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Motorsport Formel 1

Horner, Cadillac und ein wilder Alpine-Plan: Was ist wirklich dran?

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© LAT

Christian Horner wird aller Voraussicht nach nicht als Teamchef von Cadillac in die Formel 1 zurückkehren. Seit der 51-Jährige Anfang Juli von seinen Aufgaben als Chef des Formel-1-Programms von Red Bull entbunden wurde, hielten sich Gerüchte hartnäckig, wonach er eine Rückkehr in die Königsklasse anstrebe, und Cadillac wurde auf Social Media und im Internet immer wieder als denkbare Variante genannt. Doch dem hat der amerikanische Rennstall jetzt einen Riegel vorgeschoben.

Dan Towriss, CEO von TWG Motorsports (also der Eigentümergruppe des Cadillac-Teams), stellt gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press klar: "Es hat keine Gespräche mit Christian Horner gegeben. Und es gibt auch keine Pläne, solche Gespräche zu führen. Ich möchte dieses Gerücht hiermit offiziell entkräften." Ein klares Dementi, das keinen Spielraum lässt.

Einfach nur Teamchef? Eher kein Thema!

Für Insider schien ein Horner-Engagement als "einfacher Angestellter" des Cadillac-Teams ohnehin nie besonders wahrscheinlich. Sein langjähriger Freund Bernie Ecclestone hat erst vor der Sommerpause im Interview mit Sky verraten: "Die Position, die er bei Red Bull wirklich wollte, war, Anteilseigner des Teams zu werden." Genau so, wie sein langjähriger "Lieblingsfeind" Toto Wolff bei Mercedes.

Aber genau das ist der Haken: "Solange er nicht jemanden findet, der das Geld dafür aufstellt, ein Team zu kaufen, sehe ich das nicht passieren", spekuliert Ecclestone und äußert gleichzeitig den Verdacht, dass Horner mutmaßlich kein Interesse daran habe, als einfacher Teamchef ohne Anteile an der Firma in die Formel 1 zurückzukehren.

Diesbezüglich machte rund um den Grand Prix von Ungarn ein abenteuerliches Gerücht die Runde im Paddock. Demnach soll Horner seine alten Kumpels Ecclestone und Flavio Briatore angehauen haben, gemeinsam das nötige Kapital aufzustellen, um dem Renault-Konzern die Mehrheit der Anteile am Alpine-Team abzukaufen.

Ein Gerücht, das Ecclestone an einen kleinen Seitenhieb gegen den bei Ferrari derzeit strauchelnden Superstar Lewis Hamilton knüpft und augenzwinkernd ins Reich der Fabeln verweist: "Da ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass Lewis seinen achten Titel gewinnt." Und das ist sehr unwahrscheinlich, liegt Hamilton doch nach 14 von 24 Grands Prix mit 175 Punkten Rückstand auf WM-Leader Oscar Piastri nur an sechster Position der Fahrerwertung.

Scheitert es am nötigen Kleingeld?

Horner selbst ist wohl nicht kapitalstark genug, um sich ohne zusätzliches Investment bei einem Formel-1-Rennstall einzukaufen. Die geschätzte Bewertung des Alpine-Teams liegt derzeit laut Sportico bei 1,5 Milliarden US-Dollar (Stand: November 2024). Das ist für Horner eine Kragenweite zu groß, selbst wenn er zuletzt bei Red Bull ungefähr 24 Millionen Euro pro Jahr verdient haben soll (Stand: 2023).

Dass Ecclestone bereit sein soll, Horner das nötige Kleingeld als Investor anzuvertrauen, erscheint ebenso nicht plausibel. Mit 94 Jahren wird er sich vermutlich nicht mehr in neue Abenteuer stürzen. Vielmehr hat Ecclestone begonnen, einige seiner Assets abzuverkaufen. Zum Beispiel wurde im März 2025 bekannt, dass er seine legendäre Sammlung von 69 historischen Rennwagen an Mark Mateschitz verkauft hat.

Dass Red Bull seinen Trauzeugen Horner entlassen hat, kann Ecclestone übrigens nachvollziehen: "So haben sie das halt geregelt. Ich habe es unsere Freunde wissen lassen, dass es vielleicht ein bisschen skrupellos war, wie sie es gemacht haben. Aber sie hatten keine andere Wahl. Sie haben entschieden, dass sie das tun wollen, und sie haben es getan. Sie mussten es dann auch durchziehen."

Am 9. Juli wurde bekannt, dass Red Bull Horner von seinen operativen Aufgaben entbunden hat. Davor hatte der Teamchef, vor allem seit dem Tod von Dietrich Mateschitz im Oktober 2022, nach mehr Macht innerhalb des Red-Bull-Programms gestrebt und zuletzt auch immer mehr Kontrolle über das B-Team Racing Bulls ausgeübt.

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