Sport Allgemein Leichtathletik
Gentests: Coe freut sich über "überwältigende Unterstützung"
Sebastian Coe, Präsident des Internationalen Leichtathletikverbands World Athletics, hat sich erfreut über die "überwältigende Unterstützung" bei der Umsetzung der neu eingeführten Gentests für Athletinnen im Vorfeld der Weltmeisterschaft in Tokio (13. bis 21. September) gezeigt. "Wir wurden von den Athletinnen und Athleten außerordentlich unterstützt", sagte Coe am Donnerstag, "sie waren besonders hilfsbereit. Viele der Athletinnen haben sich persönlich bei uns gemeldet und sich für diesen Ansatz bedankt."
Der Verband testet auf das SRY-Gen, das Teil des Y-Chromosoms ist und die Entwicklung männlicher Merkmale bewirkt. Ende Juli hatte World Athletics bekannt gegeben, dass sich künftig alle Athletinnen einem solchen Test unterziehen müssen. Nur wer ein negatives Testergebnis verbucht, ist demnach berechtigt, in der Frauenkategorie an Weltranglistenwettbewerben teilzunehmen.
Inzwischen hätten über 90 Prozent der Starterinnen in Tokio den Test absolviert, sagte Coe. Mit Blick auf die Kritik an den eingeführten Teste erklärte der 68-Jährige: "Wir führen keine Geschlechtertests durch. Wir verifizieren die weibliche Biologie." Auch ginge es "nicht um genetische- oder DNA-Informationen", betonte der Olympiasieger von 1980 und 1984 über die 1500 Meter.
An den Tests hatte zuletzt unter anderem die Tokio-Olympiasiegerin im Weitsprung, Malaika Mihambo, Kritik geäußert: "In kürzester Zeit alle Athletinnen weltweit zu Gentests verpflichten zu wollen, ist juristisch fragwürdig, ethisch heikel und wissenschaftlich verkürzt", sagte sie gegenüber dem Sport-Informations-Dienst (SID). Auch der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) äußerte sich kritisch zur Einführung und zum Ablauf.