Mario Mandzukic: Alle Emotionen auf einmal. - Bildquelle: imago/XinhuaMario Mandzukic: Alle Emotionen auf einmal. © imago/Xinhua

München – Dieser Blick ist pure Gänsehaut. Ein bisschen Wahn ist dabei, unbändige Freude, Euphorie, auch Ungläubigkeit. Ehrlich, unverstellt. Man sieht Mario Mandzukic förmlich an, wie das Adrenalin durch ihn schießt. Sieht in seinen Augen all die Emotionen, die der Fußball auslösen kann, Gefühle, die einen förmlich umhauen. Alles durcheinander, auf einmal.

Man kennt diese Empfindungen beim Fußball als Normal-Sterblicher "nur" als Fan, man kann deshalb aber durchaus erahnen, was für Gefühle sich da so genau Bahn brechen, wenn man im WM-Halbfinale in der 109. Minute den Siegtreffer erzielt und seine Mannschaft ins Finale (Samstag, ab 17 Uhr gegen Frankreich) schießt. Mit all den Nebengeräuschen, die ein kleines Land wie Kroatien und der sensationelle Siegeszug sowieso schon mit sich bringen.

"Nur große Mannschaften sind so tapfer, wie wir es waren", sagte Mandzukic. Über seine Gefühle verlor er kaum Worte, doch nach Schlusspfiff hatte er sein Herz ein zweites Mal geöffnet: Er hing sich eine kroatische Fahne um, auf der Slav Brod stand. Slavonski Brod, der kleine Ort an der kroatisch-bosnischen Grenze, aus dem Mandzukic stammt. Sein Verweis darauf, wo alles begann.

Wie so viele seiner Generation flüchtete er mit seiner Familie 1992 als Sechsjähriger vor dem Bürgerkrieg in Jugoslawien ins schwäbische Ditzingen. Vater Mato kickete beim damaligen Regionalligisten als Verteidiger, Mario sorgte in der F-Jugend mit seinen Toren für Furore und lebte sich schnell ein. Als die Aufenthaltsgenehmigung nach vier Jahren ablief, musste die Familie zurück.

Zerwürfnis mit Guardiola

2010 kehrte er als Profi nach Deutschland zurück. Als Stürmer des VfL Wolfsburg und des FC Bayern schoss er in 110 Bundesliga-Spielen 53 Tore, gerne auch die wichtigen. Zweimal wurde er mit den Bayern Meister, zweimal Pokalsieger, einmal Champions-League-Sieger, als er im Finale gegen Dortmund 2013 traf, Supercup-Sieger, Klub-Weltmeister. 2014 das Zerwürfnis mit Pep Guardiola, Mandzukic soll beim 0:4 gegen Real in der Halbzeit spöttisch gegrinst haben, als Guardiola die Schuld auf sich nahm. "Der wollte nicht, dass ich Torschützenkönig werde, mit dem würde ich noch nicht einmal einen Kaffee zusammen trinken", sagte Mandzukic mal.

Er gilt als introvertiert, bisweilen auch als schwierig, launisch. Jürgen Klopp entschied sich 2015 gegen eine Verpflichtung – er zweifelte am einwandfreien Charakter des Kroaten. Bei Juve geht er immerhin in seine vierte Saison. Fakt ist: Überall, wo er war, hatte er Erfolg. Bei Atletico schoss er seine Tore, in Italien wurde er mit Juve dreimal in Folge Meister und Pokalsieger.

Typ Drecksack

Als Stürmer ist er unbequem, Typ Drecksack, im positiven Sinne. Ein Knipser, bei den Kroaten gesetzt. Einer, gegen den man ungerne spielt, weil er sich wehrt, selbst austeilt, auch verbal. Ein Kämpfer, wie er im Buche steht. Er schafft Räume, steht für den physischen Teil des kroatischen Spiels, gewinnt rund die Hälfte seiner Zweikämpfe, foult auch schon mal öfter als er selbst getreten wird. Wie im wirklichen Leben.

Unbequem, aber auch unersetzlich.

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