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Viertelfinale im DFB-Pokal

FC Bayern München vs. SC Freiburg: Warum Christian Streich einst nicht Co-Trainer von Thomas Tuchel werden wollte

  • Aktualisiert: 08.10.2023
  • 11:35 Uhr
  • Martin Volkmar
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Beim Bundesligaspiel zwischen dem FC Bayern München und dem SC Freiburg kommt es zum Wiedersehen zwischen Thomas Tuchel und Christian Streich. Beide schätzen sich sehr, trotzdem hat es in der Vergangenheit öfter gekracht.

Von Martin Volkmar

Thomas Tuchel und Christian Streich waren fast fünf Jahre nicht mehr aufeinander getroffen, seit dem Abschied Tuchels ins Ausland 2018.

Seit dessen Bundesliga-Comeback im Frühjahr gab es bereits zwei enge Duelle, trotzdem bleibt es ein spezielles Wiedersehen.

Denn beide kennen und schätzen sich schon seit fast 20 Jahren, als sie 2004 erstmals im Jugendfußball die Klingen kreuzten.

Und das kann man beinahe wörtlich nehmen, denn trotz des verbrieften Respekts gerieten die Coaches immer wieder ordentlich aneinander.

Schon vor über zehn Jahren schrieb die "Frankfurter Rundschau" von einer gegenseitigen "Hassliebe" .

"Wenn Freiburg und Mainz in der A-Jugend-Bundesliga aufeinandertrafen, gehörte es zum schlechten Ton, dass Tuchel und Streich Scharmützel am Spielfeldrand austragen, mitunter auf einem Niveau, dass ihre Kompetenz als Fußballlehrer konterkariert." 

Unterm Strich war das vor allem in der Saison 2008/09, in der es auch sportlich hoch herging.  Damals war der zuvor in München wohnende Tuchel vom FC Augsburg, wo er Nachwuchskoordinator war, zur U19 von Mainz 05 gewechselt.

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Tuchel vs. Streich: Kopf-an-Kopf-Rennen in der U19

Was folgte, war ein Kopf an Kopf-Rennen in der Bundesliga-Staffel Süd/Südwest mit dem von Streich trainierten Vorjahres-Meister SC Freiburg.

Am Ende lagen die Badener in der Tabelle drei Punkte vor den Rheinhessen, schon etwas abgeschlagen landeten die A-Junioren des FC Bayern dahinter auf Platz drei.

Während Freiburg im Halbfinale gegen den West-Meister Borussia Dortmund knapp den Kürzeren zog (aber gegen das Team um Mario Götze den DFB-Pokal gewann), erreichte Mainz gegen Nord-Meister Bremen das Finale.

Dort feierte Tuchel durch einen 2:1-Sieg über die Dortmunder seine erste und bislang einzige deutsche Meisterschaft.

Daneben sind vielen Beobachtern aber vor allem die Verbalduelle mit Streich in Erinnerung geblieben. 

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Nach der Freistellung von Julian Nagelsmann beim FC Bayern München ist Thomas Tuchel erst wenige Tage im Amt. Ein Faktor für Christian Streich vor dem Pokal-Viertelfinale in München?

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"Eine besondere 'Liebesbeziehung'"

"Mit Christian war es immer der Wahnsinn", sagte der langjährige Mainzer Jugendleiter Volker Kersting in der Tuchel-Biografie von Daniel Meuren und Tobias Schächter.

"Vor dem Spiel innige Umarmungen, nach dem Spiel herzliche Verabschiedungen, natürlich gerne mit den Worten: 'Glückwunsch zum Sieg, eigentlich hätten aber wir ja gewinnen müssen.' Aber beim Spiel hat es nach dem Anpfiff keine drei Minuten gedauert, dass er erstmals an unserer Bank auftauchte und uns aufs Übelste beleidigt hat. Thomas und er haben schon eine besondere 'Liebesbeziehung'."

Denn beide halten einander seit den gemeinsamen Tagen im Nachwuchs große Stücke aufeinander, Tuchel meinte im Frühjahr zu dem Verhältnis der beiden sogar, es gebe "nur Liebe, keinen Hass".

Streich wollte Tuchel verpflichten - und umgekehrt

Streich wollte Tuchel daher schon zu Jugendzeiten für das Freiburger Nachwuchszentrum verpflichten. Und als Tuchel im Sommer 2009 zum Cheftrainer von Bundesliga-Aufsteiger Mainz befördert wurde, war Streich wiederum sein Wunschkandidat als Co-Trainer.

Doch der Ur-Freiburger sagte ab, weil er vermutlich schon damals wusste, dass es mit den zwei Alphatieren nicht lange gut gegangen wäre.

"Ob das mit mir und Thomas gemeinsam klappen würde? Um Gottes willen! Man kann eine Ex-Freundin haben, die man auf eine Art bis zum letzten Atemzug liebt. Und beide wissen doch: Zusammen geht es nicht", sagte Streich dazu 2012 in einem Interview. 

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Zoff auf offener Bühne mit schneller Versöhnung

Den Beweis auf offener Bühne lieferte das Duo wenig später, ein Dreivierteljahr nach Streichs Aufstieg zum Freiburger Bundesliga-Coach.

Beim 1:1 zum Auftakt der Saison 2012/13 ging Streich wild gestikulierend und verbal Tuchel an, der ihm danach beinahe die Freundschaft aufkündigte.

"Wieso kommst du zehnmal und zeigst mir die Faust? Irgendwann geb' ich dir nicht mehr die Hand", rief er erbost.

Doch schon auf der anschließenden Pressekonferenz wollten beide von der lautstarken Auseinandersetzung nichts mehr davon wissen, Tuchel sprach sogar von einem "Wahrnehmungsfehler" der Beobachter. 

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Tuchel in der Bundesliga klarer Sieger

Meist konnte der Jüngere ohnehin gelassen(er) bleiben. Denn nach den zwei Siegen in der U19 ging Tuchel gegen Streich bei zwei Unentschieden bisher neunmal in der Bundesliga als Sieger vom Platz - zuletzt an Ostern beim hart erkämpften 1:0 der Bayern im Breisgau, 

Seine einzigen Siege gegen Tuchel ins bislang zwölf Spielen feierte Streich im DFB-Pokal, jeweils im Viertelfinale: Im Februar 2013 (3:2) und zuletzt im April beim überraschenden Freiburger 2:1-Erfolg in München.

Es war der erste verlorenen Titel im erst zweiten Spiel des damaligen Nachfolgers von Julian Nagelsmann, es folgte das Aus in der Champions League wenig später und ein turbulentes Saisonfinale, in dem beinahe auch die Meisterschaft verspielt worden wäre.

Gleichwohl ist die Statistik in der Liga eindeutig: Seit Jürgen Klinsmann legendärem Tonnentritt beim 0:0 1997 im Olympiastadion hat Freiburg in München nur einmal, im März 2018, einen Punkt geholt (1:1) und ansonsten 18 (!) Niederlagen kassiert.

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