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Regelverstöße beim Reifenheizen? Abt fordert hartes Durchgreifen

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© ADAC Motorsport
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Die Teams versuchen, das Heizdeckenverbot in der DTM zu umgehen: Wieso es jetzt eine Regelklarstellung gibt und das Thema beim Titelfinale an Bedeutung gewinnt.

Tricksen die DTM-Teams, was das verbotene Vorwärmen der Reifen angeht? Tatsächlich wurden laut Informationen von "Motorsport-Total.com" zuletzt Teams dabei ertappt, die Boxentore weit zu öffnen und die Reifen in Position zu bringen, um die direkte Sonneneinstrahlung für das Aufheizen der Pneus zu nutzen.

Manche legten die Reifen auch bereits frühzeitig auf den Reifenwagen für die Startaufstellung, der zufällig vor der Box in der Sonne stand.

Dabei steht in Artikel 25.1 des DTM-Reglements für die Saison 2023, dass "jede Vorrichtung oder Maßnahme zur Erhöhung der Reifentemperatur über die Umgebungstemperatur unzulässig" sei.

Die Vorfälle sind zuletzt auf dem Lausitzring und auf dem Sachsenring aufgetreten - und es soll sich dabei um rund eine Handvoll Topteams handeln, die das Reglement ausreizen oder übers Limit gehen.

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Aus diesem Grund gab es am Samstagabend des Sachsenring-Wochenendes nach einigen mündlichen Hinweisen nun auch eine Reglementklarstellung.

Darin heißt es: "Die kompletten Räder dem Sonnenlicht auszusetzen, gilt als Maßnahme zur Erhöhung der Reifentemperatur über die Umgebungstemperatur." Das sei laut Artikel 25.1 verboten.

Ausnahme klar definiert

Einzige Ausnahme ist die "Dauer des Aufenthalts der auf Trolleys befindlichen Reifen in der Startaufstellung".

Die Teams seien daher "verpflichtet, alle Anstrengungen zu unternehmen, um die Räder vor dem Sonnenlicht zu schützen", egal ob diese in den Reifenzelten oder in der Box gelagert werden.

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Zeltfarbe bewusst gewählt?

Apropos Reifenzelte: Auch diese spielen beim Versuch, die schwierig auf Temperatur zu bringenden Pirelli-Pneus aufzuheizen, eine Rolle.

Nicht zufällig nutzen einige Teams dafür eine schwarze Plane, wodurch bei direkter Sonneneinstrahlung mehr Hitze gespeichert wird als bei einem weißen Zelt.

Das Abt-Team hat laut eigenen Angaben vor der Saison beim ADAC um eine Klarstellung des Reglements gebeten.

Tomczyk: Abt hält sich an Regeln

"Das war eine ganz klare Frage von uns: Wenn die Sonne schräg in die Box hereinscheint, muss ich die Reifen dann irgendwo ganz hinten hinstellen und sie beim Boxenstopp vorholen?", so Abt-Sportdirektor Martin Tomczyk im Gespräch mit "Motorsport-Total.com".

Man erhielt eine positive Antwort - und genau diese Situation habe sich am Samstag auf dem Sachsenring ergeben.

"Wir hatten einen Meter Sonneneinstrahlung in die Box", sagt Tomczyk. "Wir haben die Reifen dann in den Schatten gelegt und nicht vorne in die Sonne, weil das nicht erlaubt ist."

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Tomczyk: "Keine Ausrede mehr"

Doch nicht alle Teams dürften sich entsprechend verhalten haben. Daraufhin gingen Funktionäre des Deutschen Motorsport Bundes (DMSB), der die Einhaltung des Reglements sicherstellt, von Box zu Box und wiesen die Teams auf das Reglement hin.

"Das ist fair, weil du nie gleich viel Sonne in allen Garagen hast", sagt Abt-Geschäftsführer Thomas Biermaier.

Beim Audi-Team fordert man aber nun nach der schriftlichen Klarstellung Strafen. "Jetzt gibt es keine Ausrede mehr", so Tomczyk. "Wenn jetzt jemand erwischt wird, muss Härte gezeigt werden. Das erwarte ich mir, sonst brauchen wir keine Regeln."

Verdacht besonders gegen zwei Teams

Aber wer waren eigentlich die Übeltäter? Wie "Motorsport-Total.com" erfahren hat, dürften das Mercedes-AMG-Team HRT, das auf dem Sachsenring mit Luca Stolz triumphiert hat, und die BMW-Truppe Schubert zur der Handvoll Teams zählen, die übers Limit gingen.

"Wir sind uns keiner Schuld bewusst, und mir ist nicht zu Ohren gekommen, dass es am Sachsenring Probleme gab", wundert sich HRT-Teamchef Ulrich Fritz auf Nachfrage von "Motorsport-Total.com".

Es könne zwar sein, dass es "bei vergangenen Veranstaltungen schon mal Fragestellungen und Darstellungen dazu gab und dass wir das mal anders ausgelegt hatten als es im Reglement steht", ergänzt Fritz. Das bedeute aber nicht, "dass das Team nicht drauf hingewiesen wurde. Alle Teams haben das am Anfang ausgelotet."

Schubert sieht kein Problem bei Sachsenring

Das Schubert-Team dürfte sich laut Informationen von "Motorsport-Total.com" nach dem Hinweis des technischen Kommissars am Samstag an die Regel gehalten haben.

Abgesehen davon ist Teamboss Torsten Schubert der Meinung, dass das Vorwärmen der Reifen bei den hohen Temperaturen auf dem Sachsenring ohnehin keine entscheidende Rolle gespielt habe.

Größere Rolle zum Saisonfinale?

"Der Reifen ist ruckzuck da - das hat man ja bei den Outlaps gesehen", sagt er. "Das wird ein anderes Thema sein, wenn es ein bisschen kälter wird."

Das Thema könnte also bei den im Titelkampf entscheidenden zwei Saisonwochenenden in Spielberg und Hockenheim bei vermutlich niedrigeren Temperaturen eine Schlüsselrolle spielen.


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