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EM 2024 IN DEUTSCHLAND

EM 2024: Das ran-Tagebuch zur Europameisterschaft in Deutschland - "Cazzo Deutsche Bahn!"

  • Aktualisiert: 23.06.2024
  • 19:05 Uhr
  • ran.de
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Die Europameisterschaft 2024 in Deutschland wird für alle Fußball-Fans zum Highlight. Ob im Büro, im Stadion oder privat - auch die ran-Redaktion erlebt wilde Tage. Die lustigsten Momente fassen wir in unserem EM-Tagebuch zusammen. 

21.6. - Tag 8, 12:20 Uhr: "Cazzo Deutsche Bahn" und die große Hafenrundfahrt

Spanien trifft auf Italien. Eigentlich kein Spiel der Gruppenphase bei dieser bisher traumhaften EURO schillert so hell wie das des Titelverteidigers gegen den Sieger von 2008 und 2012.

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Ein ran-Autor plünderte seine Spardose und besorgte sich auf einem mehr oder weniger dubiosen Zweitmarkt noch ein Ticket. Aber das ist nur Nebensache.

Nachdem Gelsenkirchen sich den Ruf erarbeitet hatte, mit dem ÖPNV nicht gerade zu glänzen, entschied man sich für das Auto als Anreisemittel. 24 Euro für einen Parkplatz, die UEFA und Aleksandr Ceferin nagen hoffentlich nicht am Hungertuch.

Es war mal wieder ein kulinarisches Duell. Pasta gegen Paella, Pizza gegen Tapas. Etliche Schilder waren zu sehen. Das meint man wohl, wenn man sagt: "Fußball ist so viel mehr als nur ein Spiel." Einen Auftrag von Zuhause gab es auch noch: Man möge doch bitte einen offiziellen EM-Becher mitbringen. Den mit den kleinen Stadien drauf.

Wie sich herausstellte, haben nur die mobilen Mitarbeiter mit Bierrucksäcken diese Becher. Also: Gekauft. Wenn auch nur spärlich gefüllt. "Wat kost' dat denn, wenn der voll ist?" "Der ist voll!", die launische Antwort des gestressten Verkäufers.

Ohne einen Disput anzufangen ging es mit 0,42 Litern Bier ins Stadion. Standort: Spanien-Block, wo sonst die Ultras des FC Schalke 04 stehen. Bemerkenswert: Nebenan waren drei Plätze frei.

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Ihre Hymne schmetterten die Italiener, wie man es erwarten konnte, inbrünstig. Das war aber auch alles, nach Anpfiff wurde der Titelverteidiger mehrmals durch den Schleudergang gejagt. Gerade Nico Williams nahm seinen Gegenspieler Giovanni Di Lorenzo mehrfach mit auf große Hafenrundfahrt. "Der hat doch Knoten in den Beinen", war der Gedanke. Auch der 16-jährige Lamine Yamal machte auf links gehörig Dampf gegen Federico Dimarco.

Nach rund 30 Minuten kamen die Besitzer der Plätze nebenan. Italiener, wohlgemerkt im Spanien-Block. Mutig, aber alles für die Squadra Azzurra. "What took you so long?", wurde weniger provokant gefragt, als es sich anhört. "Mio dio, cazzo Deutsche Bahn!", lautete die Antwort - gefolgt von mehreren italienischen Schimpfwörtern. Hätte man mal nicht gefragt.

Die Laune wurde nur bedingt besser, als sich Spanien kurz nach der Pause zum 1:0 (als es längst 3:0 oder 4:0 hätte stehen können) belohnte. Natürlich Eigentor. Mit fünf Treffern der erfolgreichste Schütze des Turniers. Die Besitzer des FC Chelsea haben schon ein Angebot über 130 Millionen Euro hinterlegt.

Sauer und enttäuscht über ihre Mannschaft verließ das Italien-Trio in Minute 75 das Stadion. Fraglich, ob sich dieses Preis-Leistungs-Verhältnis gelohnt hat. Es wurde nicht noch einmal nachgefragt, aber offenbar wollten sie verhindern, wieder dem Bahn-Chaos ausgesetzt zu sein. Verständlich.

