Megalob von Pep Guardiola: Ilkay Gündogan. - Bildquelle: imago/GeisserMegalob von Pep Guardiola: Ilkay Gündogan. © imago/Geisser

München/Basel - Ilkay Gündogan blieb bescheiden. Höflich. Und zurückhaltend. Dafür hat der 27-Jährige schon zu viel erlebt. Zu viele persönliche Leidensgeschichten. Sportliche Rückschläge. Nervige Geduldsproben.

Es ist daher kein Wunder, dass er die Anwesenheit von Bundestrainer Joachim Löw nach seinem Galaauftritt in der Champions League beim 4:0 in Basel eher freundlich-konservativ kommentierte. "Ich hoffe, dass ihm meine Leistung gefallen hat", sagte der Mittelfeldmann von Manchester City. Die bescheidene Hoffnung ist nach der Leistung allerdings ein gewaltiges Understatement.

Starke Zahlen

In Zahlen: 87 Ballkontakte, 67 Pässe, von denen er 82 Prozent an den Mann brachte, dazu 93 Prozent gewonnene Zweikämpfe, elf Kilometer Laufleistung und zwei Tore – in dieser Form ist Gündogan nicht nur ein sicherer Kandidat für die WM, für Löw kann er so auch in Russland zum X-Faktor werden. Und das nicht nur auf dem Platz, wie sein Trainer weiß: "Er ist ein außergewöhnlicher Spieler. Letzte Saison hat er uns sehr gefehlt - nicht nur seine Tore, sondern vor allem seine Persönlichkeit. Er war fantastisch", sagte Pep Guardiola.

Gündogan kommt langsam in Fahrt, nachdem er in der Liga in den vergangenen Wochen einen langen Anlauf genommen hat. Über regelmäßige Kurzeinsätze in einem Team, das in der Liga dem Titel entgegen sprintet. Schritt für Schritt, Spiel für Spiel.

"Wir sind alle hungrig"

"Es macht einfach extrem Spaß, in diesem Team zu kicken", sagte Gündogan: "Wir sind alle hungrig und haben noch einiges vor diese Saison. Wenn wir so wie in den letzten Wochen in den restlichen Spielen auftreten, bin ich sehr zuversichtlich, dass wir sehr erfolgreich sein werden in der entscheidenden Saisonphase."

Das Wichtigste: Dass Gündogan bei diesem Erfolgsweg dabei sein kann. Denn das war er in den vergangenen Jahren viel zu selten. Sein Leidensweg begann im August 2013: Zunächst die Stauchung der Wirbelsäule und eine Überlastungsreaktion im Lendenwirbelbereich. Ein Tiefschlag, ein Karriereknick, auch persönlich der Tiefpunkt. "Das schlimmste Jahr meines Lebens", wie er heute sagt. Denn aus prognostizierten zwei Wochen wurden 403 Tage Pause, 88 verpasste Spiele. Gerüchte über ein Ende der Laufbahn hielten sich hartnäckig, das hässliche Wort Invalide machte die Runde.

Ewige Leidenszeit

Gündogan suchte Spezialisten auf, rannte von Arzt zu Arzt. Benötigte Geduld. Konnte sich seine Schuhe kaum alleine anziehen. Frust, damit einhergehend auch ein bisschen Übergewicht. Dazu immer wieder Gerüchte, dafür keine seriösen Prognosen mehr. Am Ende half eine OP. Die WM 2014 verpasste er trotzdem deutlich, feierte im Oktober 2014 sein Comeback.

Danach gab es immer mal wieder kleinere Blessuren, nicht Wildes, ehe es ihn 2016 nochmals besonders hart traf.

Erst im Mai 2016 als BVB-Spieler eine Luxation der Kniescheibe mit 133 Tagen Pause und zehn verpassten Spielen. Fit wurde er nach seinem Wechsel zu Manchester City auf der Insel, wo er sich knapp drei Monate nach seinem Comeback im Dezember 2016 das Kreuzband riss. Wieder 252 Tage ohne Fußball und 32 Spiele ohne ihn.

Die letzte Saison, die er ohne nennenswerte Probleme durchspielen konnte, war 2012/13. Damals galt er mit 22 Jahren als große Mittelfeld-Hoffnung, als kommender Spielmacher-Superstar mit Popstar-Potenzial.

Nur 22 Länderspiele

Unentbehrlich, sowohl beim BVB als auch in der Nationalmannschaft. Eigentlich. Um seinen Krankheitsverlauf nochmal herauszustellen: Seit seinem Debüt 2011 absolvierte er ganze 22 Länderspiele. Ein Vergleich: Mario Götze, der ein Jahr vor Gündogan debütierte, kommt auf 63 Einsätze. Die zählt Gündogan schon gar nicht mehr. Zahlen sind uninteressant. Was er am meisten will: Einfach nur noch gesund bleiben. Kicken. Leistung bringen. Spaß haben.

Das dürfte Löw am meisten gefallen.

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