FCB bringt Ziele in Gefahr
FC Bayern München: Leon Goretzkas Verkauf ist fahrlässig! Ein Kommentar
- Aktualisiert: 29.01.2026
- 14:07 Uhr
- Kai Esser
Der FC Bayern München verliert Leon Goretzka wohl an Atletico Madrid. Nicht nur gehen die Bayern damit ein Risiko ein, sie setzen damit effektiv den Saisonerfolg aufs Spiel. Ein Kommentar.
Von Kai Esser
Noch vor wenigen Wochen war die Ansage von Jan-Christian Dreesen klar: "Leon Goretzka wird den Verein im Winter nicht verlassen."
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Nun sieht die Sachlage anders aus: Leon Goretzka wechselt wohl noch im Januar zu Atletico Madrid und kehrt dem FC Bayern München den Rücken. Dass die Bayern Geld sparen wollen und noch eine kleine Ablöse einstreichen - geschenkt.
Aber mit diesem Transfer setzen sie den Erfolg der weiteren Saison aufs Spiel. Denn die heiße Phase bricht erst im Februar an.
FC Bayern München: Vollprofi Goretzka wird verschifft
Geld sparen ist eine Sache - dass die Bayern sich damit aber womöglich das Mannschaftsgefüge zerschießen könnten, ist mit den paar Millionen Euro kurzfristig nicht auszugleichen.
Goretzka ist ein absoluter Vollprofi. Selbst, als der Klub mehrmals versuchte, ihn loszuwerden, blieb er in München. Er kämpfte sich mit harter Arbeit und guten Trainingsleistungen zurück in den Kader und zwischenzeitlich sogar in die Startelf.
Ein absoluter Musterprofi, den die Bayern nun ohne Not gehen lassen.
Damit dünnt der Rekordmeister seinen ohnehin schon nicht üppig besetzten Kader weiter aus. Selbst, wenn man nicht mehr mit ihm plant - was machen die Münchner, wenn im Frühjahr alle drei bis vier Tage gespielt wird? Verletzte muss man immer einkalkulieren. Goretzka ist polyvalent und - was noch viel wichtiger ist - beschwert sich nicht.
Die Bundesliga und 2. Liga auf Joyn
Zudem geht der Mannschaft ein erfahrener und im Team anerkannter Spieler verloren. Übrig bleiben im zentralen Mittelfeld auf dem Papier damit nur noch Joshua Kimmich, Tom Bischof und Aleksandar Pavlovic. Gerade Letzterer ist durchaus verletzungsanfällig.
Wen bringt Vincent Kompany in einem hypothetischen CL-Viertelfinale gegen Real Madrid, wenn er einen Mittelfeld-Mann braucht? Felipe Chavez? Gerade die K.o.-Phase der Königsklasse zeigt immer wieder: Joker können das Zünglein an der Waage sein.
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FC Bayern macht sich Probleme, wo keine waren
Es wäre etwas anderes, wenn Goretzka alle drei Tage in einem Interview mehr Spielzeit fordern würde. Wenn er Unruhe reinbringen würde. Wenn er vielleicht kein deutscher Nationalspieler mit über 300 Bundesliga- und 69 Champions-League-Spielen wäre.
Freilich, Konrad Laimer und Raphael Guerreiro können in der Bundesliga gegen Teams aus der Abstiegszone auch im defensiven Mittelfeld spielen. Aber dann entstünde wohl wieder eine Vakanz auf den Außenverteidigerpositionen.
So oder so müsste der FCB wahrscheinlich personell wieder nachlegen - was nicht nötig wäre, wenn sie Goretzka halten würden. Der Tabellenführer macht sich also Probleme, wo eigentlich keine sind.
Und setzt so eine durchaus realistische Chance auf mehr als zwei Titel relativ fahrlässig aufs Spiel.







