Phoenix/München - Ex-Cardinals Cornerback Patrick Peterson hat im Podcast "All things covered" einen Blick auf die miserable sportliche Situation seines Ex-Teams geworfen. Dabei hat er vor allem Quarterback Kyler Murray kritisiert und ihm unter anderem vorgeworfen: "Kyler Murray kümmert sich nur um Kyler Murray."

Streit zwischen den beiden gebe es aufgrund der provokanten Aussagen aber nicht. Das bestätigte Peterson dem "ESPN"-Reporter Kevin Seifert. "Was ich damit meinte war, dass man als Quarterback ein Stück weit auf sich selbst schauen muss. Wie wirkt sich wohl eine schlechte Körpersprache auf die eigenen Teamkollegen aus?", erklärte der Cornerback der Minnesota Vikings.

Weiter räumte der ehemalige Cardinals-Akteur ein: "Wenn unser Quarterback energielos wäre und keinen Glauben daran hätte, erfolgreich zu sein, wie sollen wir dann ein Spiel gewinnen? Ich meinte das deshalb in keiner Form respektlos gegenüber Kyler."

Peterson habe Murray mittlerweile sogar persönlich geschrieben und wolle ihm Tipps geben, habe jedoch noch keine Antwort erhalten. Umso ehrenwerter erscheint die Reaktion des 32-Jährigen, nachdem Murray zunächst gegen ihn zurückgeschossen hatte.

Nach Peterson-Aussagen: Murray kontert

Doch Petersons Kritik kam nicht von ungefähr. Denn trotz Top-Offensiv-Spielern wie Marquise Brown, DeAndre Hopkins und Kyler Murray bleiben die Arizona Cardinals weit hinter ihren Ansprüchen zurück und haben mit einer Bilanz von 4-8 nur noch minimale Chancen auf die Playoffs.

Kyler Murray wies die Anschuldigungen seines ehemaligen Teamkollegen dennoch via Twitter mit einer klaren Reaktion von sich.

"Das ist nicht wahr. Patrick Peterson, du laberst seltsamen Scheiss", schrieb der 25-Jährige. Wenn der Cornerback wirklich so über ihn denken würde, sollte er ihn als guter Freund lieber persönlich darüber informieren und nicht dadurch seinen Podcast durch die Decke gehen lassen, fügte Murray hinzu.

Kyler Murray: Beziehung zu Head Coach Kingsbury ausbaufähig

Jedoch lassen frühere Aussagen des Cardinals-Quarterbacks darauf schließen, dass er sich zumindest nicht um eine gute Beziehung zu seinem Head Coach Kliff Kingsbury bemüht und somit an Petersons Vorwürfen nicht alles falsch zu sein scheint. Der 43 Jahre alte Trainer stieß nach einem riskanten Passspielzug gegen die Chargers bei viertem Down auf Unverständnis bei seinem Quarterback.

Da das Play letztendlich in einer Interception resultierte und das Spiel mit 24:25 verloren ging, wütete Murray auf der anschließenden Pressekonferenz: "Schematisch gesehen waren wir bei diesem Spielzug aufgeschmissen." Patrick Peterson und Bryant McFadden waren im Podcast rückblickend der Ansicht, dass es solche Aussagen nicht brauche und Murray diese Gedanken lieber für sich behalten sollte.

Peterson befürchtet allerdings, dass Murray und seine Teamkollegen nicht diejenigen sein werden, die für die schlechte Ausbeute dieser Saison angezählt werden, sondern vielmehr deren Head Coach: "Er wird nicht nur vielleicht deren Sündenbock sein, er wird es sogar definitiv sein", ließ der Defensiv-Spieler der Vikings verlauten.

Klärendes Gespräch zwischen Murray und Peterson steht noch aus

Ob Streit oder nicht: Eine endgültige Bereinigung der Thematik gab es unter den beiden ehemaligen Teamkollegen bislang noch nicht. Durch Petersons öffentliche Entschuldigung stehen die Chancen dazu aber vermutlich gut.

Peterson und Murray spielten in den Saisons 2019 und 2020 zusammen unter Head Coach Kingsbury und erreichten zusammen weder die Playoffs noch einen positiven Record. Womöglich eine alte Wunde, unetr der die beiden immer noch leiden.