Die 24 Euro fürs Parkticket haben sich vielleicht doch gelohnt.

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20.6. - Tag 7, 14:40 Uhr: Happy End in München! Serbische Fans schaffen es dank ran pünktlich zum Spiel

In ihren ersten Tagen deckt die EM 2024 vor allem eine Sache schonungslos auf: In Sachen ÖPNV hat Deutschland noch eine Menge Luft nach oben.

Das solche "Betriebsstörungen" allerdings auch schöne Seiten haben können, beweist meine Anreise zum Spiel zwischen Slowenien und Serbien in der Münchner Allianz Arena. Überfüllung gehört bei Fußballspielen mit der U-Bahnlinie 6 eigentlich dazu, wie ein frischgezapftes Bier zum Oktoberfest. Wenn allerdings noch eine Zugstörung weit vor der Arena auftritt, wird ein kleines schnell zu einem großen Problem.

Die Uhr zeigte bereits 13:40 Uhr, als ich den Entschluss fasste, von der Station "Poccistraße" mit Hilfe eines Taxis die Arena doch noch pünktlich zum Anstoß um 15:00 Uhr zu erreichen. Kaum hatte ich die U-Bahnstation verlassen, tippte mir jemand auf die Schulter. "Sorry, könntest du uns vielleicht helfen? Wir haben kein Internet und die Bahn fährt nicht. Du willst auch zum Spiel, oder", fragten zwei Männer, die auf meine UEFA-Akkreditierung zeigten, die mir um den Hals baumelte.

Ich erzählte von meinen Vorhaben, woraufhin die Beiden sich freundlich erkundigten, ob sie denn ebenfalls mitfahren könnten. Gesagt, getan! Während wir auf das Taxi warteten, kamen wir ins Gespräch: Srdjan und sein Vater waren Serben, lebten aber in der Schweiz und hatten in München bei Verwandten übernachtet, um endlich gemeinsam ihr erstes EM-Spiel zu sehen. Ihre Augen leuchteten als das Taxi um die Ecke bog und vor uns zum Stehen kam.

"Das ist unfassbar nett, dass du uns mitnimmst - ohne dich wären wir am Ende vielleicht gelaufen", scherzte Srdjan mehrmals während der Fahrt und klopfte mir dabei auf die Schulter. Auch der Name ran war den Beiden ein Begriff, früher hätten sie regelmäßig die Bundesliga verfolgt. "Mit dem Wontorra und Beckmann, super Typ", lachte Srdjans Vater in gebrochenem Deutsch.

Nach knapp 40 Minuten Fahrt kam endlich die weiße Hülle der Arena am Horizont zum Vorschein. "Unglaublich - wir haben es geschafft. Du bist ein Held, das werden wir dir nie vergessen", jubelte Srdjan, der sich mittlerweile ein T-Shirt mit der serbischen Fahne übergestreift hatte. 

Um 14:40 Uhr hielt das Taxi vor der Arena. Wir stiegen aus, wünschten einander ein schönes Spiel ("Wird schwierig, aber wir gewinnen das heute!") und umarmten uns zum Abschied. Überglücklich blickten Srdjan und sein Vater auf das Stadion und lächelten mir zu. Eine scheinbar ausweglose Situation hatte ihr Happy End gefunden.

Es sind Momente diese, die für mich die Einzigartigkeit des Sports zeigen und auch die Schönheit dieser EM ausmachen: Durch Zufälle lernt man fremde Menschen kennen, kommt ins Gespräch, hilft sich und freundet sich an. Ich würde mir wünschen, dass diese EM niemals endet.

Lang lebe der Fußball!

19.6. - Tag 6, 0:55 Uhr: Wenn in München die U-Bahn ausfällt

Dass es in München zu Schwierigkeiten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kommen kann, wissen Müncherinnen und Münchner nur zu gut.

