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Motorsport DTM

Knalleffekt bei Audi: Chris Reinke nicht mehr Kundensport-Leiter?

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© Audi AG

Nächste Personalie in Audis Motorsportbereich: Wie Motorsport-Total.com aus sicherer Quelle erfahren hat, ist Chris Reinke ab September nicht mehr Leiter des Kundensport-Bereichs der Volkswagen-Tochter, zu dem auch die in der Vergangenheit so erfolgreichen GT3-Einsätze mit dem Audi R8 LMS zählen!

Stattdessen wird der frühere LMP1-Leiter der Ingolstädter, der seit Anfang 2016 den Kundensport-Bereich leitet, nun offenbar für die Entwicklung von Performance-Projekten bei der Audi Sport GmbH zuständig sein, in die auch der Motorsport eingegliedert ist.

Sein Nachfolger als Kundensport-Leiter wird der frühere Bilstein-Motorsportchef Dirk Spohr werden, der bisher für das Kundenmanagement von Audi Sport Customer Racing zuständig war und nun aufsteigt. Audi nahm auf Nachfrage von Motorsport-Total.com bisher nicht Stellung. Doch was steckt hinter der Personalentscheidung?

Sorgte Reinke bis zuletzt für Kundensport-Vollauslastung?

Vermutlich hat diese auch damit zu tun, dass der Kundensport-Bereich inklusive des Fahrerkaders im Jahr 2023 abgebaut wurde und Audi seit 2024 nur noch die Basisbetreuung gewährleistet, zu der man verpflichtet ist. Aus diesem Grund hat die Abteilung auch kaum finanziellen Mittel mehr, um über die Verwaltung hinaus aktiv tätig zu sein.

Dass 2025 überhaupt ein Audi in der DTM am Start ist, hat ausschließlich damit zu tun, dass Ricardo Fellers Porsche-Projekt mit Allied Racing platzte und die Familie des Schweizers einen R8 LMS GT3 besitzt, dessen Einsatz durch das erfahrene Audi-Team Land kostengünstiger ist als der von anderen Autos. Der letzte R8 LMS GT3 lief übrigens am 22. März 2024 in den Böllinger Höfen vom Band.

Dennoch soll Reinke die Abteilung weiterhin mit viel Herzblut geführt haben. "Er wird von vielen geschätzt - auch bei Lamborghini und Porsche", sagt ein Volkswagen-Kenner im Gespräch mit Motorsport-Total.com. "Und er hat trotz des Abbaus durch neue Aufträge bis zuletzt dafür gesorgt, dass die Kapazitäten der Kundensport-Abteilung ausgelastet sind." Das soll auch viele Arbeitsplätze gesichert haben.

Spielt Reinke eine Rolle bei neuem Verbrenner-Sportwagen?

Aber welche Rolle kann Reinke in Zukunft spielen, zumal aktuell offenbar der Fokus bei Audi voll auf das Formel-1-Projekt gelegt wird? Wie bild.de vor rund einem Monat berichtet hat, will Audi bei der Automobilmesse IAA, die von 9. bis 14. September in München stattfindet, einen neuen Elektro-Sportwagen präsentieren, der in zwei Jahren gebaut werde und die Marke aus der Krise führen soll.

"Ein hochemotionaler Sportwagen - kein TT, kein R8, sondern etwas dazwischen", wird Audi-Boss Gernot Döllner im Artikel zitiert. Zudem wurde das Verbrenner-Aus von 2032 auf 2035 verschoben. All das würde zu einem Bericht der renommierten britischen Fachzeitschrift Autocar Ende Februar passen, wonach auch an einer Neuauflage des R8-Sportwagens auf Verbrennerbasis gearbeitet werde, der als Basis für einen neuen GT3-Boliden Audis dienen könnte.

Das Fahrzeug, das zahlreiche Elemente des Lamborghini Temerario übernehmen soll, habe "bereits die Machbarkeitsstudie überschritten", genieße die "Unterstützung von Audi-Chef Gernot Döllner" und soll Ende 2027 präsentiert werden, heißt es im Text.

"Gigantisch, was unter Reinkes Ägide passiert ist"

Sollte all das tatsächlich umgesetzt werden, würde Reinke auch dem Motorsport erhalten bleiben. Abgesehen davon gilt seine neue Rolle als Betätigungsfeld, in dem er im Gegensatz zum Kundensport-Bereich auch wieder gestalterisch tätig sein könnte. Und zwar wie in der Vergangenheit, denn seine Bilanz im Sportbereich liest sich beeindruckend.

Reinke, der bereits seit 2004 bei Audi tätig ist, war von 2013 bis 2015 für die erfolgreichen Prototypen-Einsätze der Ingolstädter in der Langstrecken-WM WEC zuständig - und damit trotz harter Konkurrenz auch für drei Triumphe bei den 24 Stunden von Le Mans und einen WEC-Gesamtsieg.

Und auch das Kundensport-Engagement erlebte unter seiner Leitung im GT3-Bereich die größte Zeit - mit zahlreichen Siegen bei 24-Stunden-Klassikern und in der DTM. Und vor allem mit insgesamt 310 GT3-Boliden, die seit 2009 verkauft wurden und großteils nach wie vor im Umlauf sind.

Dazu kommen noch die GT2-, GT4 und die TCR-Kundensportmodelle - insgesamt handelt es sich um fast 800 Rennwagen. "Es ist gigantisch, was unter seiner Ägide passiert ist", sagt ein Volkswagen-Kenner.

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