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Kommentar zum Finale der Königsklasse

Manchester City gewinnt die Champions League: Europas Fußball hat nichts Besseres verdient

  • Aktualisiert: 11.06.2023
  • 09:03 Uhr
  • ran.de / Tobias Wiltschek
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© Getty Images
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Der Sieg von Manchester City im Finale der Champions League ist der Triumph eines umstrittenen Herrschers. Er ist auch ein Zeichen dafür, dass das System des europäischen Fußballs versagt hat. Es hat diesen Sieger verdient. Ein Kommentar. 

Von Tobias Wiltschek

15 Jahre hat es also seit der arabischen Übernahme gedauert, bis Manchester City auch den Henkelpott gewonnen hat.

Der Mannschaft kann man dazu gratulieren. Sie war das beste Team in dieser Champions-League-Saison. Sie wurde diesmal auch im Finale von Pep Guardiola gegen Inter Mailand gut ein- und aufgestellt, blieb geduldig und nutzte eine ihrer wenigen Chancen zum Sieg.

Der Triumph ist vor allem Ilkay Gündogan zu gönnen, der nun auch endlich mal ein Finale in der Königsklasse gewonnen hat, nach zuvor zwei bitteren Niederlagen.

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Triumph von ManCity hat bitteren Beigeschmack

Bitter aber ist auch der Beigeschmack, der am Sieg der "Cityzens" haften bleibt.  

Denn er ist – im Gegensatz zu vielen anderen Triumphen im europäischen Vereinsfußball – nicht das Ergebnis jahrzehntelanger Entwicklung im sportlichen wie wirtschaftlichen Bereich.

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Er ist die logische Konsequenz eines Investments, das es so im europäischen Fußball noch nie gegeben hat – und das gleich in mehrfacher Hinsicht.

Die schwindelerregende Summe von 2,5 Milliarden Euro, die Scheich Mansour aus Abu Dhabi seit 2008 in den Verein gesteckt hat, ist zehnmal so hoch wie der Preis, den er damals für die Übernahme des gesamten Klubs bezahlt hatte.

Mit einem Marktwert von 1,05 Milliarden Euro ist ManCity das teuerste Team der abgelaufenen Champions-League-Saison. Der Kader von Finalgegner Inter ist nur halb so viel wert.

Das wird die Freude im blauen Teil von Manchester nicht trüben. Schließlich ist City nicht das einzige Team aus der Premier League mit einem reichen Investor aus dem Ausland.

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Und selbst Inter ist seit der Übernahme durch einen chinesischen Einzelhandelsgiganten vor sieben Jahren kein italienisch geführter Klub mehr.

Erfolge von Manchester City dienen nur einem Zweck

Dennoch gibt es Unterschiede. Manchester City ist nicht in der Hand eines Wirtschaftsunternehmens, sondern befindet sich unter staatlicher Kontrolle. Hinter der Abu Dhabi United Group verbirgt sich einzig und allein die Herrscherfamilie des Emirats.

Die Erfolge des Vereins dienen nur einem Zweck: Das Regime am Persischen Golf, das Minderheiten- und Frauenrechte missachtet, soll als Global Player wahrgenommen werden.

Dafür ist ihm jedes Mittel recht – und die Regeln des europäischen Fußballs offensichtlich völlig egal.

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Insgesamt häufte City in den vergangenen 15 Jahren ein Transferminus von geschätzten 1,5 Milliarden Euro an – mehr als jeder andere Klub in Europa. Weiterspielen durften der Verein trotzdem, auch wenn er nicht nur damit das Financial Fairplay mit Füßen trat.

Auch die Vorgabe, dass Klubbesitzer nur in begrenztem Ausmaß eigenes Vermögen in den Verein stecken dürfen, umgeht der City-Eigner offenbar. Zumindest weisen Informationen der Enthüllungsplattform Football Leaks darauf hin, dass Zahlungen des Scheichs als Sponsoren-Gelder getarnt wurden.

Deswegen ermittelt die Premier League mittlerweile gegen Manchester City.

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Kein Sieger der Herzen

Das hat die UEFA längst getan. Wirklich bestraft hat der europäische Verband den Verein bislang nicht.

City kam bislang immer mit milden Strafzahlungen davon und durfte jedes Jahr aufs Neue mitspielen in der Champions League.

Nun hat sie der Verein sogar gewonnen. Er ist kein Sieger der Herzen. Er ist der Sieger, den der europäische Fußball verdient hat.


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