Liegt in Pasing eine Mülltüte auf der Stammstrecke, muss die S-Bahn am 15 Kilometer entfernten Ostbahnhof selbstverständlich notevakuiert werden. Alles andere wäre unverantwortlich.

Auch am Montagabend war wieder Chaos. Wegen einer Stellwerkstörung fiel im gesamten Stadtgebiet gegen Mitternacht plötzlich die U-Bahn aus. Nix ging mehr. Nirgends. Was ärgerlich ist, aber um die Uhrzeit in der Regel auch nicht allzu viele Leute betrifft. Der gemeine Münchner ist unter der Woche brav im Bett, wenn's dunkel wird.

Doch am Montag war EM in München - Rumänien gegen die Ukraine. Und aus Rumänien waren quasi alle da. Die wollten abends irgendwann auch ins Hotel. Mit der U-Bahn. Als dann plötzlich Stillstand war und der grantige Fahrer (alle U-Bahn-Fahrer in München sind grantig) die Begründung ins Mikrofon nuschelte, verstand natürlich kaum jemand was.

Doch da zeigte sich wieder die Magie der EM: Statt genervt Blödsinn zu machen, verwandelten die Fans den Bahnhof Marienplatz kurzerhand in eine Fanzone, sangen gelöst, lachten und blieben friedlich. Sehr zur Freude der anwesenden Polizei, die ruhig erklärte, warum es denn jetzt nicht weiterging.

Irgendwann ging's dann sogar weiter, in Schrittgeschwindigkeit, aber das war dann auch egal. Der Abend war längst gerettet.

So macht das Turnier einfach nur Bock!

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18.6. - Tag 5, 14:00 Uhr: "Miat Füllkrig hätt'mer 1:1 gspuit"

Im Gegensatz zur Gelsenkirchener Arena lief die Abreise in Düsseldorf nach der Partie zwischen Österreich und Frankreich deutlich besser. Mit dem 0:1 haderten die Fans aus der Alpen-Republik deutlich, das merkte auch der ran-Autor in der Schlange vor der U-Bahn-Haltestelle Messe/Düsseldorf.

Wie man es von ran kennt, folgte eine provokante Frage an eine Ösi-Reisegruppe. "Das ist jetzt nicht böse gemeint, aber habt ihr keine besseren Stürmer als Gregoritsch und Arnautovic?" Es folgte Schweigen in der Menge. "Das ist eine sehr gute Frage", merkte einer an.

Beinahe reflexartig verglich man die Situation im Kopf mit dem deutschen Team. Kai Havertz, Niclas Füllkrug, Deniz Undav, Maxi Beier - die würden wohl alle Stammspieler bei Österreich sein. Aber hatten wir vor Jahren nicht dasselbe Problem? Wie lange wurde ein Nachfolger von Miroslav Klose gesucht?

"Ich hätte mir mehr von Sabitzer erhofft, aber der hat das Champions-League-Finale verloren, der war Matsch im Kopf", analysierte ein sichtlich angetrunkener Fan. Da war die Brücke gebaut. "Füllkrug hat dasselbe Finale verloren und hat top gespielt", entgegnete der im pinken DFB-Trikot gekleidete Redakteur.

Erneut nachdenkliches Schweigen bei Rot-Weiß-Rot. "Joa, mia ham' ein Stürmerproblem." Das ließ nur ein Schlussfazit aus der Fangruppe "Immer wieder Österreich" zu, bevor die U78 Richtung Hauptbahnhof kam: "Miat Füllkrig hätt'mer 1:1 gspuit."

17.6. - Tag 4, 16:00 Uhr: Englische Deutsche Bahn

Nachdem die englischen Fans schon vor dem Spiel über Gelsenkirchen lästerten und behaupteten, Manuel Neuers Geburtsort sei hässlich und hätte nichts zu bieten (laut Neuer lag dies bestimmt nur am schlechten Wetter), kassierte Deutschland bei den Briten nach dem Spiel gestern Abend schon den nächsten Minuspunkt. Schuld daran: die Deutsche Bahn! 

