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WM 2023

Deutschland bei Frauen-Weltmeisterschaft 2023: Kreuzbandriss bei Carolin Simon - Belastung für Spielerinnen ist einfach zu hoch - ein Kommentar

  • Aktualisiert: 10.07.2023
  • 08:57 Uhr
  • ran.de
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© IMAGO/Zink
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Carolin Simon zieht sich im Testspiel gegen Sambia einen Kreuzbandriss zu, mehr als 30 Spielerinnen aus den verschiedenen Nationen werden die WM 2023 mit der gleichen Verletzung verpassen. Es zeigt sich mehr und mehr, dass die Belastungen für die Nationalspielerinnen im Frauenfußball zu hoch sind. Die Verbände und Ligen müssen reagieren. Ein Kommentar.

Von Christian Stüwe

Es ist der nächste Akt in einem nicht enden wollenden Drama. Tief in der unnötig langen Nachspielzeit des Testspiels der DFB-Frauen gegen Sambia (2:3) am Samstagabend verdrehte sich Carolin Simon bei einem Zweikampf das Knie.

Am Samstag bestätigten sich dann die Befürchtungen: Die Linksverteidigerin des FC Bayern München hat sich einen Kreuzbandriss zugezogen und wird die Weltmeisterschaft in Australien und Neuseeland verpassen. Und somit auch den größten Teil der kommenden Bundesliga-Saison.

Simon ist eine von insgesamt 33 Spielerinnen, die bei der WM aufgrund eines Kreuzbandrisses fehlen werden. Der "Kicker" zählte kürzlich nach und kam auf über 100 Fußballerinnen, die sich seit Anfang Januar 2022 in den höchsten europäischen Ligen diese Verletzung zugezogen haben.

Auch wenn Verletzungen zum Fußball dazugehören, zeigen diese Zahlen, dass die Belastungen vor allem für die Nationalspielerinnen einfach zu hoch sind.

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Fußballerinnen haben ein höheres Risiko für schwere Knieverletzungen

Aufgrund anatomischer Unterschiede haben Fußballerinnen ein etwa vier- bis fünfmal höheres Risiko, sich einen Kreuzbandriss zuzuziehen. Das Risiko einer schweren Knieverletzung wird zusätzlich durch Müdigkeit und fehlende Regeneration begünstigt.

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Und eine Pause haben die Nationalspielerinnen der Top-Nationen schon lange nicht mehr bekommen. Im vergangenen Sommer war die wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr nach hinten verschobene EM in England, nun folgt die WM in Australien und Neuseeland. Im nächsten Sommer steht das Fußballturnier bei den Olympischen Spielen in Frankreich an, im Sommer 2025 die EM in der Schweiz.

Eine wirkliche Sommerpause werden die Nationalspielerinnen also erst im Jahr 2026 wieder genießen dürfen. Neben den Spielen in der Liga wurde erst vor zwei Jahren in der Champions League eine Gruppenphase mit entsprechend mehr Partien und dem damit verbundenen Reiseaufwand eingeführt.

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Die Nations League sorgt für zusätzlich Belastung

Und als wäre das noch nicht genug, wird in der kommenden Saison erstmals eine Nations League der Frauen gespielt, was zu noch mehr Spielen unter Wettbewerbsbedingungen führt.

Der Frauenfußball boomt, die Nachfrage soll bedient werden. Die Spielerinnen wollen viele Spiele auf höchstem Niveau bestreiten, die Fans wollen packende Partien sehen.

Aber zu welchem Preis? Die am Kreuzband verletzten Stars werden bei der WM genauso wie in ihren Vereinen schmerzlich vermisst werden.

Die Verbände und Ligen müssen auf die alarmierend hohe Zahl an Kreuzbandrissen reagieren und einen Weg finden, die Belastungen für die Fußballerinnen zu reduzieren. Damit das Drama mit den Kreuzbandrissen hoffentlich zumindest eingedämmt werden kann.


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