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Wintersport

Olympia 2026: Julia Taubitz holt Gold im Rodeln - Drama um Merle Fräbel

  • Aktualisiert: 10.02.2026
  • 19:25 Uhr
  • SID

Rennrodlerin Julia Taubitz holt die dritte deutsche Goldmedaille bei den Winterspielen in Italien - und hakt damit auch ein vier Jahre altes Olympia-Trauma ab.

Julia Taubitz weinte und lachte gleichzeitig, und das war nicht der einzige Kampf, den sie am Ziel ihrer Träume zu kämpfen hatte: Das gesamte deutsche Rodel-Team begrub die neue Olympiasiegerin schon im Zielbereich unter sich, die Party begann bereits im Eiskanal - denn Deutschlands Vorzeigerodlerin hat in Cortina d'Ampezzo erstmals Olympiagold gewonnen und damit auch ein vier Jahre altes Trauma besiegt.

"Ich habe lange nicht mehr so viel geweint, da ist gerade ganz viel abgefallen", sagte Taubitz im ZDF: "Die letzten vier Jahre waren nicht immer leicht, aber es hat sich gelohnt." Denn 2022 in Peking war es noch ganz anders gelaufen für Taubitz, als Favoritin stürzte sie damals und verpasste die Medaillen. Nun entlud sich einiges. Schluchzend sang Taubitz die Nationalhymne und küsste ihre ersehnte Medaille. "Das war mein Kindheitstraum von kleinauf, ich habe schon nicht mehr dran geglaubt", die Tage in Cortina seien nun "der geilste Tanz meines Lebens" gewesen.

Beim Banden-Drama um ihre Teamkollegin Merle Fräbel war die 29 Jahre alte Weltmeisterin zwei Tage nach dem Coup von Max Langenhan ganz souverän zum zweiten Triumph für die deutschen Schlittensportler gerast - insgesamt war es bereits das dritte deutsche Gold in Norditalien.

Der vorher erwartete Tausendstel-Krimi blieb aus: Fräbel, mit nur 0,061 Sekunden Rückstand auf Taubitz in den Entscheidungstag gegangen, krachte beim Start des dritten Laufes in die Bande und musste ihre Medaillenträume begraben. Ein guter vierter Durchgang genügte nicht mehr, im Zielbereich zuckte sie frustriert mit den Schultern und vergoss ein paar Tränen. Am Ende nur Platz acht. "Vielleicht war es zu viel Druck, ich kann es nicht sagen", so Fräbel.

Taubitz hingegen feierte, auch angefeuert von mehr als 50 Fans aus der Heimat, den größten Erfolg ihrer Karriere. Mit mehr als neun Zehntelsekunden Vorsprung setzte sich die achtmalige Weltmeisterin vom WSC Oberwiesenthal vor der Lettin Elina Bota und der US-Amerikanerin Ashley Farquharson durch. Vier Jahre nach ihrem Olympiatrauma von Peking ist es für Taubitz das ersehnte Happy End.

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Olympia: Taubitz beerbt Geisenberger

Sie tritt nun die Nachfolge von Natalie Geisenberger an, die in Peking mit ihren Goldmedaillen fünf (Einzel) und sechs (Teamstaffel) zur erfolgreichsten deutschen Winter-Olympionikin aufgestiegen war. Taubitz, die bereits fünf Gesamtweltcupsiege in ihrer Vita stehen hat, setzte im Eiskanal auch einen historischen Erfolgslauf fort: Seit 1998 kam die Olympiasiegerin im Einsitzer der Frauen stets aus Deutschland.

Schon am vierten Tag der Wettkämpfe in Norditalien erweist sich der Bob- und Schlittenverband BSD einmal mehr als Erfolgsgarant. In Peking hatten die Rodler, Skeletonis und Bob-Piloten 16 der 27 deutschen Medaillen gewonnen. Im Rodeln ging Gold dort in allen vier Wettbewerben an den BSD.

Taubitz legte den Grundstein für den Erfolg schon am Montag. Während die internationale Konkurrenz reihenweise patzte, setzte sie sich mit Bahnrekord im zweiten Lauf an die Spitze. Nach dem Patzer von Fräbel konnte dann nur noch ein schwerer eigener Fehler den Olympiasieg verhindern, mehr als sieben Zehntelsekunden Vorsprung nahm Taubitz mit in den finalen Lauf - und blieb dort cool.

Eine olympische Medaille sei ihr "Traum von klein auf" gewesen, hatte Taubitz vor dem Rennen betont. Anna Berreiter aus Berchtesgaden, Olympiazweite von Peking, verpasste das Podium als Sechste deutlich.

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