Trotz des Auftakterfolgs hat es die Bahn geschafft, die Laune der Engländer von 100 auf 0 zu senken. Welcome to Germany! 

Natürlich konnten die Engländer nicht wissen, dass hier andauernd die Bahn ausfällt und ein paar Stunden Wartezeit auf den nächsten Zug keine Ausnahmesituation, sondern der Normalfall sind. Aber geteiltes Leid ist ja bekanntlich halbes Leid oder so. 

Bleibt zu hoffen, dass die Briten den Bahn-Schock schnell verdauen, wir würden es ihnen gönnen - den Titel allerdings nicht. 

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16.6. - Tag 3, 20:43 Uhr: ran-Redaktion im Oranje-Wahn

Nachdem die niederländischen Fans Hamburg eingenommen haben, treten erste EM-Nebenwirkungen in der ran-Online-Redaktion auf. 

In den Pausen zwischen den Spielen schallen nicht deutsche Party-Hits wie "Füllkrug mit Bier" durch die Redaktions-Hallen sondern ausgerechnet hölländischer Schlager!

Besonders angetant ist man vom Hit des auf Kevin-Pannewitz-Gewichts angewachsenen Ex-Spielers Wesley Sneijder "Ik  Ben Net Als Jij" und dem absoluten Banger "Oranjebewaarder" von Marco Schuitmaker! 

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15.06. - Tag 2, 9:26 Uhr: DFB-Team baut Brücken

Was so ein Fußballspiel doch alles bewirken kann.

Eigentlich herrschte zwischen meinem Nachbarn und mir Funkstille, seitdem ich ihm mit meinem geräucherten Aal das Haus eingenebelt hatte.

Ich ahnte deswegen schon das Schlimmste, als er mich gestern in der Halbzeit an den Gartenzaun rief. (Ich schaute das Spiel bei geöffneter Terrassentür und voller Lautstärke. Und hatte wieder den Grill an.)

Doch statt eines "Bist du deppert!?" kam doch tatsächlich: "Dieser Musiala kann ganz gut kicken, oder?" Nach kurzer Fachsimpelei ("Kroos ist auch gut!") lud er mich dann sogar noch ein, im Laufe der kommenden Wochen seine Rhododendren zu begutachten. Einen größeren Akt der Nachbarschaftsliebe kann es in Deutschland ja kaum geben.

Alles dank des DFB-Teams.

Wer weiß - kicken Musiala und Kroos so weiter, fahren mein Nachbar und ich im August ja vielleicht noch zusammen in den Urlaub. Urplötzlich scheint wieder alles möglich. Am Bodensee soll es tollen Aal geben.

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14.06. - Tag 1, 13:00 Uhr: Redaktions-Bier abgelaufen

Eigentlich ist alles vorbereitet für den Auftakt in die Heim-EM: Redakteure gebrieft, Texte angelegt, Interviews geführt, lustige (!) Memes erstellt.

In der Redaktion laufen schon einige mit DFB-Trikot durch die Räumlichkeiten - natürlich in dem von 2014. Gutes Omen und so. 

Für diejenigen, die kurzerhand den Ohrwurm verloren haben, stimmt der Erste ohne Vorwarnung "Pyroteeeeechnik" gefolgt von "Füllkrug mit Bier" an.

Apropos Bier. Irgendwie wurde eine halbe Kiste im Schrank vergessen. Jetzt ist es abgelaufen. Seit 2021. Na toll. Die erste Hiobsbotschaft - und das acht Stunden vor dem Anpfiff. 

Zum Glück hatte ein anderer Kollege (GOAT!) bereits Anfang der Woche für Nachschub gesorgt. Der ist glücklicherweise auch schon im Kühlschrank. Aus Platzgründen, da natürlich alle 20 Flaschen kalt gelagert werden, musste der Hummus des Kollegen dafür leider in Müll. Ist ja nur Hummus.

Jetzt, kurz nach dem Mittagessen, ist auch schon das erste Plopp zu hören. (Ja, wir trinken während der Arbeit. Aber das habt ihr euch bestimmt schon gedacht.)

Prost!

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