• Tennis
  • Darts
  • Alle Sportarten

Anzeige
Anzeige
Er traf schon gegen Bayern München

"Mit dem Gesicht zum Tor": Lukas Nmecha vollzieht den "Brexit" und geht für DFB auf Torejagd

  • Aktualisiert: 26.03.2019
  • 19:36 Uhr
  • ran.de / Marcus Giebel
Article Image Media
© Getty Images
Anzeige

Lukas Nmecha hat eine Bilderbuchkarriere in den englischen Nachwuchs-Nationalteams hingelegt. Doch nun hat sich der Offensivallrounder allerdings der DFB-Auswahl angeschlossen. Ausgerechnet gegen die "Three Lions" kommt er nun wohl zu seiner Deutschland-Premiere.

Preston/München - Während die Politiker in Großbritannien um die Bedingungen für den Austritt aus der Europäischen Union ringen, hat Lukas Nmecha seinen fußballerischen "Brexit" kurzerhand vollzogen. Das Stürmertalent sagt Englands Nachwuchsteams "goodbye" und heuert bei der U21 des DFB an.

Joti Chatzialexiou, Sportlicher Leiter der Nationalmannschaften, frohlockt aufgrund der unerwarteten Verstärkung: "Unabhängig davon können Lukas und das Team die Länderspielpause nutzen, um sich gegenseitig kennenzulernen."

Anzeige
Luca Plogmann (U19-Nationalmannschaft und Werder Bremen)
News

U19-Keeper Plogmann exklusiv: "Will ein Rückhalt für die Jungs sein"

Vor den drei EM-Qualifikationsspielen gegen Kroatien, Norwegen und Ungarn (alle Spiele im kostenlosen Livestream auf ran.de) spricht der Keeper der deutschen U19-Nationalmannschaft, Luca Plogmann, über die kommenden Aufgaben, sein Bundesliga-Debüt für Werder Bremen und eine "Atemlos"-Gesangseinlage.

  • 20.03.2019
  • 09:34 Uhr

Bei U19-EM 2017 Englands Held

Der Sinneswandel des gebürtigen Hamburgers, der von der U16 bis zur U21 alle Auswahlteams der "Three Lions" durchlaufen hat, kommt für die Öffentlichkeit überraschend. Immerhin hatte Nmecha Englands U19 bei der EM 2017 mit dem Tor zum 1:0 im Halbfinale gegen Tschechien und dem Siegtreffer im Endspiel beim 2:1 über Portugal zum Titel geschossen.

Im vergangenen Sommer lief er als 19-Jähriger erstmals für die U21 auf. Gewann mit dem Mutterland des Fußballs das prestigeträchtige Turnier im französischen Toulon. Beim 2:1 über Mexiko im Finale kam er zum dritten Mal für die höchste Nachwuchs-Auswahl zum Einsatz. Offenbar auch zum letzten Mal.

Externer Inhalt

Dieser Inhalt stammt von externen Anbietern wie Facebook, Instagram oder Youtube. Aktiviere bitte Personalisierte Anzeigen und Inhalte sowie Anbieter außerhalb des CMP Standards, um diese Inhalte anzuzeigen.

Letztes Spiel für England war gegen Deutschland

Es folgte sein U20-Debüt - am 19. November ausgerechnet gegen Deutschland. Dort markierte der Sohn eines Nigerianers und einer Deutschen den Endstand zum 2:0. Nun wechselt er also die Seiten.

Schon am kommenden Dienstag könnte Nmecha erstmals gegen England auflaufen (ab 20:15 Uhr live auf ProSieben MAXX und im Livestream auf ran.de). Den Eilantrag des DFB auf den Verbandswechsel hat die FIFA rechtzeitig durchgewunken.

Anzeige
Anzeige

Zuletzt mehr Vorbereiter denn Vollstrecker

Für den nach aufstrebenden Torjägern lechzende DFB käme der Zugang gerade recht. Auch wenn der in der Jugend beinahe nach Belieben knipsende Nmecha im Klub-Trikot zuletzt mehr als Vorbereiter denn als Vollstrecker in Erscheinung trat.

