Formel 1 Motorsport
SID-Aufwärmrunde: Vier Kernpunkte für das Rennen in Zandvoort
Am Start sind starke Nerven gefragt, dahinter wohlmöglich Geduld - und das Wetter könnte zum X-Faktor werden. Obwohl McLaren deutlich überlegen wirkt, könnte der Große Preis der Niederlande am Sonntag (15.00 Uhr/RTL und Sky) interessant werden. Ein Ausblick:
ERSTE METER: Wenn das Rennen erstmal läuft in Zandvoort, dann gibt es kaum Ruhepausen. Die eine Kurve geht in die nächste über, die Geraden sind kurz, der Kurs gehört zu den fließendsten und engsten, die der Kalender zu bieten hat. "Hier ist es immer sehr schwer, zu überholen", sagt Lando Norris, im McLaren auf Position zwei hinter seinem Teamrivalen Oscar Piastri. Und deshalb kommt dem Start eine so große Bedeutung zu. Seit der Rückkehr der Formel 1 nach Zandvoort im Jahr 2021 gewann hier immer der Pole-Setter. Wer also macht es dieses Mal besser? Piastri von ganz vorne oder Norris aus der Lauerstellung?
LANGER ATEM: Einer, der sich das ganz in Ruhe anschauen will, steht einen Startplatz weiter hinten. Max Verstappen hatte am Freitag und auch noch am Samstagmittag einige Probleme, aber wie so oft legten Red Bull und der Weltmeister gerade rechtzeitig den Schalter um. Vor seinen Heimfans plant Verstappen nun erstmal nichts Verrücktes. "Die McLaren waren die ganze Zeit schnell", sagte er, "es ist also wichtig, dass ich mich erstmal auf mein eigenes Rennen konzentriere. Mal sehen, was wir dann erreichen können." Denn Verstappen weiß auch: Über 72 Runden in den Dünen kann viel passieren. Die beiden McLaren-Piloten kämpfen zunehmend hart um ihren jeweils ersten WM-Titel - und vielleicht kommt ja auch Hilfe von oben.
WIND UND WOLKEN: Klar war bei der Anreise nach Zandvoort nur, dass es immer wieder Regen geben würde. Wann genau der allerdings kommt, das ist kaum abzusehen. Schon am Freitag und Samstag regnete es immer wieder, an den Abenden blitzte und donnerte es gar. Die Sessions fanden aber allesamt im Trockenen statt. Im Rennen könnte sich das ändern, ein Mix aus Regen und Sonne wäre nicht ungewöhnlich - das Klassement könnte damit durcheinandergewirbelt werden. Und auch die Böen sind wenige Meter von der Nordsee entfernt eine Herausforderung. "In einigen Kurven musst du dich immer danach richten, was der Wind macht", sagt Verstappen.
WEIT HINTEN: Auch Nico Hülkenberg hätte sicher nichts gegen ein wenig Chaos. Der Routinier gilt eigentlich als Spezialist für das Qualifying, in diesem Jahr will es im Sauber aber nur selten klappen. Auch am Samstag war er nun im entscheidenden Moment nicht schnell genug, scheiterte zum wiederholten Male schon in Q1 und startet nur von Rang 17. Umso besser läuft es aber ja bislang in den Rennen, Hülkenberg legte schon einige Aufholjagden hin, Höhepunkt der Saison und auch der Karriere war der sensationelle dritte Platz im Juli in Silverstone: Hülkenbergs erstes Podest nach 15 Jahren Formel 1. Ähnliches dürfte er sich kaum erhoffen, doch bis zu den Punkten ist der Weg für ihn am Sonntag nicht zwingend zu weit.