Von Martin Volkmar

München - Das Aus für Oliver Bierhoff kam am Ende schneller als gedacht, wirklich überraschend war es aber nicht. Zu viele Misserfolge hat der 54-Jährige in den vergangenen Jahren zumindest mit zu verantworten gehabt.

Dabei geht es nicht nur um die Tatsache, dass das peinliche WM-Vorrundenaus das dritte Scheitern der einst stolzen Fußball-Nation bei einem großen Turnier in Folge war. Sondern auch darum, dass Bierhoff wegen des viel zu langen Festhaltens an Jogi Löw als Bundestrainer für den Niedergang in Mithaftung genommen werden kann.

Bierhoff: Verantwortlich für Entfremdung der Nationalmannschaft 

Vor allem aber wird der bisherige DFB-Sportchef für die Entfremdung der Nationalmannschaft von den Fans seit dem WM-Triumph 2014 zu Recht kritisiert. Bierhoff hat, das hat er selbst eingestanden, das Vermarktungs-Rad überdreht. Symbolisch dafür stand der Marketing-Claim "Die Mannschaft", der in der Öffentlichkeit nie angenommen wurde. 

Nach 18 Jahren beim DFB hatte Bierhoff eine enorme Hausmacht, war für die Akademie und sämtliche Nationalmannschaften zuständig und 180 Mitarbeiter (!) unter sich. In dem von ihm über die Jahre zusammengestellten Führungsteam, intern als "Bierhoff-Jünger" verspottet, war harte Kritik am Vorgesetzten eher unüblich – auch wenn es der Boss laut eigener Aussage immer wieder einforderte. 

Am Ende wurde alles gegen Bierhoff ausgelegt 

Es entwickelte sich daher ein System, das um sich selbst kreiste und keinen Ausweg mehr fand aus den anhaltenden Krisensituationen. Am Ende wurde alles gegen Bierhoff ausgelegt, der ohnehin trotz seines EM-Siegtreffers 1996 nie ein Publikumsliebling in Deutschland war. Angefangen bei seinem Auftreten inklusive Managersprech über seine Personalentscheidungen bis hin zu seinen zuletzt meist gescheiterten Versuchen, über die Nationalmannschaft gesellschaftlichen Einfluss zu nehmen. 

So ging die Diskussion um die "One Love"-Binde bei der WM aufgrund des sportlichen Misserfolgs komplett nach hinten los. Gleiches galt für die Auswahl des Mannschaftsquartiers im abgeschiedenen Norden Katars. 

Bierhoff: Abschottungspolitik beispielhaft für negative Entwicklung 

Diese Abschottungspolitik der vergangenen Jahre steht beispielhaft für die negative Entwicklung der DFB-Auswahl unter Bierhoff. Zu Beginn logierte die Mannschaft noch mitten in den Städten und wurde dadurch wieder nahbar, am Ende zog sie sich wie zu alten Zeiten hinter hohen Zäunen zurück ohne Kontakt zum eigenen Anhang. 

Hatte Bierhoff beim Amtsantritt 2004 noch zusammen mit Jürgen Klinsmann den Verband modernisiert und erneuert, so schien er am Ende vor allem auf Absicherung und Erhalt von Macht und Einfluss zu achten. 

Gleichwohl hätte die deutsche Nationalmannschaft bei der WM nicht besser abgeschnitten, wenn Bierhoff nicht mehr in Amt und Würden gewesen wäre. Die Verantwortung für die sportliche Krise tragen vielmehr die Spieler und vor allem Bundestrainer Hansi Flick.

Bierhoff: Ein letzter Dienst für Hansi Flick? 

Doch nach dem historischen Debakel wollten viele Medien, Anhänger und auch Funktionäre Konsequenzen sehen, es sollten "Köpfe rollen". Bierhoff ist daher nur das Bauernopfer, weil man dem Bundestrainer (noch) vertraut. Gut möglich, dass er seinem Kumpel Flick mit seinem Abschied noch einen letzten Gefallen getan hat, damit dieser im Amt weitermachen kann - wenn er denn will.

Um Bierhoff muss man sich dennoch keine Sorgen machen. Nach ran-Informationen erhält er eine millionenschwere Abfindung, er fällt also weich. Trotzdem sollten bei aller berechtigten Kritik an seinen Fehlern am Ende von fast zwei Jahrzehnten im DFB auch Bierhoffs bleibende Verdienste für den deutschen Fußball nicht vergessen werden.

WM 2022: Wie sehen die Viertelfinals bei der WM 2022 aus?

Am 9. und 10. Dezember finden die Viertelfinals der WM 2022 statt. Hier geht es zum Spielplan.

Die Viertelfinals im Überblick:

9. Dezember:

16:00 Uhr: Kroatien vs. Brasilien - im Liveticker

20:00 Uhr: Niederlande vs. Argentinien - im Liveticker

10. Dezember:

16:00 Uhr: Marokko vs. Portugal - im Liveticker

20:00 Uhr: England vs. Frankreich - im Liveticker


In welchen Stadien findet die WM 2022 statt?

Bei der WM 2022 wird in acht Stadien gespielt, wobei vier davon in der Hauptstadt Doha stehen. Dabei wurden die Stadien komplett neu gebaut. Die meisten Stadien sollen nach der WM für gesellschaftliche Zwecke genutzt werden und nur einige für den Sport. Das größte Stadion ist das Lusail Iconic Stadion, welches mit 80.000 Plätzen auch das WM-Finale austragen wird. Die weiteren Stadien bieten Platz für 40.000 bis 60.000 Zuschauer.

Das sind die WM-Stadien 2022 Überblick:

Al-Bayt Stadium
Kapazität: 60.000 -Standort: Al-Khor - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020
Al-Rayyan Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Al-Rayyan -Fertigstellung: Umbau, Wiedereröffnung 2019

Al-Thumama Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Doha - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020

Al-Wakrah Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Doha - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2019

Khalifa International Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Al-Rayyan - Fertigstellung: Umbau, Wiedereröffnung 2017

Ras Abu Aboud Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Doha - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020

Qatar Foundation Stadium
Kapazität: 40.000 - Standort: Al-Rayyan - Fertigstellung: Neubau, Eröffnung 2020


Wann findet das WM-Finale in Katar statt?

Am 18. Dezember wird das Finale bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar ausgetragen. Anpfiff ist um 16 Uhr im Lusail Iconic Stadium.


Warum ist die WM 2022 im Winter?

Ursprünglich sollte die WM 2022 wie jede andere Weltmeisterschaft im Sommer ausgetragen werden. Durch die hohen Temperaturen im Gastgeberland Katar entschied die FIFA sich, dass die WM 2022 erstmals im Winter stattfindet. 


WM 2022 Katar

WM 2022 1/2 Finale

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