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Handball: DHB-Team im Flow, Dänemark nicht zu stoppen? Der Favoritencheck zur EM 2026

  • Veröffentlicht: 14.01.2026
  • 19:15 Uhr
  • Andreas Reiners
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© IMAGO/Eibner

Co-Gastgeber Dänemark geht als großer Favorit in die EM 2026. Kann irgendjemand den Weltmeister und Olympiasieger stoppen? Wir machen den Check.

Von Andreas Reiners

Dänemark hier. Dänemark da. Immer wieder Dänemark.

Wer nach dem Favoriten für die anstehende Handball-EM sucht, kommt am amtierenden Weltmeister und Olympiasieger nicht vorbei.

Zu stark, zu dominant, zu übermächtig sind die Skandinavier, für die nach eigenem Selbstverständnis sowieso nur Gold zählt.

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Doch dahinter ballen sich die Mitfavoriten förmlich, darunter auch die deutsche Nationalmannschaft. Kann jemand die Dänen stoppen? Wer schnappt sich bei dem Turnier in Dänemark, Schweden und Norwegen die Medaillen? Was ist für das DHB-Team drin?

Wir machen den Favoritencheck.

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Das Wichtigste in Kürze

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Dänemark: Die Übermannschaft

Auch für Ex-Weltmeister Dominik Klein ist im ran-Interview klar: "Ganz vorne steht für mich Dänemark – schon allein, weil sie zu Hause spielen. Vorrunde, Hauptrunde und Endrunde am selben Standort, getragen von dieser rot-weißen Fanmasse in Herning – das ist schon beeindruckend. An ihnen führt deshalb zunächst kein Weg vorbei."

Doch natürlich ist es auch vor allem die Qualität, die die Dänen auf die Platte bringen. Denn zum einen gibt es die absoluten Superstars wie die Bundesligaspieler Mathias Gidsel oder Simon Pytlick, aber selbst die vermeintliche zweite Garde bietet Handball auf allerhöchstem Niveau.

Funfact: Amtierender Europameister sind die Dänen nicht. Kurioserweise liegt ihnen das Turnier gar nicht, denn den letzten Titel gab es 2012. Zuletzt verlor man 2024 das Finale gegen Frankreich. Die eher maue Bilanz dürfte die Dänen aber wohl nur noch zusätzlich anstacheln. Keine guten Nachrichten für die Konkurrenz.

Deutschland: Der ambitionierte Herausforderer

Für Klein ist Deutschland nach den beiden gewonnenen Tests gegen Kroatien bereits auf Betriebstemperatur. "Die Mannschaft ist die letzten Testspiele mit einer Ernsthaftigkeit angegangen, die man sonst oft erst im Turnier sieht. Es gab nicht dieses klassische Abtasten nach dem Motto: Wo stehen wir eigentlich? Sondern man wollte bewusst schon vorher auf einem hohen Niveau spielen", sagte er.

Das Prunkstück ist die Abwehr, in Kombination mit dem international hochklassigen Torhüterspiel um Andi Wolff und David Späth. Hinzu kommt eine Tiefe im Kader, die Bundestrainer Alfred Gislason viele Alternativen bietet. "Das sind hervorragende Voraussetzungen, um die Kräfte über das Turnier zu verteilen und immer wieder frische Qualität zu bringen", so Klein. Denn wer hinten raus die meisten Körner hat, ist klar im Vorteil.

Für den Weltmeister von 2007 ist klar: "Wir müssen keine Baustellen suchen – wir haben keine." Es sind vielmehr Stellschrauben, an denen gedreht werden muss. Wichtig daneben: Es gilt, den berühmten Flow zu finden, der eine Mannschaft in dem eng getakteten Rhythmus durch das Turnier trägt. Klar ist aber auch, dass der Erwartungsdruck eine Rolle spielen wird: Die vorhandene Qualität muss konstant auf die Platte gebracht werden, damit es was wird mit einer Medaille - oder gar dem ganz großen Wurf.