2007 mit seiner Familie nach England ausgewandert, wurde er schon wenige Monate später im Alter von neun Jahren von Manchester City entdeckt. In dieser Saison - seiner ersten kompletten im Herren-Bereich - ist er an Zweitligist Preston North End ausgeliehen.

35 Saisonspiele und ein Tor für Preston North End

Bei dem Klub aus der nordwestlichen Grafschaft Lancashire absolvierte der bullig wirkende Nmecha bislang 35 Pflichtspiele, 17 Mal kam er von der Bank. Aktuell steht ein Treffer in seiner Saisonstatistik. "Ich wusste, dass es etwas Zeit brauchen würde, aber ich hätte nicht gedacht, dass es so lange dauern würde", gestand der pfeilschnelle Stürmer zu Jahresbeginn.

Jüngst überzeugte der eigentliche Neuner auch auf der Außenbahn. Bei einem 1:0 über die Blackburn Rovers bereitete Nmecha so das entscheidende Tor per perfekten Flankenlauf vor.

Umweg über die Flügel für die bessere Entwicklung

"Lukas ist am besten, wenn er mit dem Gesicht zum Tor steht", erklärte Prestons schottischer Teammanager Alex Neil in der "Lancashire Post". Und eben das sei auf den Flügeln gegeben: "Manchmal muss man junge Spieler auf anderen Positionen aufbieten, damit sie das Spiel besser verstehen."

Wobei Nmecha schon in früheren Jahren als Offensivallrounder auf sich aufmerksam machte. Laut "Sport Bild" pries er die Vorzüge dieser Flexibilität: "Ich habe früher auf den Außenbahnen agiert, da musste ich häufiger in Dribblings gehen. Das hilft mir nun im Strafraum."

Anzeige

Viel Liebe für Manchester City

Wohin sein Weg auf lange Sicht führen soll, ist eh klar. Als Nmecha seinen Vertrag bei ManCity vor gut einem Jahr bis 2021 verlängerte, sagte er der "Bild" zufolge: "Ich liebe diesen Klub, seitdem ich in England bin. Ich bin ja auch schon einige Jahre hier und fühle mich als Teil des Vereins."

Bereits in den letzten Wochen der vergangenen Saison schnupperte er Premier-League-Luft. Teammanager Pep Guardiola schenkte Nmecha zwei Kurzeinsätze. In der Sommervorbereitung traf er sogar erstmals für die Profis der "SkyBlues". Im Rahmen des International Champions Cup, zum zwischenzeitlichen 2:2 beim 3:2 über Bayern München.

Anzeige
Anzeige

"Nicht alle Aktionen hilfreich für Teamkollegen"

Doch um das Rennen gegen die Konkurrenz von Weltklasse-Format um Sergio Agüero und Gabriel Jesus erfolgversprechend aufnehmen zu können, musste eben der Umweg über die zweitklassige Championship herhalten.

Mittlerweile macht Nmecha selbst einen Lerneffekt bei sich aus: "Ich denke, nicht alle meine Aktionen waren hilfreich für meine Teamkollegen, deshalb musste ich mein Spiel weiterentwickeln." Davon soll künftig auch der DFB profitieren.

Anzeige

Bruder Felix schon dreimal für DFB aktiv

Beim Verband ist der Name Nmecha übrigens alles andere als unbekannt. Der zwei Jahre jüngere Bruder Felix, offensiver Mittelfeldspieler und bei der U23 von ManCity beheimatet, streifte im vergangenen Frühjahr dreimal das Trikot der deutschen U18 über.

Doch wenige Wochen später "wechselte" er wieder zu den "Three Lions", lief für deren U18 und U19 auf. Wie diese Geschichte weitergeht? Ein weiterer sportlicher "Brexit" scheint - trotz erneuter Berufung für Englands Nachwuchs - nicht ausgeschlossen.

Marcus Giebel

Du willst die wichtigsten Fußball-News direkt auf dein Smartphone bekommen? Dann trage dich für unseren WhatsApp-Service ein unter http://tiny.cc/ran-whatsapp


© 2024 Seven.One Entertainment Group