Die Bayern-Spieler feierten nach dem 3:0 gegen Chelsea mit den Fans - Bildquelle: imago images/kolbert-pressDie Bayern-Spieler feierten nach dem 3:0 gegen Chelsea mit den Fans © imago images/kolbert-press

London/München – "Football is coming home" schallte es durch die Stamford Bridge. Doch nicht die Anhänger des FC Chelsea sangen in den Londoner Nachthimmel. Die waren zu guten Teilen schon in den letzten Spielminuten auf dem Heimweg. Es waren die Bayern-Fans, die ein beeindruckendes 3:0 ihrer Mannschaft beim FC Chelsea feierten.

Was die Bayern im Achtelfinale in London hinlegten, war nicht weniger als eine Machtdemonstration. Bayerns Auftritt bei Chelseas höchster Heimniederlage in der Europapokal-Geschichte war die bislang überzeugendste Leistung der Achtelfinal-Begegnungen. Und ein Fingerzeig an die Konkurrenz: Nach den wenig eindrucksvollen Vorstellungen der vergangenen beiden Jahre sind die Bayern wieder da.

So sieht es auch Thomas Müller: "Die können davon halten, was sie wollen. Der Respekt vor Bayern ist immer groß, auch wenn unser Ruf etwas gelitten hat. Aber wer die letzten Wochen beobachtete, wie wir an die Tabellenspitze kamen, sieht: Man muss mit uns rechnen."

Hansi Flick: "Wir haben das Spiel bestimmt"

Tatsächlich ist unter Hansi Flick die alte Lust an der Dominanz zurück. Ein ängstlicher Auftritt wie im Vorjahr gegen Liverpool? Derzeit undenkbar! Und gaben die Kovac-Bayern bei Führungen die Eigeninitiative häufig bereitwillig her, drängten sie diesmal bis zum Ende sogar noch auf den vierten Treffer. Bis zum Schlusspfiff liefen Robert Lewandowski und Co. im Gegenpressing immer wieder hoch an. So standen am Ende 15:7 Torschüsse und 63 Prozent Ballbesitz auf der Habenseite.

"Das war eine sehr konzentrierte Mannschaftsleistung, wir haben das Spiel bestimmt. Wir sind sehr happy und zufrieden. Wir wollen jetzt das Viertelfinale erreichen und alles andere geht Step by Step", lobte Flick den Auftritt seiner Spieler.

Auch der offizielle "Man of the Match" Serge Gnabry zollte nach seinen zwei Toren dem gesamten Team Respekt: Seine Auszeichnung "geht heute an alle". Der einstige Spieler des FC Arsenal, der für die "Gunners" allerdings kein einziges Tor schoss, glänzte wie schon bei seinen vier Toren gegen Tottenham in der britischen Hauptstadt: "Es tut gut zurückzukommen, ich habe noch viele Freunde hier. Es waren heute auch viele im Stadion, die mir viel Kraft verliehen haben."

Alphonso Davies läuft allen davon

Und dann war da noch Alphonso Davies: Der Kanadier brach vor allem in der zweiten Halbzeit ein ums andere Mal mit seinem irrwitzigen Tempo auf dem linken Flügel durch und leitete so das 3:0 ein.

"So etwas wie ihn hat man bei Bayern vorher noch nicht gehabt mit seinem Körper und seiner Schnelligkeit", schwärmte Teamkollege Müller: "Noch beeindruckender ist aber, wie er sich taktisch entwickelt hat. Er kam als Linksaußen und bringt jetzt Weltklasse-Leistungen links hinten."

Davies, der unter Flick gesetzt ist und längst zu Hasan Salihamidzic' größtem Transfer-Coup avanciert ist, konnte seine Gala auf Europas größter Fußball-Bühne selbst kaum fassen: "Es ist ein Traum, der wahr geworden ist. Als Junge habe ich diese Spiele dieser Mannschaft gesehen und jetzt stehe ich dort selbst auf dem Platz."

Mit einem Bein im Viertelfinale

Das wird er wohl auch im Viertelfinale tun. Zu groß ist der Qualitätsunterschied zu einem FC Chelsea im Umbruch, das im Rückspiel am 18. März auch noch auf die gesperrten Marcos Alonso und Jorginho verzichten muss. Einziger Bayern-Wehrmutstropfen: Kingsley Coman wird wegen einer Muskelverletzung am Wochenende gegen Hoffenheim aussetzen müssen.

Dennoch: Bayern strotzt zu Beginn der heißen Saisonphase vor Kraft – spätestens seit gestern Nacht wissen das auch Real, Barca und Co.

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