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Fußball

WM 2030: Frankreich-Trainer Didier Deschamps übt scharfe Kritik

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Vor dem EM-Qualifikationsspiel am Freitag gegen die Niederlande äußert sich Didier Deschamps kritisch über die WM-Vergabe. Paul Pogba spricht er Mut zu.

Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps hat die Vergabe der WM 2030 nach Südamerika, Nordafrika und Südeuropa kritisiert.

Der Weltmeister-Coach von 2018 bezweifelte die "sportliche und ethische" Kohärenz des geplanten Turniers in sieben Jahren. 

"Abgesehen von der Tatsache, dass es ein Trend ist, die großen Turniere in mehreren Ländern zu organisieren, gibt es auch den besonderen Aspekt, dass drei Spiele auf dem südamerikanischen Kontinent stattfinden", sagte Deschamps in seiner Pressekonferenz vor dem EM-Qualifikationsspiel gegen die Niederlande am Freitag in Amsterdam.

Man wisse zwar noch nicht, welche Ländern an den drei ersten Spielen gegen Uruguay, Argentinien und Paraguay beteiligt sein werden. "Aber es wird bedeuten, dass die südamerikanischen Länder im Vorteil sein werden", so Deschamps. Denn die anderen Nationalteams müssten erst nach Südamerika fliegen und dann wieder zurück oder weiter reisen nach Südeuropa oder Nordafrika.

"Ich weiß nicht, wer die Entscheidungen trifft, aber ich will Ihnen sagen, dass ich Dinge mag, die auf sportlicher und ethischer Ebene stimmig sind", erklärte der 54-Jährige: "Ich glaube nicht, dass diese Entscheidung sehr stimmig ist."

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Die FIFA hatte in der vergangenen Woche angekündigt, die WM 2030 nach Spanien, Portugal und Marokko zu vergeben. Weil die erste WM 1930 in Uruguay stattfand, soll dort aber das Eröffnungsspiel stattfinden, um das 100-jährige WM-Jubiläum zu feiern. Außerdem soll jeweils ein Spiel in Argentinien und Paraguay stattfinden.

Auf der Pressekonferenz sprach Deschamps auch über Dopingsperre seines langjährigen Mittelfeldspielers Paul Pogba.

Deschamps über Pogba: "Bin sehr traurig"

"Ich bin sehr traurig und ich wünsche ihm, dass er das Lächeln wiederfindet und wieder die Kontrolle über seine Angelegenheiten erlangt", sagte Deschamps.

Pogbas Urinkontrolle nach dem Saisonauftaktspiel seines Vereins Juventus Turin im vergangenen August durch die italienische Anti-Doping-Agentur hatte einen unerlaubt hohen Testosteronwert bei dem nicht eingesetzten Franzosen nachgewiesen.

Das Ende voriger Woche veröffentliche Ergebnis der B-Probe bestätigte den Verdacht. Pogba droht nunmehr eine vierjährige Sperre. Wenn der 30-Jährige nachweisen kann, ohne Vorsatz gehandelt zu haben, kann die Strafe um die Hälfte reduziert werden.

Dennoch wollte Deschamps für Pogba die Tür zur "Equipe tricolore" noch nicht endgültig zuschlagen. "Sicherlich ist seine Karriere bei uns auf Eis gelegt, aber ich werde keine kategorische Position beziehen, denn ich weiß nicht, wie seine Zukunft aussehen wird", erklärte der Bretone.

Zugleich stellte Frankreichs Weltmeister-Kapitän jedoch klar, "dass er jetzt schon eine Weile nicht mehr bei uns war und es in jedem Fall Zeit brauchen wird".

Pogbas 91. und bisher letztes Länderspiel liegt bereits mehr als eineinhalb Jahre zurück. Wegen einer Serie von komplizierten Verletzungen verpasste der ehemalige England-Legionär von Manchester United zunächst die WM-Endrunde im Vorjahr in Katar und bei Juventus abgesehen von einigen wenigen Kurzeinsätzen praktisch die gesamte Vorsaison.

Die fürsorgliche Haltung seines Nationaltrainers stellt für Pogba derzeit das Kontrastprogramm zu seinen Problemen bei Juve dar. Turin hatte bereits nach Pogbas Suspendierung wegen der A-Probe das reguläre Gehalt des Exzentrikers eingefroren und stattdessen auf den gesetzlichen Mindestlohn von etwas mehr als 42.000 Euro jährlich umgestellt. Inzwischen soll die "Alte Dame" auch nach Möglichkeiten zur Auflösung des noch bis 2026 laufenden Vertrags mit dem Offensiv-Ass suchen.


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