Mittendrin im Rennen um den Zweitliga-Aufstieg: die Mannschaft des 1. FC Kai... - Bildquelle: Imago ImagesMittendrin im Rennen um den Zweitliga-Aufstieg: die Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern © Imago Images

München - Mittelfeldspieler Ruben Jenssen schlug entsetzt die Hände vor den Mund, Torhüter Michael Müller begrub auf dem Boden liegend sein Gesicht unter dem Trikot und Trainer Michael Frontzeck legte tröstend seinen Arm um Stürmer Sebastian Andersson.

Der Frust und die Enttäuschung waren Spielern und Verantwortlichen des 1. FC Kaiserslautern am Abend des 27. April 2018 nur unschwer anzusehen.

Soeben hatte der traditionsreiche FCK, immerhin viermaliger Deutscher Meister und zweimaliger DFB-Pokalsieger, die letzte Chance auf einen Verbleib in der 2. Liga verspielt. Die 2:3-Niederlage gegen Arminia Bielefeld besiegelte die Talfahrt der Pfälzer und stürzte den Klub in eine in jeglicher Hinsicht schwierige Phase.

1. FC Kaiserslautern: Mit Marco Antwerpen kam die Wende

"Es kann für diesen Verein nur ein Ziel geben: Sportlich und auch wirtschaftlich der Aufstieg", äußerte sich der damalige Sportdirektor Boris Notzon nur einen Tag nach der Pleite gegen die Arminia bei der "dpa". Das optimistische Vorhaben scheiterte jedoch krachend.

In den beiden Folgesaisons dümpelten die "Roten Teufel" zunächst im grauen Mittelfeld der 3. Liga umher, ehe es in der Spielzeit 2020/21 so richtig ungemütlich wurde. Neben der sportlichen Krise und dem Kampf um das Versinken in die Bedeutungslosigkeit erwischte es den Klub auch finanziell, einzig ein teilweise umstrittenes Insolvenzverfahren sicherte die Existenz.

Mittlerweile hat sich der 1. FC Kaiserslautern wieder rehabilitiert und ist in sicheren Fahrwassern unterwegs. Unter Trainer Marco Antwerpen konnte vergangene Saison zunächst der Regionalliga-Abstieg abgewendet werden, in der laufenden Runde klopfen die Rot-Weißen schließlich an das Tor zur 2. Liga.

3. Liga: Tradition mischt oben mit

"Diese Liga ist so eng, wir können noch einige Rückschläge bekommen. Da sind wir demütig und wollen einfach weiter Spiele gewinnen", mahnte Stürmer Terrence Boyd vor wenigen Tagen in der "SportBild" trotz guter Ausgangslage zur Vorsicht.

Denn hinter dem allem Anschein nach enteilten Tabellenführer aus Magdeburg (66 Punkte) geht es heiß her im Kampf um den zweiten Rang, auch die Traditionsvereine Eintracht Braunschweig und TSV 1860 München befinden sich in Schlagdistanz.

Zwei Zähler trennen den FCK (60 Punkte) und den BTSV, beide stehen aktuell bei 32 absolvierten Spielen. Die Münchner "Löwen" rangieren mit acht Zählern Rückstand auf Kaiserlautern auf dem vierten Platz, haben allerdings noch ein Nachholspiel in der Hinterhand.

3. Liga: Wegweisendes Duell zwischen 1860 und Osnabrück steht bevor

Auch Zweitliga-Absteiger Osnabrück könnte mit 51 Zählern nach 30 Partien noch in das Aufstiegsrennen eingreifen. Die Entscheidung darüber fällt aller Voraussicht nach schon am Samstag, dann gastieren die Lila-Weißen in der bayerischen Landeshauptstadt (ab 14:00 Uhr im Liveticker auf ran.de).

"Ich bin guter Dinge, aber es wird eine dicke Herausforderung", gibt sich der Gelb-gesperrte 1860-Trainer Michael Köllner optimistisch und hofft zudem auf das "Tollhaus Grünwalder Straße".

Zu ebendiesem entwickelte sich in den vergangenen Wochen und Monaten auch wieder das Fritz-Walter-Stadion. Für das Südwest-Derby am Sonntag gegen den Sechstplatzierten aus Saarbrücken (ab 14:00 Uhr im Liveticker auf ran.de), der im Erfolgsfall selbst noch nach oben schielen könnte, sind knapp 47.000 Tickets über den Tisch gegangen - Rekord in der 3. Liga für die Pfälzer.

3. Liga: K'lautern Stürmer Boyd und der "geilste Drittligist der Welt"

"Lautern ist der geilste Drittligist der Welt. Und dieses Stadion und diese Fans haben eigentlich in der 3. Liga nichts zu suchen. Jetzt liegt es an uns, dass wir ihnen als Mannschaft mehr ermöglichen" schwärmt Boyd in der "SportBild".

Vier Partien bleiben dem US-Amerikaner und seinen Mannschaftskollegen noch, um den Traum von der Zweitliga-Rückkehr zur Realität werden zu lassen. Mit nur einer Niederlage seit Ende Oktober zeigt die Formkurve auf jeden Fall in die richtige Richtung, der Aufstieg ist zum Greifen nah.

Sollte dies gelingen, würden die Tristesse der vergangenen Jahre, die Enttäuschung und der Frust der unbändigen Freude weichen - und den Betzenberg in eine Partyhochburg verwandeln.

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