wir in der zweiten Halbzeit aufgetreten sind, war der Wahnsinn, das geht gar nicht", gestand FCN-Verteidiger Per Nilsson, der Verständnis für die Pfiffe der eigenen Anhänger hatte, seinen Coach aber aus der Schusslinie nahm: "Das liegt ja nicht am Trainer. "

Der HSV ist unter seinem neuen Coach Bert van Marwijk dagegen auch dank eines Hattricks von Pierre-Michel Lasogga auf dem Weg aus dem Tabellenkeller. Hertha-Leihgabe Lasogga gelang in der zweiten Halbzeit mit drei Tore binnen acht Minuten der viertschnellste Dreierpack der Bundesliga-Geschichte.

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Lasogga: "Spaßfußballer mit positiver Energie"

"Am Anfang hatten wir wieder zu viele Ballverluste, am Ende haben wir aber richtig guten Fußball gespielt. Der neue Trainer hat einige Kleinigkeiten verändert, die Abwehr stand ganz sicher", kommentierte HSV-Sportchef Oliver Kreuzer den Erfolg und hatte noch ein Sonderlob für den neuen Goalgetter Lasogga: "Das ist ein Spaßfußballer, der viel positive Energie in die Mannschaft bringt. Das hat er heute bewiesen."

Lasogga vollendete in der 59. Minute mit einem Flachschuss einen Konter zunächst zum 2:0 und köpfte drei Minuten später den Ball nach einer Ecke von Rafael van der Vaart unbedrängt ein. In der 67. Minute glückte dem 21-Jährigen schließlich ein Sonntagsschuss aus gut 25 Metern, bevor Tolgay Arslan (74.) einen dicken Patzer von FCN-Torwart Raphael Schäfer aus über 40 Metern zum 5:0 nutzte. Mittelfeldstar van der Vaart hatte in der 17. Minute mit einer sehenswerten Direktabnahme das Führungstor in dem für beide Teams wegweisenden Spiel erzielt.

Van der Vaart führt Regie

"Wichtig war, dass wir uns heute als Mannschaft präsentiert haben. Das war heute ein erfolgreicher Tag, natürlich auch für mich", sagte Lasogga. Hamburg präsentierte sich vor allem defensiv wesentlich gefestigter als zuletzt und ließ nur wenige Chancen zu.

Allerdings zeigte Nürnberg gerade im kreativen Spiel auch gravierende Schwächen. Das Offensivspiel des Bundesliga-Dinos wirkte zudem strukturierter als unter Ex-Coach Thorsten Fink. Van der Vaart setzte sich nur bei seinem Treffer, sondern auch als geschickter Ballverteiler gut in Szene und wurde nur von Lasogga in den Schatten gestellt.

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Pekhart ersetzt Ginczek

Die 38.042 Zuschauer in der Nürnberger Arena sahen einen ausgeglichenen Beginn, wobei beiden Teams eine klare Linie im Spiel fehlte. Dem HSV gelang in der 7. Minute die erste ansehnliche Kombination, an deren Ende Lasogga an Schäfer scheiterte. Wenig später hatten auch die Franken bei einem Kopfball des Tschechen Tomas Pekhart (11.), der erneut den Platz des verletzten Daniel Ginczek einnahm, ihre erste Einschussmöglichkeit.

Durchwachsener Start für Hamburg

Van Marwijk war in der Folge nicht immer einverstanden mit der Vorstellung seiner Elf und machte sich lautstark und gestikulierend an der Seitenlinie bemerkbar. Gerade im defensiven Umschaltverhalten gestattete der HSV anfangs so manche Räume und hatte Glück, dass die Wiesinger-Elf so harmlos war.

Offensiv bekam das HSV-Spiel dagegen zunehmend Struktur. Als die Nürnberger dann im Deckungszentrum wiederholt unsortiert waren, schlug der niederländische Nationalspieler van der Vaart nach einer Eingabe von Heiko Westermann zu.

HSV im Rausch

Die taktische Umstellung von Wiesinger, der gegen eine der schwächsten Abwehrreihen der Liga auf eine Mittelfeldraute und zwei Stürmer setzte, erzielte nie die gewünschte Wirkung. Teilweise zwar unansehnlich, aber doch effektiv, verteidigte der HSV. Der 61-jährige van Marwijk hatte seltener Anlass, sich von der Bank zu erheben.

Nach der Pause spielten sich die Hanseaten in einen regelrechten Rausch, während die Nürnberger untergingen. Mit jeder Minute gewann der HSV an Sicherheit und deckte schonungslos die enormen Defizite des Gastgebers auf.

Beim HSV überragten Lasogga und van der Vaart, bei den Franken erreichte kein Spieler seine Normalform.


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