Simon Kjaer (re.) hat seinen kollabierten Mitspieler Christian Eriksen im Kr...Simon Kjaer (re.) hat seinen kollabierten Mitspieler Christian Eriksen im Krankenhaus besucht

München - In der 44. Minute der EM-Begegnung zwischen Dänemark und Finnland (0:1) kollabierte Christian Eriksen ohne Fremdeinwirkung auf dem Feld. Der 29-Jährige von Inter Mailand musste von medizinischen Betreuern reanimiert werden und kam nach der weiteren Erstversorgung direkt ins Krankenhaus. 

Die Partie wurde daraufhin zunächst unterbrochen, aber in weiterer Folge, als bekannt wurde, dass sich Eriksens Zustand stabilisiert hatte, doch noch fortgesetzt. ran.de fasst die Chronologie der wichtigsten Ereignisse am Tag des Schreckmoments und dem Folgetag zusammen.

14. Juni 2021

11:11 Uhr: Kjaer und Schmeichel besuchen Eriksen

Nachdem sich Christian Eriksen erstmals selbst zu Wort gemeldet hatte nach seinem Zusammenbruch, haben Torhüter Kasper Schmeichel und Kapitän Simon Kjaer als Vertreter der dänischen Nationalmannschaft ihren Mitspieler im Krankenhaus besucht. "Es war verdammt gut, ihn zu sehen. Ihn lächeln und lachen zu sehen und zu spüren, dass er da ist", sagte Schmeichel nach seiner Visite im Rigshospitalet: "Wir sprachen über alles und nichts. Es hat mir sehr geholfen, ihn zu sehen."

Neue Informationen zu Eriksens Gesundheitsstand gab es derweil nicht. "Seine Situation ist die gleiche wie am Sonntag. Es gibt keine Neuigkeiten", sagte Dänemarks Pressesprecher Jakob Hoyer am Montagmorgen.

13. Juni 2021

16:16 Uhr: Hjulmand spricht von "falscher Entscheidung"

Der dänische Trainer Kasper Hjulmand sieht die Fortsetzung der Partie gegen Finnland (0:1) nach dem Drama um Christian Eriksen im Nachhinein als Fehler an. "Es ist sehr schwierig. Aber wenn ich zurückblicke, war es aus meiner Sicht die falsche Entscheidung. Die Spieler waren unter Schock und sollten dann aus diesen zwei Alternativen entscheiden. Vielleicht hätten wir einfach in den Bus steigen sollen und dann gucken, was am nächsten Morgen ist. Das ist mein Gefühl." Die UEFA soll die Option aufgezeigt haben, statt der Spielfortsetzung am Samstagabend einen Tag später, als Sonntag, zu Mittag die Begegnung fortzusetzen. 

15:03 Uhr: Schmeichel kritisiert UEFA-Optionen

Dänemarks Keeper Kasper Schmeichel zeigte sich nach der 0:1-Niederlage gegen Finnland über die von der UEFA angebotenen Optionen zu einer möglichen Spielfortsetzung infolge der Unterbrechung wegen des kollabierten Christian Eriksen empört und nannte diese im "BBC"-Interview "lächerlich". Demnach habe er diese "nicht verstehen" können. Auch die dänische Fußball-Ikone Michael Laudrup war alles andere als einverstanden. "Ich respektiere, dass unsere Mannschaft und auch die Finnen es geschafft haben weiterzuspielen. Aber wenn so etwas passiert, sind sie voller Emotionen und haben nicht die Übersicht, um wichtige Entscheidungen zu treffen. Es muss jemanden geben, der dann sagt: 'Wir hören hier auf.'" 

14:40 Uhr: Dänen wollen Turnier nach Eriksen-Drama zu Ende spielen

Die dänische Fußball-Nationalmannschaft wird nach dem Drama um ihren Schlüsselspieler Christian Eriksen weiter an der EM teilnehmen. "Die Spieler möchten das Turnier zu Ende spielen", sagte Verbands-Boss Peter Möller auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz: "Es mag sich hart anhören, aber das Leben geht weiter." Trainer Kasper Hjulmand führte aus, dass die Mannschaft nun "für Christian spielen" wolle.

13:20 Uhr: Inter-Vereinsarzt: "Keinerlei Hinweise auf Erkrankung Eriksens"

Der Mannschaftsarzt von Christian Eriksens Arbeitgeber Inter Mailand hat sich überrascht von der dramatischen Situation um den dänischen Fußball-Nationalspieler gezeigt. "Weder bei Tottenham noch bei Inter hat es irgendwelche Hinweise auf eine mögliche Erkrankung gegeben. Und in Italien gibt es sehr strenge Kontrollen", sagte Piero Volpi der "Gazzetta dello Sport" am Sonntag.

12:15 Uhr: UEFA reagiert auf Kritik an Spielfortsetzung

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat als Reaktion auf die Kritik an der Fortsetzung der EM-Partie zwischen Dänemark und Finnland nach dem Zusammenbruch des Dänen Christian Eriksen auf Artikel 29 das Regelwerks verwiesen. Darin geht es allerdings lediglich um das Prozedere bei einer Neuansetzung, Ausnahmesituationen wie am Samstag in Kopenhagen werden nicht thematisiert. "Wenn ein Spiel nicht beginnen oder zu Ende gespielt werden kann, wird das komplette Spiel oder die verbleibende Spielzeit nach den Regularien am kommenden Tag ausgetragen", heißt es in Regel 29.