Bei einer EM liegen Triumph und Tränen aber nah beieinander. "Schon zwei Niederlagen könnten das Aus im Kampf ums Halbfinale bedeuten. Deswegen ist unser erstes Ziel, alles daran zu setzen, die Gruppe zu gewinnen", sagte Gislason.

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Frankreich: Der selbstbewusste Titelverteidiger

Die Franzosen gehen als Titelverteidiger in das Turnier. Und sie sind motiviert. Das Ziel der Franzosen? Topstar Nedim Remili betonte zuletzt: "Die Goldmedaille! Ganz klar. Nicht das Halbfinale oder sonst was. Wir wollen Gold. Das ist unser Ziel - und das motiviert alle im Kader sehr."

Er fällt allerdings kurzfristig aus. Dafür sind nun Leistungsträger wie Dika Mem oder Ludovic Fabregas gefordert, um die hohen Ziele zu verfolgen. Mit den Franzosen ist auch ohne Remili zu rechnen.

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Spanien: Die taktisch Raffinierten

Deutschlands Vorrundengegner. Auch die Spanier sollte man auf der Rechnung haben. "Die große Stärke Spaniens ist ihr erfahrenes Spielsystem", sagt Klein. "Dazu kommen immer wieder taktische Raffinessen – sei es eine offensive Abwehr, besondere Lösungen im Kreisläuferspiel oder flexible Systeme. Spanien spielt auf einem konstant sehr hohen taktischen Niveau."

Wie weit das die Iberer durch das Turnier trägt, bleibt abzuwarten. Denn was die Spanier mit Mitfavoriten wie Dänemark, Norwegen, Portugal oder Frankreich verbindet, ist ein mögliches Aufeinandertreffen in der Hauptrunde.

Auch Deutschland würde in dieser Hauptrundengruppe um die K.o.-Runde spielen. Das Problem: Nur die ersten beiden Mannschaften ziehen in die Halbfinals ein. "Das ist sportlich das Maximum dessen, was es aktuell im Welthandball gibt. Genau daraus entsteht aber auch diese enorme Motivation, sich auf diesem Niveau zu beweisen", sagt Klein.

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Norwegen und Portugal: Im Kreis der Anwärter

Auch Co-Gastgeber Norwegen gehört zum Kreis der Anwärter auf eine Medaille, ebenso wie Portugal, das bei der WM 2025 das deutsche Team im Viertelfinale ausschaltete und am Ende Vierter wurde. Doch auch für diese beiden Mannschaften gilt die potenzielle "Todes-Hauptrundengruppe" als mögliches K.o.-Kriterium.

"Wenn man sich durch diesen Turnierbaum bis ins Halbfinale spielt, dann ist man ganz oben angekommen", sagte Klein und meint das deutsche Team. Das gilt aber auch für Teams wie Norwegen oder Portugal.

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Schweden, Kroatien und Island: Leichter Weg als Trumpf?

Wo es die "Todes-Hauptrundengruppe" gibt und den Hammer-Turnierbaum, existiert auch die andere Seite. Kein Freifahrtschein, aber ein durchaus machbarerer Weg ins Halbfinale.

Auf der anderem Turnierbaumseite gehören Co-Gastgeber Schweden, Vize-Weltmeister Kroatien und der ewige Geheimfavorit Island zu den ersten Anwärtern auf einen Halbfinal-Einzug. Die Kroaten haben erst 2025 bei der WM als Finalist bewiesen, dass man sie immer auf der Rechnung haben muss, trotz der beiden Niederlagen in der Vorbereitung gegen Deutschland.

Für die Schweden war das letzte Turnier eine herbe Enttäuschung mit Platz 14, doch mit dem eigenen Publikum im Rücken und der leichteren Auslosung muss das Halbfinale das Mindestziel sein.

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