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Manchester City, Chelsea und Co.: Die Champions League ist nicht käuflich! Ein Kommentar

  • Aktualisiert: 23.02.2023
  • 17:18 Uhr
  • ran.de
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Die Achtelfinal-Hinspiele der Champions League endeten ohne ein Erfolgserlebnis für die vier englischen Klubs. Drei Niederlagen und nur ein Remis stehen zu Buche. Das war jedoch absehbar. Der englische Weg des teils sinnbefreiten Geldausgebens wird in einem K.o.-Turnier wie der Champions League so nicht zum Erfolg führen. Ein Kommentar.

Von Kai Esser

13,5 Millionen Euro Transferausgaben gegen 330 Millionen Euro Transferausgaben. Das war das Duell im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League zwischen Borussia Dortmund und dem FC Chelsea.

Das Endergebnis? 1:0 für Schwarz-Gelb. Es deckt sich mit den Leistungen der anderen Premier-League-Teams. Die Mannschaften aus der finanzstärksten Liga der Welt erlebten eine Horrorwoche.

Und das, obwohl es auf der Insel den üppigsten Transferwinter der Historie gab.

Es zeigt wieder einmal: Erfolg auf höchster Ebene kann man sich augenscheinlich nicht kaufen.

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Liverpool und Spurs: Ausfälle erklären nicht alle Probleme

Dabei stecken die Teams von der Insel in ganz verschiedenen Dilemmas. Tottenham und Liverpool etwa leiden trotz hochgerüsteter Kader derzeit unter enormem Verletzungspech.

Bei den Spurs fehlten alle drei Stammspieler im zentralen Mittelfeld gegen den AC Mailand (0:1). Die Reds dagegen mussten nicht nur auf mehrere Stammkräfte verzichten, sondern hatten mit Titelverteidiger Real Madrid (2:5) den wohl unangenehmsten Gegner.

Das alles erklärt jedoch nicht den kompletten Totalausfall in der Offensive der Spurs oder die flächendeckende Konfusion in der Defensive Liverpools, die in einem historischen Debakel endete. Verletzte haben andere Teams auch.

Chelsea und Manchester City: Ein Haufen Individualisten

Der FC Chelsea dagegen hatte im Winter den größten Kaufrausch in der Geschichte der Kaufräusche und hat sich mit individuellen Alleskönnern eingedeckt.

Mikhailo Mudryk, Joao Felix, Enzo Fernandez und Co. sind alles ausgezeichnete Einzelkönner. Aber aktuell besteht Chelsea eben nur aus jenen Einzelkönnern. Noch-Trainer Graham Potter schafft es nicht, aus diesen Spielern ein funktionierendes Team zu formen. Dass die 0:1-Niederlage beim BVB noch eine der besten, wenn nicht die beste Leistung seit der Winterpause war, sagt einiges über den aktuellen Zustand des Teams aus.

Und ManCity? Die eigentlichen Könige der hohen Ablösesummen haben nahezu völlig ihre Kompaktheit im Mittelfeld für Erling Haaland geopfert. Man dachte, die "Citizens" würden durch den Norweger noch stärker werden. Der schießt zwar Tore am Fließband, allerdings auf Kosten der mannschaftlichen Geschlossenheit. Schon spekulieren englische Medien, Haaland werde von den Mitspielern absichtlich boykottiert.

Im Moment sind City und Chelsea ein Haufen hochveranlagter Individualisten. Die Champions League so zu gewinnen, ist beinahe unmöglich.

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Know-How und Identität gewinnen die CL, nicht das Geld

Denn diesen Wettbewerb kann man nur gewinnen, wenn man einer Mannschaft die nötige Identität einimpft. Real Madrid 2022, Chelsea 2021, der FC Bayern 2020, Liverpool 2019, all diese Teams bestachen durch ihr unverkennbares Auftreten dank der Handschrift ihrer hervorragenden Coaches.

Logisch, auch Chelsea gab schon damals viel Geld aus. Doch erst Trainer Thomas Tuchel gab der ihm vorliegenden Mannschaft das Gesicht, das ihr unter Vorgänger Frank Lampard fehlte.

Solange also kein englischer Verein sein im europäischen Vergleich konkurrenzlos hohes Transferbudget sinnvoll und nach Plan investiert, haben Klubs wie Bayern und Real Madrid wenig zu befürchten. Die geben zwar auch Geld aus, verfolgen aber seit Jahren im Gegensatz zu den Premier-League-Klubs eine stringente Philosophie.

Dass genau diese beiden Vereine seit einschließlich 2013 sieben der zehn Champions-League-Trophäen gewonnen haben, ist nur ein Beleg. Gerade die Madrilenen glänzen in diesem Zeitraum auch noch mit einer nahezu ausgeglichenen Transferbilanz.

Philosophie, Strategie und Fachwissen, vor allem neben dem Platz, kann man sich nicht kaufen. Zumindest nicht kurzfristig.


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