Brauch gegen die Dolphins die Unterstützung seiner Defense: Cam Newton. - Bildquelle: imagoBrauch gegen die Dolphins die Unterstützung seiner Defense: Cam Newton. © imago

München/Charlotte - Für die Fans der Carolina Panthers endete der vergangene Spieltag mit gemischten Gefühlen. 

Auf der einen Seite stand das emotionale Comeback von Quarterback Cam Newton, der das Team erstmals seit seiner Rückkehr als Starter aufs Feld führte. Dabei glänzte "Super Cam" als routinierter Spielmacher und bewies eindrucksvoll, was noch in ihm steckt.

Auf der anderen Seite setzte es gegen das Washington Football Team eine bittere und vermeidbare Niederlage. Die Playoff-Euphorie in North Carolina ist zunächst wieder gebremst. Damit die Fans am Ende der Saison doch Grund zum Jubeln haben, brauch es gegen die Miami Dolphins einen dringend benötigten Sieg - doch ein "Super Cam" alleine reicht nicht. 

Traum-Comeback nicht genug

Neben 189 Passing Yards und zwei Touchdowns legte Newton gegen das Football mit 46 Rushing Yards und einem Touchdown auch im Laufspiel starke Zahlen auf. Damit zeigte er, dass ihn Head Coach Matt Rhule zurecht zum Starter ernannt hatte. 

"Was er am Sonntag gemacht hat, war außergewöhnlich", erklärte Rhule auf einer Pressekonferenz am Mittwoch: "Er hat uns zu 21 Punkten geführt, obwohl er die Offensive erst drei oder vier Tage lang kannte. Das ist unübertroffen", schwärmte der Head Coach weiter. 

Tatsächlich wirkte Newton so souverän, als wäre er schon über die gesamte Saison fester Bestandteil der Offensive. Nachdem er bereits in seinem ersten Spiel als Gadget-Spieler für zwei Touchdowns sorgte, hauchte er der Offensive gegen Washington endgültig wieder neues Leben ein. 

Doch nicht nur seine Leistungen auf dem Platz sind für eine erfolgreiche Panthers-Saison entscheidend. Als neuer und alter Anführer in der Kabine soll er nun auch die anderen Mannschaftsteile zu Höchstleistungen antreiben. 

Arbeitsethos beeindruckt Coaches

"Ich wünschte, dass jeder sehen könnte, wie hart er arbeitet. Als ich am Montag um 20 Uhr nach Hause gehen wollte, war er immer noch im Fitnessraum, wie den ganzen Tag", fuhr Rhule fort. Dabei lebt Newton eine banale Sportlerweisheit vor: Wer Erfolg haben will, muss über seine Grenzen hinaus gehen.

Dabei gehe es laut Rhule nicht nur um emotionale Reden, sondern das Maximale aus seinen Mitspielern herauszuholen: "Er hat uns davon bereits jetzt schon viel gebracht. Er will unbedingt gewinnen, er ist der Anführer im Team", so der Coach.

 

Das Playoff-Picture in der NFC ist in der laufenden Saison so eng we lange nicht mehr. Mit fünf Siegen und sechs Niederlagen befinden sich die Panthers mitten im Kampf um die begehrten Postseason-Plätze, doch sowohl nach oben als auch nach unten ist noch alles drin.

Damit es mit den so wichtigen Siegen klappt, muss Coach Rhule auf beiden Seiten des Feldes für Stabilität sorgen. Gegen das Football Team offenbarte die eigentlich starke Defense eklatante Lücken. Zumindest vor dem Kracher gegen die Dolphins scheinen die Akteure den Worten von Newton Gehör geschenkt zu haben. 

"Sind alle erwachsene Männer"

"Wenn wir gewinnen wollen, müssen wir uns gegenseitig in die Verantwortung zwingen. Wir müssen unsere Freundschaften bei Seite legen und wie erwachsene Männer miteinander umgehen", erklärte Linebacker Haason Reddick im Hinblick auf die anstehenden Aufgaben. 

Defensive End Brian Burns schlug dabei in eine ähnliche Kerbe: "Wir müssen die Sensibilität ablegen und die Dinge beim Namen nennen. Wir kommen hier her, um unseren Job zu erledigen, und das bedeutet, zu gewinnen", so der Routinier. 

Dass die Panthers-Defense eigentlich das Potenzial zu einer der besten Verteidigungen der NFL hat, haben sie in dieser Saison bereits bewiesen. Mit gerade einmal 3176 zugelassenen Yards stehen Reddick und Co. ligaweit auf dem zweiten Platz in dieser Kategorie - die Grundlagen sind also da, jetzt brauch es die richtige Motivation.  

"Unsere Defense funktioniert, nur wir müssen unsere Jobs erledigen", fasste Reddick abschließend zusammen. Ab sofort setzt man also in Carolina auf konstruktive Kritik als Schlüssel zum Erfolg - auch Dank Cam Newton. 

Dolphins-Kracher als Wegweiser

Ein Sieg gegen die ebenfalls inkonstanten Dolphins wäre dabei extrem wichtig. Miami konnte die vergangenen drei Spiele für sich entscheiden und befindet sich im Aufwärtstrend. Gelingt ihnen ein Sieg am Sonntag, könnten sich auch die Dolphins wiederum auf den letzten Metern ins Playoff-Rennen einschalten. 

Die Panthers sind offenbar auch mental auf die wichtige Partie vorbereitet. Denn wie es scheint, hat Newton bereits nach wenigen Tagen am Trainingsgelände für eine neue Denkweise bei den Panthers gesorgt. Anstatt sich auf Identitätssuche zu begeben, richtet sich der Blick ab sofort ohne Zweifel nach vorne. Dabei kann das Ziel am Ende der Saison nur die Playoff-Teilnahme sein.

 

Auch Newton merkte nach der Niederlage trotz seiner starken individuellen Leistung an: "Ich und das ganze Team muss besser werden". Damit nahm er sowohl sich als auch die gesamte Mannschaft vor dem Spiel am Sonntag in die Pflicht.

Denn dank Newton haben die Carolina Panthers wieder eine Aufgabe: Spiele zu gewinnen. 

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