Formel 1 Motorsport
"Gamechanger": Mercedes und ADAC suchen deutsche Formel-1-Stars
Mercedes will gemeinsam mit dem ADAC die deutschen Formel-1-Piloten der Zukunft finden und ausbilden. Beide Seiten stellten ihre Pläne für das neue Förderprogramm im Rahmen des Großen Preises der Niederlande vor, schon in diesem Jahr findet demnach eine erste Sichtung statt.
"Wir als deutsche Marke würden uns wünschen, dass wir in ein paar Jahren einen Deutschen in der Formel 1 haben, den wir großgezogen haben", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff: "Wir wollen das Supertalent finden." Neben Wolff äußerte sich in Zandvoort auch Konzernchef Ola Källenius zu den Plänen.
Diese nehmen vor allem das Problem der hohen Kosten im Nachwuchsrennsport ins Visier. Schon ein ambitioniertes Kartprogramm kostet die sehr jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer bis zu 250.000 Euro. Geht es anschließend in den Nachwuchs-Formelsport, werden schnell siebenstellige Summen notwendig. Hier will Mercedes künftig einspringen - sofern geeignete Talente gefunden werden.
Jährlich soll daher der ADAC mithilfe seiner Regionalabteilungen fünf deutsche Talente identifizieren, die sich dann angeleitet von Mercedes in einem "Shootout" beweisen dürfen. Wird dabei jemand gefunden, der oder die auch international konkurrenzfähig wirkt, "dann fördern wir zu 100 Prozent", sagte Wolff: "Wenn wir niemanden finden, dann machen wir das gleiche im nächsten Jahr wieder." All dies sei nicht als "Charity" zu verstehen, "wir wollen die besten Fahrer identifizieren".
Wolfgang Dürheimer, Vorstandsvorsitzender der ADAC Stiftung Sport, bezeichnet die Initiative als "Gamechanger". Die Stiftung unterstützt jetzt bereits rund 30 deutsche Talente im Motorsport Team Germany, hat allerdings nicht die Möglichkeiten eines Konzerns. "Jetzt kommt von einer solchen Organisation plötzlich das Angebot: Wenn ihr ein deutsches Supertalent findet, dann brauchen sich dieses Talent und seine Familie keine Sorgen mehr machen, ob das Ganze finanzierbar ist", sagte Dürheimer.
Laut Källenius soll die Initiative auch als "Signal, als Inspiration" wirken: "An die Jungs und Mädels in Deutschland. Geh' in den Motorsport, und vielleicht sitzt du eines Tages im Mercedes-Cockpit."