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München/Pittsburgh - Die Stimmungslage in Pittsburgh ist am Tiefpunkt. Die Steelers, neben den New England Patriots das erfolgreichste AFC-Team der vergangenen zwei Dekaden, sind derzeit Letzter in der AFC North, die eigentlich von Pittsburgh beherrscht wird.

Dabei schwingen sich die so stolzen Steelers von einem kuriosen Auftritt zum nächsten. Wurde man gegen die Chicago Bears in Woche neun noch von einem fragwürdigen Taunting-Call beim dritten Versuch gerettet, gab es in Woche zehn das peinliche 16:16 gegen die Detroit Lions.

Einem spektakulären 37:41 bei den Los Angeles Chargers folgte die Klatsche bei den Cincinnati Bengals (10:41). Nach der Bye Week in Woche sieben stehen die Steelers bei einer 2-2-1-Bilanz mit Siegen gegen dysfunktionale Cleveland Browns (15:10) und eben die Bears.

Mike Tomlin ist sauer: "Klappe halten und liefern"

Dementsprechend frustriert ist Head Coach Mike Tomlin. "Wir können nicht so weitermachen und erwarten, dass es von alleine anders ausgeht", sagte der Hauptübungsleiter der Steelers auf einer Medienrunde am Dienstag.

Er kündigte zudem Veränderungen an. Welche das sind, ließ er aber offen. "Das werden wir dann am Sonntag sehen, oder? Es wird nichts dramatisches aber hoffentlich mit signifikantem Erfolg", so der 49-Jährige.

"Es ist jetzt an der Zeit, die Klappe zu halten und zu liefern", stimmte Tomlin auch einen rauen Ton an: "Was wir hier reden, das hat keine Bedeutung. Was Bedeutung hat, ist, was wir am Sonntag auf dem Rasen zeigen." In Woche 13 treten die Pittsburgh Steelers zum wichtigen Division-Duell gegen die Baltimore Ravens an.

Roethlisberger in der Pflicht

Eine der angekündigten Veränderungen könnte Quarterback Ben Roethlisberger betreffen. Der 39-Jährige spielt mutmaßlich die letzte Saison seiner Karriere und trainiert daher nur selten regelmäßig.

"Manche brauchen physisches Training, manche mentales Training und manche müssen sich einfach erholen", vermied es Tomlin aber Namen zu nennen. Roethlisberger trainiert mittwochs zumeist gar nicht, donnerstags nur limitiert und einzig im Abschlusstraining freitags voll.

 

"Big Ben" hatte in Woche zwölf einen Horrortag, gegen die Bengals warf er zwei Interceptions, davon einen Pick Six. Die vielen Yards (263) sowie der Touchdown kamen zustande, als das Spiel schon lange entschieden war.

Musik beim Training? "Er spielt Receiver, ich mache das Training"

In seinem Mini-Rundumschlag adressierte Tomlin auch seinen Receiver Chase Claypool. Der hatte tags zuvor vorgeschlagen, dass ein wenig Musik während des Trainigs mehr Spaß machen würde. "Das macht es lustiger und auch schneller", so der Wide Receiver.

Bei seinem Coach stieß dieser Vorschlag auf wenig Gegenliebe. "Claypool spielt Wide Receiver und das lasse ich ihn auch machen. Dafür entscheide ich, wie wir das Training angehen", sagte Tomlin etwas genervt.

Man bekommt das Gefühl, dass noch nicht jeder bei der traditionsreichen Franchise den Ernst der Lage verstanden hat. Mit einer Bilanz von 5-5-1 stehen die Pittsburgh Steelers am Ende der AFC North. Verlieren sie gegen die Baltimore Ravens, dann ist der Division-Sieg quasi schon weg.

Seitdem Mike Tomlin als Head Coach in Pennsylvania das Sagen hat, haben die Steelers noch nie in einer Saison mehr Niederlagen als Siege geholt.

Er wird alles dafür tun, damit das so bleibt.

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