Lange in Führung, am Ende auf Platz sechs: Mick Schumacher - Bildquelle: Motorsport ImagesLange in Führung, am Ende auf Platz sechs: Mick Schumacher © Motorsport Images

Barcelona - Nobuharu Matsushita (MP Motorsport) hat überraschend das Hauptrennen der Formel 2 beim sechsten Rennwochenende der Saison 2020 auf dem Circuit de Barcelona-Catalyuna gewonnen und seinem niederländischen Rennstall damit den zweiten Sieg in der Formel 2 beschert.

In einem Rennen, welches neben der Strategie maßgeblich von Safety-Car-Phasen geprägt war, fuhr der Japaner von Startplatz 18 aus zu seinem fünften Sieg in der Formel 2. Zweiter wurde nach 37 turbulenten Runden Robert Schwarzman (Prema), Dritter Guanyu Zhou (Virtuosi).

Raketenstart von Schumacher auf harten Reifen

Mick Schumacher (Prema) kam nach einem Rennen, das ihm wie eine Achterbahnfahrt vorkommen musste, auf Rang sieben ins Ziel. Schumacher war auf Startplatz fünf der bestplatzierte Fahrer, der mit den harten Reifen ins Rennen ging. Am Start mutmaßlich ein Nachteil, doch Schumacher bewies das Gegenteil.

Mit einer perfekten Reaktionszeit schoss er nach vorne und kämpfte beim Anbremsen der ersten Kurve gegen Polesetter Callum Ilott (Virtuosi) und Schwarzman um die Führung, musste sich aber auf Rang drei einordnen. Nachdem Ilott und Schwarzman in Runde 9 beziehungsweise 8 zum Reifenwechsel an die Box gekommen waren, übernahm Schumacher die Führung.

Allerdings bauten auch seine harten Reifen mit zunehmender Renndauer ab, und das Handling seines Autos verschlechterte sich. In Runde 16 konnte Schumacher in Kurve 7 nur mit viel Geschick einen Abflug verhindern. Zum Ende seines Stints fuhr der Sohn von Michael Schumacher teilweise drei bis vier Sekunden langsamer als Ilott, der wieder bis auf fünf Sekunden an seinen Ferrari-Junior-Kollegen herangefahren war.

Safety-Car würfelt das Feld durcheinander

Als Schumacher in Runde 23 zum Wechsel auf die weichen Reifen an die Box fuhr, fiel er auf Rang 13 zurück. Als zwei Runden später nach einer Kollision von Sean Gelael (DAMS) und Giuliano Alesi (HWA) das Safety-Car auf die Strecke kam, schien dies für Schumacher auf frischen weichen Reifen ein Vorteil zu sein.

Allerdings nutzten unter anderem Ilott, Schwarzman und Zhou die Safety-Car-Phase zu einem weiteren Reifenwechsel und gingen ebenfalls auf Soft. Beim Restart in Runde 29 führte Yuki Tsunoda (Carlin) das Rennen an, allerdings fuhr er auf gebrauchten harten Reifen und musste sich gegen Ilott auf dem besseren Reifenmaterial verteidigen.

Das gelang dem Red-Bull-Junior allerdings gut. Ilott fand keinen Weg an ihm vorbei und wurde nach einem missglückten Angriff seinerseits von Matsushita überholt, der während der Safety-Car-Phase seinen Pflichtboxenstopp auf weiche Reifen absolviert hatte. Im gleichen Zug ging auch Schwarzman an Ilott vorbei.

In Runde 32 überholte Matsushita dann auch seinen Landsmann Tsunoda, kurz darauf tat es ihm Schwarzman gleich. Nach einem Abflug von Roy Nissany (Trident) kam dann noch einmal das Safety-Car auf die Strecke. Nach der Bergung des Autos wurde das Rennen für eine letzte Runde freigegeben.

Strafe kostet Masepin das Podium

In dieser gab es zahlreiche Angriffe, auch Schumacher verbesserte sich noch einmal um eine Position. An der Spitze waren die Plätze jedoch bezogen. Matsushita gewann vor Schwarzman, der mit seinem vierten Podiumsresultat in der Formel 2 den Rückstand auf Tabellenführer Ilott auf 13 Punkte verkürzte.

Auf der Strecke kam Nikita Masepin (Hitech) als Dritter ins Ziel. Der Russe erhielt aber einer 5-Sekunden-Strafe, weil er in Kurve 2 nicht durch den vorgeschriebenen Notausgang gefahren war und wurde nur als 13. gewertet. Zhou erbte den letzten Podiumsplatz.

Vierter wurde Tsunoda vor Ilott und Schumacher, Felipe Drugovich (MP Motorsport) und Luca Ghiotto (Hitech), der als Achter im Sprintrennen am Sonntag (11:10 Uhr) auf Startplatz eins stehen wird. Daniel Ticktum (DAMS) und der Schweizer Louis Deletraz (Charouz) komplettierten die Top 10.

In der Meisterschaftswertung führt nach elf Saisonrennen Ilott mit 116 Punkten vor Schwarzman (103 Punkte) und Christian Lundgaard (ART, 87 Punkte). Schumacher hat 65 Zähler auf seinem Konto.

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