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ran-Interview vor DFB-Pokal

Münster-Stürmer Gerrit Wegkamp exklusiv vor DFB-Pokalspiel gegen FC Bayern: "Man will an die kleine Chance glauben"

  • Aktualisiert: 26.09.2023
  • 12:35 Uhr
  • Oliver Jensen
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Für Gerrit Wegkamp von Preußen Münster ist das DFB-Pokalspiel gegen den FC Bayern München (Dienstag um 20:45 Uhr) eine ganz besondere Partie. Der Stürmer verbrachte selbst ein Jahr beim FC Bayern, spielte für die 2. Mannschaft, nahm aber auch an einigen Trainingseinheiten bei den Profis teil. Im Interview mit ran spricht der 30-jährige Stürmer über das Pokalspiel und seine Erinnerungen an den Rekordmeister.

Das Interview führte Oliver Jensen

ran: Herr Wegkamp, ist der FC Bayern München ein Wunschlos oder hätten Sie sich lieber eine machbarere Aufgabe gewünscht?

Gerrit Wegkamp: Als Sportler hätte ich gerne ein anderes Los gehabt, sodass die Chance auf ein Weiterkommen etwas größer ist. Ein Gegner, den man an einem guten Tag vielleicht besiegen kann, hätte ich, ehrlich gesagt, bevorzugt. Andererseits ist es als Fan und Liebhaber dieses Sports ein Traum, gegen den FC Bayern zu spielen.

ran: Vor zweieinhalb Jahren hat es mit Holstein Kiel ein Zweitligist geschafft, den FC Bayern München aus dem Pokal zu kegeln. Wie groß schätzen Sie die Chance ein, dass Ihnen das als Drittligist gelingt?

Wegkamp: Ich glaube, man braucht gar nicht über Chancen oder irgendwelche Prozentzahlen zu sprechen. Das Wichtigste sind für uns ohnehin die Spiele in der Liga. Ein Pokalspiel kann man genießen, frei aufspielen und Spaß haben. Am Ende des Tages schauen wir, was dabei herumkommt. Wenn wir wenig Gegentore bekommen, kann man wahrscheinlich schon zufrieden sein.

ran: Aber …

Wegkamp: Aber ja, natürlich will man als Sportler immer an die ganz, ganz kleine Chance glauben. Ansonsten braucht man in so ein Spiel gar nicht reinzugehen. Wir sind alle sehr ehrgeizig und sind nicht ohne Grund in die 3. Liga aufgestiegen. Aber wir wissen, wer auf uns zukommt.

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Gerrtit Wegkamp war vergangene Saison mit 22 Toren am Drittliga-Aufstieg von Preußen Münster beteiligt
Gerrtit Wegkamp war vergangene Saison mit 22 Toren am Drittliga-Aufstieg von Preußen Münster beteiligt© Jan Huebner

ran: Was für einen Spielverlauf erwarten Sie gegen den FC Bayern?

Wegkamp: Wir haben vor zwei Jahren mit dem VfL Wolfsburg und Hertha BSC bereits gegen zwei Bundesligisten gespielt. Ich denke, wir sahen in diesen beiden Partien auch gar nicht so schlecht aus. Aber, bei allem Respekt vor diesen beiden Mannschaften, der FC Bayern ist natürlich ein ganz anderes Kaliber. Ich hatte ja einmal das Vergnügen, vor zwei Jahren mit der 2. Mannschaft des FC Bayern ein Trainingsspiel gegen die Profis zu machen. Und ich weiß noch, dass wir dem Ball sehr, sehr viel hinterherlaufen mussten (lacht).

ran: Mit dem aktuellen Ersatztorwart Johannes Schenk haben Sie einen Leihspieler vom FC Bayern im eigenen Kader, der die einzelnen Spieler des Rekordmeisters aus dem täglichen Training kennt. Könnte das ein Vorteil sein, weil er vielleicht ein paar Tipps geben kann?

Wegkamp: In diesem Fall ist das vermutlich kein Vorteil. Wir alle sind fußballbegeistert, schauen daher einige Partien vom FC Bayern und wissen selber, was die Spieler können. Aber selbst wenn man weiß, was die Gegenspieler machen, ist das sehr schwer zu verteidigen, weil sie das einfach richtig gut machen.

ran: Wie ist ihr Eindruck von Schenk?

Wegkamp: Er hat eine sehr gute Veranlagung und für einen Torwart Gardemaße. Er hat seine Qualitäten, weiß aber auch, dass er als junger Torwart noch an einigen Dingen arbeiten muss. Ich glaube, deshalb war es für ihn gut, aus dem gewohnten Umfeld herauszukommen. Ich bin davon überzeugt, dass er seine Qualitäten zeigen wird - ob nun hier oder woanders.

Kane ist auf jeden Fall ein Stürmer, von dem man sich einiges abgucken kann.

Gerrit Wegkamp über Harry Kane

ran: Wie sehen Sie als Stürmer den Bayern-Rekordtransfer Harry Kane?

Wegkamp: Kane ist auf jeden Fall ein Stürmer, von dem man sich einiges abgucken kann. Genauso wie er, sehe auch ich mich nicht als einen Box-Stürmer. Er bewegt sich viel, genauso wie ich auch. Wenn man sich die Top-10-Stürmer der Welt anschaut, ist er deshalb einer, von dem ich mir besonders gerne etwas abschaue.

ran: Sprechen wir über Ihre Vergangenheit beim FC Bayern. Sie hatten bereits drei Spiele in der Bundesliga und 18 Spiele in der 2. Bundesliga für Fortuna Düsseldorf und den MSV Duisburg absolviert, als Sie im Sommer 2014 zur 2. Mannschaft des FC Bayern in die Regionalliga wechselten. Wie kam es überhaupt dazu?

