• Tennis
  • Darts
  • Alle Sportarten

Anzeige
Anzeige
Motorsport DTM

"Bremslichter umprogrammiert": Was an Fellers Lamborghini-Verdacht dran ist

Article Image Media
© Alexander Trienitz
Anzeige

Eine Aussage von Ricardo Feller nach dem DTM-Sonntagsrennen in Spielberg sorgte für Aufsehen: Der Drittplatzierte in der Meisterschaft hatte beim Start den Eindruck, dass beim Lamborghini von Andrea Caldarelli die Bremslichter zu spät aufleuchteten, weshalb Feller dem Markenkollegen von DTM-Leader Mirko Bortolotti ins Heck donnerte.

"Die haben - ich weiß nicht, wieso man sowas macht - irgendwie die Bremslichter umprogrammiert, dass sie später kommen als er effektiv bremst", sagt der nach Platz 15 frustrierte Abt-Audi-Pilot unmittelbar nach dem Rennen bei ran.de.

Er wolle sich das Video noch einmal anschauen, "aber das war mein erstes Gefühl, denn ich habe ja keine Absicht, beim Start dem voll ins Heck zu fahren und mein Auto zu zerstören - und seines natürlich auch."

Manipulation der Bremslichter wäre Riesenskandal

Dass er auf die Bremslichter achtet, sei klar, denn er müsse sich "irgendwo orientieren. Und das sind in dem Moment, wenn es so eng ist, die Bremslichter. Wenn die dann später kommen, was soll ich da machen?"

Eine Manipulation der Bremslichter wäre tatsächlich ein Riesenskandal - und gerade in der aktuellen Situation in der Meisterschaft beim drittletzten Rennen der Saison auch politisch hochbrisant.

Denn Caldarelli stieg als Lamborghini-Werksfahrer erst in Spielberg in die DTM ein und pilotiert auch in Hockenheim das zweite Grasser-Auto. Um seinem SSR-Markenkollegen Bortolotti im Titelkampf zu helfen, vermuten manche im Fahrerlager. Und dann trifft es ausgerechnet Abt-Audi-Pilot Feller, der in der Meisterschaft auf Platz drei liegt. Grund genug, nach dem Wochenende bei Abt nachzufragen.

Abt rudert nach Analyse der Inboard-Kamera zurück

Dort hat man nun eine Erklärung gefunden, warum die Bremslichter in der Wahrnehmung des Schweizers nicht rechtzeitig aufleuchteten. "Ricardo und ich haben uns das noch einmal gemeinsam angeschaut", sagt Abt-Sportdirektor Martin Tomczyk im Gespräch mit Motorsport-Total.com.

"Man sieht an den Bildern, dass das rechte Bremslicht Defekt ist. Das hat den Ausschlag gegeben, warum er das so wahrgenommen hat, denn er war zentral hinter dem rechten Bremslicht. Man sieht, dass das rechte im Vergleich zum linken fast gar nicht leuchtet." Im Nachhinein sehe man nun kein Problem.

Interessant ist, dass der Verdacht, dass die Lamborghini-Bremslichter zu spät angehen, nicht neu ist. Denn schon im Vorjahr gab es in Oschersleben beim ADAC GT Masters mit dem Vorgängermodell des Huracan GT3 Evo2 einen Fall. Daraufhin untersuchte der der Deutsche Motorsport Bund (DMSB), der die Einhaltung des Reglements sicherstellt, das Fahrzeug, fand aber keinerlei Unregelmäßigkeiten.

Manipulierte Lamborghini-Bremslichter: Verdacht nicht neu

Gut möglich, dass Feller, der im Vorjahr im ADAC GT Masters als Titelverteidiger für das Land-Team fuhr, davon gehört hat und daher nun ebenfalls Verdacht schöpfte. Zumal die Fahrer in der Startphase in Sekundenbruchteilen reagieren müssen und gar nicht genug Zeit haben, alles um sich herum zu 100 Prozent zu erfassen.

Dazu kommt, dass die Bremslichter des Lamborghini Huracan GT3 im Vergleich zu anderen Fahrzeugen schwieriger zu differenzieren sind, weil sie Teil der Lichtleiste des Rücklichts sind.

Der DMSB hat sich nach Fellers Aussagen in Spielberg auch diesmal der Sache angenommen und überprüft die Inboard-Kameras auf verdächtige Schalterbewegungen, da sonst die Lichter das gesamte Rennen lang zu spät aufleuchten würden. Zudem wird überprüft, wann Caldarelli auf die Bremse gestiegen ist.


© 2024 Seven.One Entertainment Group