09:15 Uhr: Dänischer Verband bietet psychologische Hilfe an

Am Sonntagmorgen gab der dänische Fußballverband einige Maßnahmen infolge des dramatischen Vorfalles um Christian Eriksen vom Vortag bekannt. Zum einen wurde das geplante Training der Mannschaft zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben. Zudem kündigte der dänische Fußball-Verband an, den Nationalspielern, die das Drama um ihren Mannschaftskollegen direkt auf dem Rasen miterleben mussten, sowie der Familie Eriksens psychologische Betreuung anzubieten. 

12. Juni 2021

18 Uhr: Anpfiff des Spiels

Christian Eriksen steht in der Startelf der dänischen Mannschaft in dieser ersten EM-Endrunden-Begegnung seines Teams gegen Finnland. Um 18 Uhr wird die Partie in Kopenhagen angepfiffen. 

18:45 Uhr: Eriksen kollabiert kurz vor der Pause

Bis zur 44. Minute ist Dänemark trotz des Spielstandes von 0:0 gegen Finnland die tonangebende Mannschaft. Dann kommt es zum Schockmoment. Nach einem Einwurf kollabiert Eriksen auf dem Platz. Sofort erkennen Mit- und Gegenspieler die Situation und rufen bzw. gestikulieren um die medizinischen Betreuer. Diese beginnen umgehend mit Reanimationsmaßnahmen, um das Leben des 29-Jährigen zu retten. Zahlreiche Akteure sind ob des lebensgefährlichen Zustandes von Eriksen emotional völlig aufgelöst. 

18:56 Uhr: UEFA informiert über die Spielunterbrechung

Noch während Eriksen auf dem Spielfeld medizinische Erstversorgung erfährt, informiert der europäische Fußballverband UEFA auf Twitter über die Spielunterbrechung. Als Eriksen von Sanitätern auf einer Trage vom Feld gebracht wird und zu diesem Zeit sogar schon wieder bei Bewusstsein ist, verlassen auch die restlichen Akteure beider Mannschaften das Spielfeld, ebenso die Unparteiischen. 

20:03 Uhr: Dänemarks Verband mit Update zu Eriksens Zustand

Gut eine Stunde ist dann unklar, ob und wie es mit der Begegnung zwischen Dänemark und Finnland weitergeht. Um kurz nach 20 Uhr gibt dann der dänische Verband ein erstes Update und bestätigt, dass sich Eriksens Zustand stabilisiert habe. 

20:06 Uhr: UEFA informiert über Fortsetzung des Spiels

Nur kurz nach der Stellungnahme des dänischen Verbandes kommt die Information von der UEFA, dass das Spiel um 20:30 Uhr fortgesetzt wird. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Dänen bereits Kontakt zu Eriksen, der direkt in eine Kopenhagener Klinik gebracht wurde. "Wir haben mit ihm Kontakt aufgenommen und die Spieler haben mit Christian gesprochen. Das ist die gute Nachricht. Ihm geht es gut und sie spielen das Spiel für Christian", sagte der dänische Verbandsdirektor Peter Möller der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt "DR". 

20:30 Uhr: Spiel wird fortgesetzt

Um exakt 20:30 Uhr geht die Begegnung dann nach einer kurzen Aufwärmphase beider Teams weiter. Die Finnen waren schon einige Minuten vorher auf dem Feld und sorgten für eine absoluten Gänsehaut-Moment. Sie applaudierten den auf das Spielfeld zurückkommenden Spielern und Betreuern Dänemarks.

20:57 Uhr: Finnland geht durch Pohjanpalo in Führung

Nachdem die Dänen fast eine Stunde lang das Spiel bestimmen, gehen die Finnen mit ihrem ersten Abschluss in der 59. Minute durch Bundesliga-Profi Joel Pohjanpalo quasi aus dem Nichts in Führung. Der letztjährige Union-Stürmer köpft den Ball zum 1:0 für den Underdog in die Maschen. 

21:10 Uhr: Inters Eriksen-Kollegen Lukaku jubelt in Gedenken an den Dänen

Durch die lange Spielunterbrechung läuft ab 21 Uhr bereits das planmäßig angepfiffene Duell zwischen Belgien und Russland. Nach nur zehn Minuten dürfen die Belgier über den Führungstreffer jubeln, den ausgerechnet Eriksons Inter-Teamkollege Romelu Lukaku erzielt. Der Stürmer läuft anschließend zu einer Kamera am Spielfeldrand und ruft "Chris, i love you". 

21:11 Uhr: Hojbjerg verschießt einen Foulelfmeter für Dänemark

Nur eine Minute nach dem Lukaku-Tor kommt es wiederum in Kopenhagen zu einer Schlüsselszene der Begegnung zwischen den Dänen und Finnland. Nachdem Leipzigs Yussuf Poulsen im Strafraum gefoult wird, tritt Pierre-Emil Höjbjerg (früher beim FC Bayern unter Vertrag) zum Strafstoß gegen Leverkusens Lukas Hradecky an. Der Däne schießt in Richtung rechtes Eck, das aber so schwach, dass Hradecky den Ball und damit Finnlands Führung festhalten kann. 

21:29 Uhr: Spielende in Kopenhagen

Fast 20 Minuten haben die Dänen nach dem Elfmeter-Fehlschuss noch Zeit, um den Ausgleich zu erzielen. Dieser fällt aber nicht mehr und so muss der Gastgeber nach dem Drama um Eriksen auch noch zum EM-Auftakt eine 0:1-Niederlage gegen Finnland hinnehmen. 

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