Wegkamp: Das kam vor allem über Erik ten Hag zustande, der damals Trainer der 2. Mannschaft war. Ich stand eigentlich noch bei Fortuna Düsseldorf unter Vertrag, jedoch wurde mir gesagt, dass ich mich anders orientieren solle. Mein Berater rief mich kurz darauf an und erzählte mir, dass Erik ten Hag mich gerne nach München holen würde. Er kannte mich, weil er früher Co-Trainer beim FC Twente Enschede gewesen ist und ich dort als Jugendlicher einige Trainingscamps absolviert hatte. Als die Anfrage kam, habe ich sofort zugesagt. Es war natürlich klar, dass ich fest für die 2. Mannschaft eingeplant bin. Das Ziel war der Aufstieg in die 3. Liga. Leider haben wir das nicht geschafft. Trotzdem war dieses Jahr für meine weiterführende Karriere sehr wichtig.

ran: Inwiefern?

Wegkamp: Sportlich habe ich mich in diesem Jahr in praktisch allen Facetten des Spiels weiterentwickelt. Und als Person habe ich gelernt, Führung zu übernehmen. Ich war damals zwar erst 21, 22 Jahre alt, bin aber in der 2. Mannschaft trotzdem einer der Älteren gewesen. Dadurch war ich dazu gezwungen, meine Meinung zu sagen und auch einmal unangenehme Dinge anzusprechen. Das hat mich auf jeden Fall weitergebracht.

ran: Erik ten Hag ist heute Trainer von Manchester United. Wie haben Sie ihn in Erinnerung behalten?

Wegkamp: Er ist ein Trainertyp, der auf sehr, sehr viele Feinheiten geachtet hat. Dies war auch auf das Spiel übertragbar. Er hatte das Motto: Wenn 100 Kleinigkeiten gut sind, ist auch das Gesamte gut. Er war in seiner Arbeit sehr akribisch. Das hat mir sehr gutgetan. Er hat sehr viel von uns Spielern eingefordert und hatte eine gute Ansprache. Es wundert mich nicht, dass er es nach ganz oben geschafft hat.

ran: Sie haben vorhin erzählt, dass Sie mit der 2. Mannschaft des FC Bayern ein Trainingsspiel gegen die Profis absolviert haben. Welcher Gegenspieler war besonders schwer zu fassen?

Wegkamp: Als Stürmer musste ich damals im Spiel gegen den Ball Thiago anlaufen, dem kein einziger Ball versprungen ist. Das war beeindruckend. Und wenn ich mal oben bei den Profis mittrainiert habe, war es vor allem Arjen Robben, der einen unfassbaren Ehrgeiz und eine unfassbare Eigendisziplin hatte. Aber letztendlich waren das alles Weltklasse-Spieler.

ran: Wir oft durften Sie bei den Profis mittrainieren?

Wegkamp: Nicht oft, vielleicht fünfmal oder so. Es gab ein paar jüngere Spieler, die eher mal zu den Profis hochgezogen wurden. Ich war damals ja, wie gesagt, einer der Älteren. Ich wurde nur hochgezogen, wenn der Trainingskader aufgefüllt werden musste. Ich spielte beim FC Bayern II zwar eine gute Saison mit 15 Toren. Aber ich hatte zu keinem Zeitpunkt im Hinterkopf, dass ich mich bei der 1. Mannschaft etablieren könnte.

ran: War es trotzdem etwas Besonderes, bei den wenigen Trainingseinheiten die Kabine mit so vielen Superstars zu teilen?

Wegkamp: Ehrlich gesagt war ich gar nicht in deren Kabine. Die Regel war damals, dass man sich trotzdem in der Kabine der 2. Mannschaft umgezogen hat und dann eben auf den Trainingsplatz zu den Profis ging. Aber dafür konnte man gemeinsam mit den Profis essen. Sicherlich waren das Momente, an die man sich gerne noch einmal erinnert. Aber mehr auch nicht.

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Gerrit Wegkamp spielte von 2014 bis 2015 für die 2. Mannschaft des FC Bayern München, durfte aber auch bei den Profis hineinschnuppern
Gerrit Wegkamp spielte von 2014 bis 2015 für die 2. Mannschaft des FC Bayern München, durfte aber auch bei den Profis hineinschnuppern© 2014 Getty Images

ran: Gab es Spieler der Profis, die sich um junge Spieler wie Sie damals gekümmert haben?

Wegkamp: Bastian Schweinsteiger. Das hing sicherlich auch damit zusammen, dass sein Bruder Tobias Schweinsteiger damals bei uns in der 2. Mannschaft gewesen ist. Dadurch gab es eine Verbindung, sodass Basti das eine oder andere Wort mit einem gewechselt hat. Mit anderen Spielern natürlich auch. Aber es war nicht so, dass man nun ständig ausführlich miteinander gequatscht hat.

ran: Nach gut einem Jahr haben Sie München wieder verlassen und sind in die 3. Liga zum VfR Aalen gewechselt. War Ihnen immer klar, dass der FC Bayern II nur eine Durchgangsstation sein würde?

Wegkamp: Ja, wobei ich gerne auch noch ein zweites Jahr in München geblieben wäre. Allerdings verließ Erik ten Hag München und wechselte in die Niederlande zum FC Utrecht. Mit dem Nachfolger (Heiko Vogel) lief es nicht so gut. Vom Co-Trainer bekam ich den Tipp, dass ich lieber den Verein verlassen sollte. Deshalb bin ich nach Aalen gewechselt. Ich möchte dieses eine Jahr in München trotzdem nicht missen.

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